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KSV Hessen Kassel verliert auch brisantes Derby unglücklich gegen Offenbach

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Von: Frank Ziemke

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Eckfahne mit KSV Hessen Kassel Logo im Auestadion
Eckfahne im Auestadion © Christian Hedler

Die Zeiten werden immer schwerer für die Löwen. Trotz einer Leistungssteigerung vor allem in der ersten Halbzeit und dem unbedingten Willen, die Wende zu schaffen, verlor der KSV Hessen auch das Derby gegen Offenbach.

Vor 4026 Zuschauern unterlagen die Gastgeber nach einem ebenso stimmungsvollen wie brisante Duell unglücklich 0:1 (0:0), bleiben weiter in der Krise und Schlusslicht der Liga.

Das dies heute ein besonderes Spiel ist, wird schon weit vor dem Anpfiff deutlich. Nach dem Aufwärmen zieht die Mannschaft geschlossen vor die Nordkurve, übt den Schulterschluss mit den Fans. Arm in Arm steht sie da, wird lautstark angefeuert. Derbystimmung! Schon jetzt!

Tobias Damm hat eine extrem defensive Formation in dieses Duell geschickt. Fünferkette mit den beiden zurückgekehrten Innenverteidigern Kevin Nennhuber und Hendrik Starostzik. Davor mit Frederic Brill, Steven Rakk und Nils Stendera drei weitere Akteure mit großem Defensivpotenzial. Diese Idee geht in der ersten Halbzeit voll auf. Offenbach ist optisch überlegen. Offenbach hat eine Flut von Eckstößen. Aber die Löwen sind hellwach. Sie pushen sich in den Zweikämpfen. Sie gewinnen die wichtigen Zweikämpfe. Die Gäste haben in dieser ersten Halbzeit, angefeuert von rund 400 Fans, keine einzige klare Torchance.

Die Stimmung im Auestadion ist endlich mal wieder richtig gut. Dauergesänge auf beiden Seiten. Und auf dem Rasen, da spiegelt sich das in phasenweise hitziger Atmosphäre, in harten Zweikämpfen. Bis zu Pause zückt Schiedsrichter Christian Ballweg sechs Gelbe Karten. Eine davon erhält Kickers-Auswechselspieler Semir Saric für eine Rangelei mit Nael Najjar vor der OFC-Bank.
Und zur Pause, da wäre eine Führung des KSV absolut verdient gewesen.

Die Löwen haben die deutlich besseren Chancen. Dafür sorgt vor allem Nils Stendera, der ein bärenstarkes Spiel macht. Gleich dreimal setzt er erfolgsversprechende Distanzschüsse an. Zwei werden abgeblockt (11. und 35.), der dritte in der 45. Minute, volley genommen, streicht knapp über das Tor. Rakk, der nach Najjars Freistoß freisteht, aber nicht entschlossen genug abschließt (16.), und Najjar selbst mit einem Schuss aus spitzem Winkel (35.) haben weitere gute Möglichkeiten.

Aus der Kabine kommen die Kickers dann gestärkt. Plötzlich finden sie Lücken in der KSV-Defensive. In der 50. Minute steht Philipp Hosiner frei vor Maximilian Zunker, versucht es mit einem Heber - doch Kassels Keeper bleibt cool, pflückt den Ball aus der Luft. Die Löwen schaffen jetzt zu wenig Entlastung. Damm zieht folgerichtig die ersten Wechsel. Jon Mogge und Marcel Fischer kommen in der Offensive für Lukas Iksal und Noah Jones, die sich aufgerieben haben. Dazu ersetzt Aram Kahraman den angeschlagenen Starostzik, für den Kapitän Brill in die Innenverteidigung rückt.

Die Gastgeber sind weiter nicht so konsequent wie im ersten Durchgang, werden aber wieder etwas besser. Fischer grätscht in ein Zuspiel von Mogge, wird aber abgeblockt. Und mitten in diese Phase hinein schlagen die Gäste zu. Die Löwen sind vor dem Tor unsortiert, ein Rettungsversuch gerät zu kurz, der Ball landet direkt bei Christian Derflinger - und der hat keine Mühe, drischt den Ball in den Winkel. In der 69. Minute liegt Offenbach vorn. Ganz bitter ist das. In der 82. Minute hätte die Partie bereits entschieden sein können Jakob Lemmer wird mutterseelenallein vor Zunker angespielt, nimmt den Ball direkt - und jagt in am Gehäuse vorbei.

So bleibt den Löwen die Chance auf den Ausgleich. Und die kommt tatsächlich. Fischer startet ein Solo, doch sein Schuss kommt zu zentral, ist so kein Problem für OFC-Torhüter David Richter (84.). Eine Minute später setzt Mogge an der Strafraumgrenze einen artistischen Fallrückzieher an, der Ball streicht knapp über die Latte. Die Gastgeber versuchen alles, am Ende stürmen sogar Nennhuber, geht Zunker mit nach vorn. Der Wille ist ihnen nicht abzusprechen. Sie kämpfen bis zum Schluss um den Ausgleich, der verdient gewesen wäre. Als Fischers Kopfball vorbeigeht, ist die Derby-Niederlage perfekt, die nächste bittere Pleite. Die Zeiten werden immer schwerer für die Löwen.

Der Liveticker zum Nachlesen

So hat der KSV Hessen gegen die Kickers Offenbach gespielt

Kassel: Zunker - Najjar, Springfeld, Starostzik (59. Kahraman), Nennhuber, Mißbach - Brill - Rakk (74. Vesco): Stendera (74. Döringer) - Iksal (59. Fischer), Jones (59. Mogge)

Offenbach: Richter - Moreno (85. Rossmann), Zieleniecki, Breitenbach, Marcos - Derflinger (77. Knöll), Albrecht, Vetter, Garcia (77. Saric) - Hosiner (62. Hermes), Lemmer

Schiedsrichter: Ballweg

Zuschauer: 4026

Tore: 0:1 Derflinger (69.)

Gelbe Karten: Najjar, Stendera, Brill, Mißbach, Vesco, Zunker - Saric (als Auswechselspieler), Derflinger, Breitenbach

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