Lange Zeit in Unterzahl

KSV Hessen trennt sich in einem hektischen Spiel mit 1:1 vom FC Gießen

Mit dem Kopf erfolgreich: KSV-Torschütze Nils Pichinot (rechts) gegen Gießens Gabriel Weiß.
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Mit dem Kopf erfolgreich: KSV-Torschütze Nils Pichinot (rechts) gegen Gießens Gabriel Weiß.

In einem hektischen Heimspiel trennte sich der KSV Hessen Kassel in der Fußball-Regionalliga mit einem 1:1 (1:1) vom FC Gießen.

Kassel – „Es ist halt Kunstrasen, irgendwie wird es da immer hektisch“, sagt Tobias Damm. Und man sieht ihm an, das dieses Spiel Nerven gekostet hat. Der Trainer des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel war selbst mittendrin in einer Partie voller Emotionen, Diskussionen, umstrittenen Entscheidungen und zweier Gelb-Roten Karten. In der Schlussphase sah er Gelb wegen Reklamierens.

Seine Mannschaft hatte grad eine Konterchance vergeben, Schiedsrichter Lukas Heim verweigerte ihr einen Eckstoß, den es hätte geben müssen. Es stand 1:1. Und das war auch der Endstand im Duell der Tabellennachbarn gegen den FC Gießen. Ob das nach einem Rückstand und einer längeren Phase in Unterzahl ein Erfolg war? Damm zuckte mit den Schultern: „In jedem Fall war es das gerechte Ergebnis.“

Gerecht, weil seine Mannschaft sich dann steigerte, als sie hinten lag. Und ein zweites Mal, als sie in Unterzahl spielen musste. Diskussionen gab es um beide Szenen. Die Führung der Gäste in der 28. Minute resultierte aus einem Elfmeter, den Nikola Trkulja verwandelte. Torhüter Maximilian Zunker hatte Tim Korzuschek zu Fall gebracht, protestierte aber heftig gegen den Pfiff. „Er hebt vorher ab und sucht den Kontakt. Deswegen habe ich auch reklamiert“, sagt Zunker, fügt aber hinzu: „Ich war auch einen Schritt zu spät. Eine Fehlentscheidung war es wohl nicht.“

Auf jeden Fall war das 1:0 verdient. „Wir waren nicht schlecht im Spiel, aber anfangs zu verhalten“, urteilte Damm. Die formstarken Gießener hatten so auch zunächst die besseren Chancen, allen voran in der 20. Minute, als Kevin Nennhuber sich in Torhüter-Manier in den Schuss des Gießener Neuzugangs Ali Ibrahimaj warf und so ein Gegentor verhinderte.

Der Rückstand aber beflügelte die Löwen, die noch vor der Pause zum Ausgleich kamen. Nils Pichinot köpft eine scharfe Flanke des stark spielenden Ingmar Merle in die Maschen (40.). „Solche Flanken kennen wir ja von ihm“, sagte Pichinot schmunzelnd. „Es war vorher so abgesprochen, dass wir bei solchen Situationen auf den zweiten Pfosten gehen sollen. Und das hat geklappt.“ Schon in der 16. Minute hatte Pichinot eine Aktion im Strafraum gehabt, wurde aber von einem Gießener unsanft gestoppt. Der 31-Jährige protestierte kurz – für einen Elfmeter war es aber zu wenig.

In der nach dem Wechsel immer hektischer werdenden Partie mussten der stark ersatzgeschwächte KSV aber einen weiteren Rückschlag wegstecken. In der 58. Minute sah Marco Dawid, in der ersten Halbzeit bereits verwarnt, nach einem Einsteigen gegen Korzuschek an der Seitenlinie Gelb-Rot. Auch das erzürnte die Gastgeber. „Es waren zwei Fouls und zwei Karten. Absolut übertrieben“, urteilte Damm. Doch wie schon gegen Hoffenheim zeigte seine Mannschaft auch diesmal in Unterzahl eine starke Reaktion. In der Defensive ließ sie kaum etwas zu. Und nach vorn setze sie immer wieder Akzente, hatte sogar die Chancen zum Siegtreffer.

In der 75. Minute eroberte Alban Meha den Ball, der über Mahir Saglik zu Adrian Bravo Sanchez kam. Dessen Schuss von der Strafraumgrenze landete auf der Latte. Kurz darauf folgte die Situation, die Damm Gelb einbrachte. Gießen hatte einen Eckstoß, doch daraus wurde ein nahezu perfekter Konter. Wieder fing Meha den Ball ab, trieb ihn durch das Mittelfeld, bediente Bravo Sanchez, der von rechts in den Strafraum zog. „Von links hätte er selbst geschossen, das wäre besser gewesen“, stellte Damm später fest. So aber lag der Ball auf dem schwächeren rechten Fuß, Bravo Sanchez entschloss sich zum Querpass. Der wurde abgefangen, landete als Abpraller aber doch noch bei Meha. Dessen Schuss lenkte Torhüter Frederic Löhe zur Ecke. Die es nicht gab. Gießens Torschütze Trkulja sah dann auch noch Gelb-Rot (84.). Wie gesagt: Es war hektisch. Es war Abstiegskampf. Und es war Kunstrasen. (Frank Ziemke und Manuel Kopp)

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