Unter Damm noch ungeschlagen

KSV Hessen siegt 4:0 gegen Walldorf: Ohne Kuchen läuft es besser

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Abgesprungen: Lukas Iksal (Mitte) bejubelt seinen Treffer zum 1:0. Links freut sich Vorbereiter Marco Dawid. Im Hintergrund: Adrian Bravo Sanchez (Zweiter von rechts) und Sebastian Schmeer, die ebenfalls trafen. 

Die Überlegung, ob es Kuchen war, der den KSV Hessen Kassel wochenlang so sehr gehemmt hat, muss erlaubt sein. 

Auf die Frage, was er anders machen würde, antwortete Trainer Tobias Damm während der Pressekonferenz nach dem 4:0 (1:0)-Heimsieg gegen Walldorf mit einem süffisanten Lächeln: „Die Jungs bekommen vor dem Spiel keinen Kuchen mehr.“ 

Später bestätigte Damm, der seit fünf Partien Cheftrainer der Löwen ist, noch einmal: Ja, bis er übernommen hat, habe es Kuchen gegeben, jetzt nicht mehr. Das süße Gebäck war also Schuld. Dass diese Erklärung nicht ganz ernst genommen werden darf, versteht sich von selbst.

Sieg ist ein gutes Zeichen - ist der KSV auf dem Weg zur alten Stärke?

Der Erfolg gegen Walldorf war das nächste Zeichen dafür, dass der KSV auf dem Weg zu alter Sicherheit und Stärke ist. In der Offensive lassen die Löwen noch viele Möglichkeiten aus. Auch deshalb dauerte es nach dem 1:0 durch Lukas Iksal in der 11. Minute, der nach einem Solo von Marco Dawid über die rechte Seite nur noch den Fuß hinhalten musste, bis zur 81. Minute, ehe der KSV alles klarmachte. Mit Adrian Bravo Sanchez’ tollem Abschluss in den linken Winkel war der Bann aber gebrochen. Sebastian Schmeer (87.) und Alban Meha stellten mit jeweils platzierten Schüssen ins untere rechte Eck den Endstand her.

Die alte Stärke, das ist aber vor allem die Stabilität in der Defensive. Seit Damm das Ruder übernommen hat, haben die Löwen im Auestadion alle drei Spiele gewonnen, dabei zwölf Tore erzielt und keins kassiert. Torhüter Maximilian Zunker kennt das Gefühl eines Gegentreffers im eigenen Stadion noch nicht. Dafür durfte er am Samstag nach dem Spiel in den Fanblock und die Humba anstimmen. „Das ist eine Ehre und macht mich stolz“, sagte er.

Neben der defensiven Stärke ist beim KSV aber auch der Teamgeist zurückgekehrt

Es ist kaum zu übersehen, wie giftig, bissig und aggressiv die Löwen derzeit agieren. Die Gegenspieler haben nach der Ballannahme kaum Luft, spüren sofort den Druck und verlieren schnell den Ball. Vor allem Innenverteidiger Alexander Mißbach zeigt derzeit, warum er auch schon in der Regionalliga Stammspieler war. Sein Stellungsspiel und seine Übersicht im Verbund mit Sergej Evljuskin bringen Sicherheit.

Sicherheit, die die Löwen auch nicht nervös werden lässt, wenn es wie gegen Walldorf einmal länger nur 1:0 steht. Die Abwehr hält, Zunker bekam in 90 Minuten nur einen Ball aufs Tor. Zuletzt gegen Fulda drehte der KSV ein 1:2 spät zu einem 3:2-Sieg. Das sind die Qualitäten, die das Team lange Zeit aus- und zu einem unbequemen Gegner machte.

KSV kämpft sich wieder an die Spitze: Nur noch vier Punkte Rückstand zum Zweiten Stadtallendorf

Ganz nebenbei haben sich die Löwen durch ihre kleine Serie wieder an die Spitze herangeschoben. Auf den Zweiten Stadtallendorf haben sie jetzt nur noch vier Punkte Rückstand. Bis zur Winterpause warten mit Neuhof, Friedberg, Waldgirmes und zweimal Bad Vilbel durchweg machbare Aufgaben. Die Hoffnung wächst wieder.

Tobias Damm sagte zu der Frage vom Anfang auch noch: „Natürlich verrate ich sowieso nicht alles. Aber wir haben bei der Kommunikation den Hebel angesetzt. Wir als Team funktionieren gerade.“ Vielleicht gab es nach dem Spiel dann ja doch noch ein Stück Kuchen zur Belohnung. Wenn es ohne diesen besser läuft, verzichtet aber sicher jeder gern.

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