KSV: Trainer Dickhaut offenbar vor dem Aus

Kassel. Trainer Mirko Dickhaut droht beim Spitzenreiter der Fußball-Regionalliga Süd, dem KSV Hessen Kassel, wahrscheinlich das Aus. Darauf deutete am Sonntag, einen Tag nach der 1:2-Niederlage in Pfullendorf, alles hin.

Aktualisiert um 19.41 Uhr

Am Sonntagabend treffen sich Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat, um einen Weg aus der Krise zu suchen. Alle Anzeichen stehen auf Trennung vom Trainer. Jens Rose hat das Treffen nach seiner Rückkehr vom Bodensee einberufen. Rose stellte sich nicht mehr kategorisch hinter den Trainer. „Als ehemaliger Bundesliga-Profi weiß er, wie das Geschäft läuft“, erklärte er.

Eine Entscheidung soll wahrscheinlich am Montag bekannt gegeben werden. „Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder sagen wir, wir stehen das gemeinsam durch, oder wir entscheiden, etwas zu ändern“, sagte Rose. Die entscheidende Frage wird sein: Trauen die KSV-Gremien Dickhaut zu, das große Ziel Aufstieg noch zu erreichen und die Auswärtsschwäche schnell zu beheben?

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Nach der 1:2-Niederlage des KSV Hessen Kassel gegen den SC Pfullendorf am Samstag in der Fußball-Regionalliga hatte es KSV-Coach Mirko Dickhaut buchstäblich die Sprache verschlagen. Er wollte während der Pressekonferenz im Anschluss an die Partie nichts sagen und war auch danach nicht zu erreichen. Kapitän Enrico Gaede äußerte sich hingegen.

Er sprach am Sonntag nach der jüngsten Niederlage von einem ganz gefährlichen Strudel, in den seine Mannschaft geraten sei. Jetzt gelte es, ganz schnell aus ihm herauszukommen: "Der Wille ist ungebrochen." Gaede will sich den Optimismus für den Rest der Saison nicht nehmen lassen, er verweist auf Tabellenplatz eins, sagt aber auch, dass sein Team Defizite im spielerischen und taktischen Bereich aufarbeiten müsse.

Der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft sei weiterhin vorhanden. Trainer Mirko Dickhaut bat seine Spieler am Sonntagmorgen schon um 8 Uhr zum Training. Erst wurde viel geredet, dann hart gearbeitet. Gegen 11 Uhr war die Einheit beendet. Indes war Dickhaut auch anschließend nicht zu erreichen. Dem Vernehmen nach ist er zu einer Spielbeobachtung gefahren: Großaspach gegen Freiburg II. Großaspach ist der kommende Gegner des KSV - am Freitag im Auestadion.

Am Samstag blieb Dickhauts Elf auf dem Rasen der Geberit-Arena den Nachweis eines Ligadominators weitgehend schuldig. Ihre technischen Fehler, ihre Anfangsnervosität offenbarte, dass der KSV nicht gerade mit breiter Brust daherkam. Mit dem 1:2 verspielte das Team seine gute Ausgangsposition. Greuther Fürth II kann nach dem Sieg in Worms nun aus eigener Kraft Meister werden. Am Sonntag äußerte sich dann auch Andreas Mayer: "Es ist kurz vor zwölf, wenn nicht gar zwölf", sagte der Mittelfeldspieler gegenüber unserer Zeitung. Er hat festgestellt, dass die Stimmung bei den Fans kippt, "wenn nicht sogar gekippt ist".

Mayer appelliert an den Zusammenhalt und sagt: "Es ist viel passiert, aber die Welt ist nicht untergegangen." Von Schnellschüssen hält er nichts. (hag/frz)

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