Fußball-Regionalliga

KSV-Schnellcheck: Comvalius trifft - Löwen weiter obenauf

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Volle Ballkontrolle: KSV-Spieler Hasan Pepic (links) behauptet hier das Leder vor dem Wormser Benjamin Himmel. Rechts im Hintergrund: Kassels Henrik Giese.

Ludwigshafen. Der Höhenflug des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel geht weiter. In Ludwigshafen gewannen die Löwen gegen Gastgeber Wormatia Worms hochverdient mit 1:0.

Das Tor des Tages vor 670 Zuschauern erzielte Sylvano Comvalius. Damit bleibt der KSV Tabellenführer. Der Schnellcheck.

Was war die Szene des Spiels?

Sie ereignete sich in der 81. Minute, als KSV-Trainer Matthias Mink Shqipon Bektashi vom Platz nahm und Sylvano Comvalius einwechselte. Der KSV hatte gerade einen Freistoß 20 Meter vor des Gegners Tor zugesprochen bekommen. Comvalius also lief aufs Feld zu Tobias Becker, der am Ball stand und sich sodann mit Comvalius beriet. Die Frage war nun, wer den Freistoß ausführt. Dann der Pfiff des Schiedsrichters. Becker tippt den Ball kurz an, Comvalius schlenzt ihn ins Eck des Wormser Tores. 1:0 für die Löwen! Es war der erste Ballkontakt des Neuzugangs aus Dresden, es war sein erstes Pflichtspieltor für die Löwen. Es war die Geschichte des Spiels.

Wie war das Spiel? 

Der KSV begann mit dem Selbstbewusstsein eines Tabellenführers, der er ja schon nach dem dritten Spieltag gewesen ist. Die Löwen stellten von Beginn an die dominierende Mannschaft, die sich Chancen erarbeitete. Das Problem: Die Möglichkeiten blieben ungenutzt. Allein Tobias Damm hätte den KSV zweimal in Führung bringen müssen. Dem dienstältesten Kasseler fehlt derzeit aber die gewisse Kaltschnäuzigkeit vor des Gegners Tor. Die hat aktuell an sich Shqipon Bektashi, allerdings hatte der aktuelle Torjäger der Regionalliga Pech, als er nur den Pfosten traf. So war die Reaktion von Tobias Becker kurz vor der Halbzeit verständlich. Der KSV-Kapitän zirkelte den Ball bei einem Freistoß Zentimeter am Wormser Pfosten vorbei. Becker krümmte sich und schrie in die Ludwigshafener Hitze - es war zum Verzweifeln. Auch nach dem Seitenwechsel blieb der KSV tonangebend, Worms wirkte verunsichert und längst nicht so gefestigt wie die Löwen. Allerdings fehlte nun die Zielstrebigkeit in deren Aktionen, echte Chancen kamen trotz einer optischen Überlegenheit so kaum zustande. Positiv anzumerken ist, dass die Löwen in der Abwehr abermals kaum etwas zuließen und zum dritten Mal in Folge ohne Gegentor blieben. Die Innenverteidiger Tim Welker und Henrik Giese machten einen sicheren Eindruck, insgesamt arbeitete die gesamte Mannschaft extrem gut im Spiel gegen den Ball. Das war die Grundlage für das, was kam. 81. Minute. Einwechselung Sylvano Comvalius - und so weiter.

Ist das Ergebnis gerecht? 

Aber so was von!

Gab es einen Aufreger?

Absolut. In der 60. Minute gewann Shqipon Bektashi das Duell gegen den Wormser Jan Christoph Just, er hätte jetzt freie Bahn gehabt, wurde aber von Just zu Fall gebracht. Klare Sache: Notbremse. Das sahen alle - bis auf einen: Schiedsrichter Marcel Gasteier. Er ließ einfach weiterspielen. Das war schon eine sehr eigenartige Auslegung der Dinge. Die Löwen schimpften - aber das half natürlich nichts.

Auf wen setzte KSV-Trainer Matthias Mink? 

Er schickte die Elf zu Beginn auf den Rasen, die bei der Freiburger Reserve einen souveränen 2:0-Sieg erreichte. Das heißt: Neuzugang Sylvano Comvalius saß wiederum zunächst nur auf der Bank, er wurde erst in der Schlussphase eingewechselt. Der Rest ist bekannt. Die Aufstellung der Löwen: Rauhut - Schmik, Welker, Giese, Lorenzoni - Brill - Becker, Pepic (76. Evljuskin) - Feigenspan (62. Dawid), Bektashi (80. Comvalius), Damm.

Wer war der Mann des Tages? 

S Y L V A N O C O M V A L I U S!

Was machten die ehemaligen Kasseler? 

Ricky Pinheiro blieb im Wormser Mittelfeld weitestgehend unauffällig. Dass er der Mann für den besonderen Moment ist, bewies er nur einmal, als er den Ball mit der Hacke weiterleitete. In der zweiten Halbzeit sah er nach einem Foul an Tobias Becker die gelbe Karte. Ansonsten ist ja auch der ehemalige KSV-Vorstand Giuseppe Lepore in Worms tätig - als Geschäftsstellenleiter. Er schaute das Spiel von der Tribüne aus.

Wie war die Atmosphäre?

Nun ja. Das Spiel fand ja im Ludwigshafener Südweststadion statt, weil die Arena in Worms renoviert wird. Und es fragt sich, wie baufällig erst das Stadion in Worms sein muss, wenn ein Verein ins Ludwigshafener Südweststadion ausweichen muss. Hier wächst das Gras auf den Tribünenrängen, hier scheint die Zeit sich nach den 80ern einfach nicht mehr weitergedreht zu haben. Gerüchten zufolge ist damals auch das letzte Mal der Rasen gemäht worden. Irgendwie blieb so immer das Gefühl, Klaus Schlappner käme gleich um die Ecke und würde noch einmal seine Waldhof-Buben coachen - wie einst zu den Glanzzeiten der Mannheimer, als sie ebenfalls in Ludwigshafen antreten mussten. Immerhin: Es kamen 670 Zuschauer, die das Stadion mit Leben füllten. 70 von ihnen kamen aus Kassel. Sie hatte etwas zu feiern - dank dieses Tores von Sylvano - genau!

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