Am Samstag ab 14 Uhr gegen Waldgirmes

KSV Hessen Kassel nach 2:6 in Fulda: Wollen die überhaupt?

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Nach dem 2:6 in Fulda: Adrian Bravo Sanchez (rechts) im intensiven Austausch mit einem Fan in der Gästekurve. 

"Die wollen doch gar nicht!“ Dieser Satz ist im Zusammenhang mit dem KSV Hessen Kassel nicht neu.

Und nach dem 2:6 am vergangenen Freitag in der Fußball-Hessenliga gegen die SG Barockstadt hatte der bekannte Vorwurf Hochkonjunktur. Im Netz, auf der Straße beim kurzen Plausch oder beim Bier abends in der Kneipe – der eine meint es ernst, der andere nicht ganz so. Dass der KSV Hessen gern in die Regionalliga aufsteigen will, ist aber unbestritten. Viele Spieler haben ihre Verträge bereits verlängert und würden natürlich lieber in der höheren Spielklasse antreten. Gestern kam mit Jon Mogge der nächste dazu. Der 22 Jahre alte Stürmer unterschrieb bis 2022.

Sie wollen sicherlich. Die Frage ist eher, ob sie können. In der eigenen Hand hat der KSV die Aufstiegsrunde nun nicht mehr. Er muss auf einen Ausrutscher von Bayern Alzenau hoffen. Und nebenbei natürlich die eigenen Spiele gewinnen. Eines davon findet morgen ab 14 Uhr im Auestadion statt. Gegner ist der Neunte Waldgirmes.

KSV-Trainer Tobias Cramer ist sich zumindest sicher, dass das 2:6 in Fulda ein Wachmacher war – wenn auch nicht zum richtigen Zeitpunkt. „Wenn die Spieler darauf keine Reaktion zeigen, dann haben sie sich selbst nicht entwickelt. So ein Rückschlag muss Motivation rauskitzeln.“ Cramer vermutet, dass der eine oder andere nach der bitteren Pleite gegen die SG Barockstadt die Kommentare im Netz verfolgt hat. „Das sollte zur Folge haben, dass sie mit einer Jetzt-zeigen-wir-es-euch-Einstellung in die nächste Partie gehen“, sagt er. Dann wollen sie also doch?

Der Coach möchte die 2:6-Niederlage nicht schönreden. Aber: „Ich habe so eine Klatsche lieber als Warnsignal, als fünfmal hintereinander knapp zu verlieren.“ Er sei selten positiv überschwänglich oder negativ niedergeschlagen. Nicht während der fast sieben Monate anhaltenden Serie ohne Niederlage in der Liga. Und auch nicht nach der einen deutlichen Niederlage jetzt. „Die, die dir eben noch auf die Schulter geklopft haben, sind auch die, die dir als erstes in den Rücken fallen“, sagt Cramer. Vielleicht sind das auch die, die eben meinen: Die wollen doch gar nicht, diese Löwen.

Dass sie doch wollen, dürfen vielleicht dieselben elf Spieler zeigen, die auch am vergangenen Freitag auf dem Platz standen, stellt der Coach in Aussicht. Möglich ist das, weil sich Tim Brandner nicht schwerer verletzt hat und schon wieder voll mittrainiert. Brandner musste gegen die SG Barockstadt noch verletzt ausgewechselt werden. Bei der Besetzung der Abwehr will sich Cramer aber bis zum Spieltag Zeit lassen. In der Defensive hatte der KSV in Fulda erhebliche Schwächen gezeigt. Aber: „Klar ist es eine Möglichkeit, dass sich diese elf Spieler rehabilitieren dürfen“, sagt der Trainer.

Die, die auf dem Platz stehen, müssen auf jeden Fall zeigen, dass sie wollen. Und vielleicht heißt es dann am Montag im Netz, auf der Straße beim kurzen Plausch oder beim Bier abends in der Kneipe: „Die wollen ja doch!“

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