Löwen werden im November keine Partie mehr bestreiten

KSV Hessen muss pausieren: Regionalliga setzt Spielbetrieb aus

Die Entscheidung ist gefallen: Der KSV Hessen Kassel wird im November kein Spiel mehr in der Fußball-Regionalliga Südwest bestreiten. Die Partien aller Teams sind wegen der verschärften Corona-Maßnahmen abgesetzt.

Nichts geht mehr: Die Regionalliga Südwest hat den Spielbetrieb für den November abgesetzt. Damit geht auch der KSV Hessen Kassel in eine Zwangspause.

Das gab die Spielkommission der Staffel am Mittwochmorgen bekannt. Was das für die Löwen bedeutet, lesen Sie in Fragen und Antworten:

Was war der Hauptgrund der Regionalliga Südwest für diese Entscheidung?

Lässt man die Sonderrolle von Bayern Alzenau außen vor, spielen in der Südwest-Staffel Mannschaften aus vier Bundesländern. Während Hessen und Baden-Württemberg den Trainings- und Spielbetrieb zugelassen hätten und auch das Saarland Ausnahmen ermöglich wollte, kam das Verbot aus Rheinland-Pfalz. Die dortige Corona-Bekämpfungsverordnung ließ eine Fortsetzung der Saison nicht zu. Davon betroffen sind folgende vier Teams: Rot-Weiß Koblenz, Mainz II, Schott Mainz und Pirmasens.

Warum hat man sich nicht trotzdem für eine Fortführung entschieden?

Die Regionalliga Südwest nannte in ihrer Mitteilung verschiedene Gründe. Die Spielzeit ohne die vier genannten Mannschaften fortzuführen, würde eine massive Wettbewerbsverzerrung nach sich ziehen. Die Idee, zunächst nur Auswärtsspiele zu absolvieren, würde vor dem Hintergrund eines ohnehin engen Terminkalenders nicht funktionieren.

Wie wurde die Liga denn jetzt eingeordnet – Profis oder Amateure?

Eine genaue Einordnung vermied die Liga, nur so viel: „Die Regionalliga Südwest ist eine Spielklasse, in der überwiegend zwar Vertragsspieler zum Einsatz kommen, von wenigen Ausnahmen abgesehen aber nur im Rahmen einer Nebentätigkeit.“ Bedeutet: Auch ein Spiel- und Trainingsbetrieb in einem nicht betroffenen anderen Bundesland sei den Spielern aufgrund von Fahrtstrecken und zeitlichen Belastungen nicht zumutbar.

Wie sieht die Perspektive aus?

Zunächst fallen fünf Spieltage der Saisonaussetzung zum Opfer. Ab dem 1. Dezember wird die Saison nur dann wieder aufgenommen, wenn in den vier betroffenen Bundesländern ab spätestens 17. November wieder ein Mannschaftstraining unter Wettbewerbsbedingungen zulässig ist. Und hier kommt Bayern Alzenau ins Spiel. Das Team hatte sich ja zuvor gegen eine Fortsetzung der Saison ausgesprochen. Sollte aber in allen anderen Bundesländern das Teamtraining Mitte des Monats wieder erlaubt sein – nur in Bayern nicht – dann muss sich der Verein eine Spiel- und Trainingsstätte in Hessen suchen.

Wie fallen die Reaktionen seitens des KSV aus?

„Die Entscheidung war zu erwarten, und ich finde sie richtig. In den Statuten der Regionalliga steht, dass wir Amateure sind, und Amateure dürfen aktuell eben nicht spielen“, sagt KSV-Trainer Tobias Damm, der wie auch sein Kapitän gern weitergemacht hätte. „Zumindest kann ich jetzt meine Knieverletzung komplett auskurieren. Nein ganz im Ernst: Wir reden hier über das Luxus-Gut Fußball. Die Gesundheit aller muss derzeit im Vordergrund stehen“, erklärt Frederic Brill.

Dürfen die Löwen zumindest weiter trainieren?

„Nein, die Stadt hat alle Sportanlagen gesperrt. Das wäre nur möglich gewesen, wenn wir als Profis eingestuft worden wären und es eine Fortsetzung der Saison gegeben hätte“, sagt Damm, der seinen Spielern bereits individuelle Trainingspläne an die Hand gegeben hat: „Ich denke, dass wir in vier Wochen nicht sonderlich viel an Kondition verlieren werden.“ Brill sagt dazu: „Mannschaftstraining ist trotzdem unerlässlich. Jetzt gehst du wieder vier- bis fünfmal die Woche Laufen, aber du weißt gar nicht, für welches Ziel du Laufen gehst – du weißt nicht, wann es wirklich weitergeht.“

Was sagt der KSV-Vorstand?

„Aufgrund der aktuellen Infektionszahlen halte ich die Entscheidung für nachvollziehbar, deshalb werden wir dagegen auch nicht vor Gericht ziehen. Wir wollen die Gesellschaft nicht spalten und ein Einzelrecht einfordern“, sagt Jens Rose, der auch betont: „Wir hätten eh ohne Zuschauer spielen müssen, jetzt fallen immerhin die Reise- und Übernachtungskosten weg. Aber während die Klubs der Regionalliga West schon finanzielle Hilfen in Anspruch nehmen dürfen, ist es bei uns noch nicht so weit. Da muss sich etwas tun.“

Wie hat Offenbach die Entscheidung aufgenommen?

Die Kickers hatten ja im Vorfeld vehement die Fortsetzung der Saison gefordert und äußerten dementsprechend Kritik. „Das ist kein Kompromiss, kein Lösungsansatz, gar nichts. Das ist eine Farce, eine absolute Bankrotterklärung. Der Verband zerstört sich auf diese Weise selbst“, sagte Geschäftsführer Thomas Sobotzik der Offenbach-Post. Immerhin darf der Klub weiter trainieren. Ob der Verein – wie angedroht – auch juristisch vorgehen wird, blieb zunächst offen.

Rubriklistenbild: © Christian Hedler

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.