Löwen tanzen auf zwei Hochzeiten

KSV Hessen träumt vom Pokal und hat nur noch Endspiele

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Der Jubel kennt keine Grenzen: Die Löwen (von links) Sergej Evljuskin, Torschütze Marco Dawid, Adrian Bravo Sanchez und Brian Schwechel feiern mit den mitgereisten Fans den Einzug ins Hessenpokal-Finale. 

Kassel. In der Regionalliga Südwest geht's für den KSV Hessen um den Klassenerhalt, im Hessenpokal stehen die Löwen im Endspiel. 

Auf Hochzeiten eröffnet das Brautpaar die Tanzfläche häufig mit einem Walzer. Im Dreivierteltakt. Schnell noch gelernt. Mal sehen, ob es klappt. Vergleicht man das mit dem Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel lief der Start noch sehr gut. Dann ging irgendwann der Takt verloren. Aber nicht bis zum Schluss. Nach vielen falschen Schritten und einer kurzen Pause war er wieder da. Und nach dem 2:1-Sieg der Löwen im Hessenpokal-Halbfinale beim FC Eddersheim tanzen sie immer noch auf zwei Hochzeiten – der des Pokals und der des Kampfes um den Klassenerhalt. Den Takt wiedergefunden hat der KSV seit dem 1:1 gegen Offenbach. Mit diesem Unentschieden sind sie nun seit fünf Spielen ungeschlagen. Zwei Unentschieden gegen Topteams. Dazu drei Siege – der letzt nun gegen Eddersheim. Doch auch gegen den zwei Klassen tiefer spielenden Klub war das jede Menge Arbeit.

„Ich wurde gefragt, ob ich mich über das knappe Ergebnis ärgere. Aber Eddersheim steht im Halbfinale und will ins Finale. So haben sie auch gespielt“, sagte KSV-Trainer Tobias Cramer nach der Partie. Deswegen sei er auch zufrieden mit dem Resultat.

Sicher, die Löwen hätten dieses Spiel schon in der ersten Halbzeit in sicherer Bahnen lenken können. Die Chancen waren da. Dann hätten sie am Ende sicher mehr Ruhe gehabt. Doch Cramer war dennoch zufrieden, dass seine Mannschaft von Anfang an das Körperliche und die Zweikämpfe angenommen habe. So sah er schließlich einen „Pokalfight mit guten Ende“.

Ganz am Ziel ist der KSV aber noch nicht. Am 21. Mai steht nun das Finale an. Und natürlich schielen da alle neben dem Titel auch auf die Qualifikation für den DFB-Pokal. Der wäre schon ganz nah, sollte sich Wehen Wiesbaden am 3. April gegen Steinbach durchsetzen und in der Liga unter den ersten Vier bleiben. Dann würde dem KSV schon die Teilnahme an diesem Endspiel reichen.

KSV-Kapitän Frederic Brill sagte dazu lächelnd: „Ich werde mich an diesem Abend auf die Couch legen, das Handy in die Ecke schmeißen – und dann schaue ich um 21 Uhr auf das Ergebnis und hoffe, dass Wiesbaden es geschafft hat. Dann kaufe ich mir ein Wehen-Trikot.“

Er hatte an diesem Abend auch gut lachen. Mit dem Treffer zum 1:0 – seinem ersten Tor in dieser Saison überhaupt – hatte er die Löwen in Führung gebracht. Dennoch war er ganz bescheiden: „Sebastian Szimayer hat den super abgelegt, da musste ich gar nicht mehr viel machen.“ Er freue sich zudem über eigene Tore genauso wie, wenn er hinten welche verteidigen könne. Zusammen mit Marco Dawids Treffer reichte es so am Ende zum Sieg.

Und die Kasseler stehen im Endspiel, in dem sie zuletzt 2015 standen und dann auch den Pokal gewannen. Übrigens: Dieses Endspiel ist wirklich eins. Denn Coach Cramer hat ja mittlerweile auch jedes Spiel in der Liga zu einem Endspiel ausgerufen. Und das Team soll sich immer das nächste erarbeiten – bis es am Ende hoffentlich doch noch zum Klassenerhalt reicht.

Und Samstag steht ab 14 Uhr im Auestadion eines der wichtigsten Endspiele an. Dann ist der Tabellenletzte Völklingen zu Gast. Ein Sieg ist da Pflicht, soll die Hoffnung weiter am Leben bleiben.

Denn der KSV will ja noch so lange wie möglich in dieser Spielzeit auf zwei Hochzeiten tanzen. Im Pokal hat er sein Soll erfüllt. In der Liga muss er nun nachziehen. Um dann am Ende mit großem Applaus vom Parkett verabschiedet zu werden.

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