Kommen Geselle und Rose?

Gang zum Amtsgericht: KSV Hessen Kassel meldet Insolvenz an

Nun steht es fest: Der KSV Hessen hat Insolvenzantrag gestellt. Nach den Konkursen 1993 und 1997 ist der aktuell mit etwa 2,5 Millionen Euro verschuldete KSV Hessen Kassel erneut zahlungsunfähig.

Artikel wurde aktualisiert um 19.18 Uhr -  Am Dienstagmorgen um neun Uhr reichten die beiden Vorstandsmitglieder Daniel Bettermann und Alexandra Berge gemeinsam mit Finanzvorstand Dirk Lassen und Aufsichtsratsmitglied Albrecht Striegel den Insolvenzantrag beim Amtsgericht Kassel ein.

„Dieser Schritt war nicht einfach und wurde intern zuletzt immer wieder diskutiert. Aber er ist mit allen Gremienmitgliedern abgestimmt, wir tragen diese Entscheidung gemeinsam“, sagte Bettermann gestern.

KSV-Vorstand Daniel Bettermann

Endgültig reifte der Beschluss im Laufe des Montagabends. „Es hat sich über das vergangene Wochenende weiter zugespitzt, und dann haben wir uns entschieden, den Antrag einzureichen“, so Bettermann weiter. Er sagte auch, dass es ein unumgänglicher Schritt sei, dem Verein zur Sanierung zu verhelfen, da die Sponsorensuche bislang erfolglos blieb. Aktiv an der Rettung mitwirken könnte nun der künftige Oberbürgermeister Christian Geselle, der den Aufsichtsrat anführen soll. Der ehemalige Klubchef Jens Rose ist als neuer Vorstandsvorsitzender im Gespräch.

Vom Amtsgericht als Sachverständige und vorläufige Insolvenzverwalterin beauftragt wurde die Melsungerin Jutta Rüdlin. Sie ist im Kasseler Sport keine Unbekannte. 2014 betreute sie die Abwicklung der insolventen Kasseler Eissporthallen-Betriebsgesellschaft (KEBG), die damals hinter den Kassel Huskies stand.

KSV-Trainer Tobias Cramer

Ob es überhaupt zu der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens kommt und welche Art eventuell verfolgt wird, lässt sich aber noch nicht mit Gewissheit sagen. „Gemeinsam mit der Insolvenzverwalterin muss nun geklärt werden, wie gut die Sanierungs- und Fortführungsprognose des Vereins ist“, erklärt Bettermann. Im Vorfeld machte immer wieder der Begriff der Planinsolvenz die Runde, bei der die Möglichkeit besteht, dass der Verein erhalten bleibt.

Tobias Cramer äußerte sich ebenfalls optimistisch, dass es auch in der kommenden Saison Regionalliga-Fußball im Auestadion geben wird. „Wir haben bereits ein Jahr voller Schwierigkeiten hinter uns, da sollten wir diese Situation nun auch irgendwie meistern“, sagte der Trainer. Allerdings wird sein Team dann mit einem Abzug von neun Punkten starten – so wie im Fall von Kickers Offenbach in der abgelaufenen Spielzeit.

Lesen Sie dazu auch:

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.