1. Startseite
  2. Sport
  3. KSV Hessen Kassel

KSV Hessen setzt dickes Ausrufezeichen im Abstiegskampf

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Björn Mahr

Kommentare

null
Zwei Torschützen im Fanblock: Die KSV-Spieler Adrian Bravo Sanchez (links) und Sergej Evljuskin übernehmen nach dem Heimsieg die Rolle der Stimmungsmacher. © Hedler

Kassel. Der KSV Hessen hat mit dem 3:0-Sieg im Heimspiel der Fußball-Regionalliga Südwest gegen die Stuttgarter Kickers gezeigt, dass er sich mit viel Leidenschaft gegen den drohenden Abstieg stemmt.

Knapp zehn Minuten nach Ende der Regionalliga-Partie gingen die Fußballler des KSV Hessen im Kasseler Auestadion zu ihren Fans in der Nordkurve und die Spieler der Stuttgarter Kickers zu ihrem überschaubaren Anhang auf der gegenüberliegenden Seite. Das war aber auch die einzige Gemeinsamkeit der beiden Mannschaften an diesem Nachmittag. Denn während sich die Löwen anschließend für eine engagierte Vorstellung und einen verdienten 3:0 (1:0)-Heimsieg von den Zuschauern feiern lassen durften, mussten die Gäste aus Schwaben ihren Fans erklären, weshalb sie den Nordhessen in den vorangegangenen 90 Minuten nicht wirklich gewachsen waren.

„Jeder hat gesehen, dass wir den Abstiegskampf annehmen. Wir waren gut eingestellt und haben viele zweite Bälle gewonnen“, bilanzierte KSV-Mittelfeldstratege Adrian Bravo Sanchez zufrieden. Auch das Fazit von Trainer Tobias Cramer fiel positiv aus: „Ich muss den Hut ziehen, wenn ich sehe, mit wie viel Körperlichkeit meine Mannschaft gespielt hat.“

Obwohl der Vorletzte einige englische Wochen in den Beinen hatte, kaufte er den Kickers früh den Schneid ab. Dafür, dass die Degerlocher noch längst nicht aller Sorgen ledig sind, agierten sie ziemlich sorglos. „Wir hatten der Robustheit der Kasseler wenig entgegenzusetzen“, räumte Gäste-Coach Paco Vaz ernüchtert ein. Er hätte sich letztlich nicht beschweren können, wenn die Partie 0:4 oder gar 0:5 aus Sicht der Stuttgarter ausgegangen wäre.

Schon die 1:0-Führung des KSV zur Pause schmeichelte dem Tabellen-14. Für den einzigen Treffer im ersten Abschnitt sorgte Sergej Evljuskin. Eine Woche nachdem er gegen Völklingen das Siegtor geschossen hatte, schlug der 30-Jährige erneut zu – nach Freistoß von Cédric Mimbala, Kopfball-Verlängerung von Sebastian Szimayer und Ablage von Lucas Albrecht (20.). Kurz darauf lag nach einem schnellen Vorstoß von Marco Dawid und Szimayer das 2:0 in der Luft (24.). Es lief Angriffswelle auf Angriffswelle.

Wie entschlossen sich die Kasseler präsentierten, wurde vor allem in zwei Szenen deutlich. In der 40. Minute beförderte Albrecht das Leder mit letztem Einsatz an der Außenlinie in die gegnerische Hälfte. Und kurz nach Wiederbeginn erkämpfte sich Mimbala in Höhe des Mittelkreises den Ball, zog auf und davon – auch wenn sein anschließender Schuss das Ziel klar verfehlte, gab es Applaus von den 2000 Zuschauern.

Spannung kam ausgerechnet dann auf, nachdem sich Stuttgarts David Müller wegen eines Fouls an Bravo Sanchez die Gelb-Rote Karte eingehandelt hatte (52.). In der Folgezeit leisteten sich die Gastgeber einige leichte Fehler. „Unser Spiel hat etwas gewackelt“, bedauerte Cramer. Und Bravo Sanchez ergänzte: „Mit der Überzahl-Situation sind wir nicht gut umgegangen.“

Das erlösende 2:0 markierte Albrecht per Elfmeter (81.) – Dawid war im Strafraum von Robin Garnier unsanft gestoppt worden. Im Gefühl des sicheren Erfolges gelang den Löwen sogar noch das 3:0. Die eingewechselten Jan Erik Leinhos und Sebastian Schmeer setzten Bravo Sanchez in Szene, und der Linksfuß schlenzte das Spielgerät ins Tordreieck – ein Traumtor. Der Arbeitstag des 24-Jährigen war damit allerdings noch nicht vorbei. Zusammen mit Evljuskin stimmte er im Kasseler Fanblock noch Siegesgesänge an.

Auch interessant

Kommentare