Transparenz, Schwarze Zahlen, Aristoteles

KSV Hessen nach der Mitgliederversammlung: Die Segel sind gesetzt

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Sie zeigen es an: (von links) Vorstandsmitglied Jens Rose, Trainer Tobias Cramer und Aufsichtsratsvorsitzender Enrico Gaede wollen mit dem KSV Hessen in eine bessere Zukunft. 

Kassel. Ganz vergessen war sie noch nicht. Natürlich war die abgeschlossene Insolvenz auch hier und da noch Thema bei der Mitgliederversammlung des künftigen Fußball-Hessenligisten KSV Hessen Kassel.

Doch Finanzvorstand Swen Meier betonte, dass es damit jetzt genug sei. Genug von Schulden, genug über Jutta Rüdlin – auch wenn die Insolvenzverwalterin eine sehr nette Frau sei. Der Blick ging nach vorn. Und die Verantwortlichen der Löwen machten vieles besser als ihre Vorgänger im vergangenen Jahr.

Der Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle hatte im Juni 2017 Transparenz zu einer Voraussetzung für seine Mitarbeit im Aufsichtsrat des KSV Hessen gemacht. Dieses Versprechen wurde den Mitgliedern gegenüber gehalten. Die Finanzen wurden von Meier verständlich erklärt. Übersichtlich, vorbereitet, professioneller. Rückfragen waren erwünscht – und wurden beantwortet.

Schwarze Zahlen

Die Zahlen sehen grüner aus und sind nun schwarz. Die Insolvenzquote werde demnächst an die Gläubiger ausgezahlt, sagte Meier. Dann sei das Verfahren endgültig abgeschlossen. Interessant waren die Zahlen seit Jahresbeginn, denn seitdem ist der Vorstand wieder eingesetzt und geschäftsfähig. In der Rückrunde 2017/2018 stehen Ausgaben von 746.00 Euro Einnahmen von 796.000 Euro gegenüber. 50.000 Euro Überschuss wurden erwirtschaftet.

Der größte Teil der Ausgaben – rund 484.000 Euro – sind Zahlungen rund um die erste Mannschaft. Der größte Posten bei den Einnahmen seien rund 456 000 Euro von Sponsoren. Hinzu kommen 100 000 Euro an Spenden und 97 000 Euro aus dem Kartenverkauf. „Wenn man das sieht, dann weiß man auch, dass die Zuschauer wie ein Großsponsor für uns sind“, sagte Meier.

Für die kommende Saison plant der KSV mit einem ausgeglichenen Etat um die 760.000 Euro. Die Ausgaben für die erste Mannschaft werden mit 410.000 Euro angegeben, Sponsoringeinnahmen mit 500.000 Euro. Einen Hauptsponsor habe man nicht, sagte Vorstandsmitglied Jens Rose. Das werde durch den Zusammenhalt im Verein ausgeglichen.

Vielleicht hat KSV-Trainer Tobias Cramer bald einen neuen Spitznamen. Der Philosoph. Warum? Er beendete seinen Beitrag zum Thema Sport und Nachwuchs mit einem Zitat des griechischen Philosophen Aristoteles: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“ Auf die Situation der Löwen bezogen heißt das übersetzt: Viel Geld ist nicht da, deswegen müssen andere Wege eingeschlagen werden. Mit jungen, talentierten Spielern. Cramer sagte deutlich, dass der KSV im Nachwuchs kein weißer Fleck auf der Fußball-Landkarte mehr sei. Der KSV müsse ein Ausbildungsverein sein. Der Philosoph ging mit Applaus.

Tickets und Termine

Bekannt gegeben wurden die Ticketpreise für die kommende Saison – im Auestadion. An der Tageskasse kosten Sitzplätze zwölf (Kinder von sechs bis 14 Jahren sechs), Stehplätze sieben Euro (Kinder frei). Sitzplatz-Dauerkarten kosten 160 (Kinder 80), für Stehplätze 90 Euro (Kinder frei). Die Mitgliedsbeiträge werden auf 99 Euro erhöht, unter anderem um weiter Förderungszuschüsse von der Stadt zu erhalten. Am 1. Juli ist ein Familientag im Auestadion geplant. Dann wird der künftige Zweitligist SC Paderborn als Testspielgegner zu Gast sein.

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