KSV Hessen und der FSV Frankfurt trennen sich 0:0

Ohne Derbysieg in die Pause

Letztes Spiel im Auestadion: Jens Rose verabschiedet Brian Schwechel, der in seiner 123. Partie auch die Kapitänsbinde tragen durfte.
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Letztes Spiel im Auestadion: Jens Rose verabschiedet Brian Schwechel, der in seiner 123. Partie auch die Kapitänsbinde tragen durfte.

Keine Tore zum Jahresabschluss für den KSV Hessen: Mit einem 0:0 im Derby gegen den FSV Frankfurt verabschiedete sich der Fußball-Regionalligist auf Platz acht mit 30 Punkten in die Winterpause. Neben der Partie gegen den südhessischen Rivalen fielen aber auch noch ein paar Dinge abseits des Platzes auf. Das Spiel in Stichworten:

Das Sportliche

Erst in den Schlussminuten wurde das Derby im Auestadion noch einmal turbulent. 1500 Fans trieben den KSV nach vorn. Mike Feigenspans Schuss in der Nachspielzeit stellte FSV-Torhüter Daniel Endres vor Probleme. Doch ein Treffer glang den Gastgebern nicht. Dazu fehlte ihnen im letzten Spiel des Jahres die Durchschlagskraft und die Genauigkeit in der Offensive.

Frankfurt hatte in einem insgesamt ausgeglichen Spiel sogar die besseren Torchancen. So wie kurz vor der Pause: Zunächst ging ein Kopfball von Innenverteidiger Alieu Sawaneh leicht abgefälscht am Pfosten vorbei.

Bei den Gastgeber ging es meist über die rechte Seite, wo Nael Najjar immer wieder den Weg Richtung Strafraum suchte. Seine stärkste Phase hatte der KSV zu Beginn der zweiten Halbzeit. In der 53. Minute gab es auch Torjubel im Auestadion. Ausgangspunkt war wieder Najjar, der durchsteckte auf Jascha Döringer. Der lupfte den Ball über Endres ins Tor, doch der Linienrichter hob die Fahne. Abseits!

Frankfurt kam nach und nach wieder besser in die Partie. Maximilian Zunker bewahrte seine Mannschaft vor einem Gegentor. Jake Hirsts Kopfball bugsierte der Schlussmann im Nachfassen zur Ecke (71.). Bei Robin Williams’ Schuss aus der Drehung tauchte er blitzschnell ab, lenkte den Ball um den Pfosten (79.).

Der Abschied

123 Spiele für den KSV, neun Jahre im Verein – eigentlich denkt man bei diesen Zahlen an einen betagteren Spieler, der den Klub verlässt und nochmal eine neue Herausgforderung sucht. Doch Brian Schwechel ist erst 23 Jahre alt. Da er beruflich nach Düsseldorf geht und dort seinen Master machen will, lief er das letzte Mal im Auestadion auf und bekam für diese 90 Minuten die Kapitänsbinde von Frederic Brill. „Es ist mir noch nicht so richtig bewusst, dass meine Zeit hier in Kassel vorbei ist. Ich denke, das wird erst in den nächsten Tagen kommen“, sagte Schwechel nach dem Spiel. Und weiter: „Ich hatte so tolle Momente hier, zum Beispiel mein Tor in der 94. Minute gegen Stuttgart. Deshalb gehe ich auf jeden Fall auch mit einem weinenden Auge.“

Die lobenden Worte

Die hatte nicht nur Jens Rose für Schwechel vor dem Spiel übrig, die kamen auch nach der Partie von einem Teamkollegen. Nael Najjar, der wieder mal die rechte Außenbahn rauf und runter gelaufen war, sagte: „Brian kommt ja aus der Jugend und ist ähnlich lange wie ich im Verein. Er ist nicht nur in der Kabine ein ganz feiner Kerl, sondern auch ein richtig guter Freund. Ich wünsche ihm alles Gute.“ Zum Spiel meinte Najjar: „Auf einem sehr tiefen Platz ist das 0:0 am Ende ein gerechtes Ergebnis. Jetzt freuen wir uns erstmal auf ein bisschen Pause.“

Das ungewohnte Bild

Es bot sich bereits vor dem Spiel. KSV-Trainer Tobias Damm kam nämlich auf zwei Gehhilfen ins Auestadion. Was passiert war, löste er während der anschließenden Pressekonferenz auf. „Im Abschlusstraining habe ich mir bei einem Schuss einen Muskelbündelriss zugezogen. Ich hoffe, dass das in ein paar Tagen wieder besser wird“, sagte der Löwen-Coach, der das Jahr 2021 noch einmal Revue passieren ließ: „Wir können auf das Erreichte sehr stolz sein. Aber wir müssen hart daran arbeiten, dass es auch 2022 so weitergeht.“

Die Geschenke

Gab es für den einen oder anderen Fan nach der Ehrenrunde der KSV-Spieler – und das schon vor Weihnachten. Im Nieselregen standen vor allem die Trikots der Löwen hoch im Kurs. So machte Nils Stendera einen ganz jungen Anhänger glücklich, und auch Maurice Springfeld gab sein Leibchen einem Fan, der extra ein Plakat mit dem Namen des Innverteidigers angefertigt hatte.

Die Ballbringerin

Wenn der Rasen zum Laufsteg wird: So lautete das Motto von Lijana Kaggwa, Ex-Kandidatin von „Germany’s Next Topmodel“ aus Kassel, die am Samstagnachmittag im Auestadion eine ganz besondere Aufgabe hatte. Sie brachte nämlich den Spielball zum Anstoßkreis und meisterte schließlich ihre Aufgabe perfekt.

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