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Was um Himmels Willen noch?

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Von: Frank Ziemke, Torsten Kohlhaase

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Flehender Blick zum Himmel: Kassels Angreifer Lukas Iksal.
Flehender Blick zum Himmel: Kassels Angreifer Lukas Iksal. © Fischer, Andreas

Es ist wie verhext: Trotz einer deutlichen Leistungssteigerung und der Mehrzahl an klaren Torchancen verliert Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel auch das Derby gegen Offenbach 0:1 (0:0). Man muss sich fast schon fragen: Was um Himmels Willen soll noch alles schieflaufen bei den Löwen? Das Spiel in Stichworten:

Die Kulisse

Endlich mal ein gut gefülltes Auestadion. 4026 Zuschauer, darunter rund 400 aus Offenbach, sorgten für echte Derby-Stimmung. Dauerhafte Fangesänge, die Haupttribüne rappelvoll. Auf dem Rasen phasenweise hitzige Atmosphäre, harte Zweikämpfe – das alles aber selten über der Grenze. Kickers-Auswechselspieler Semir Saric sah für eine Rangelei mit Nael Najjar vor der OFC-Bank Gelb.

Die Taktik

KSV-Trainer Tobias Damm hatte gewaltig umgebaut, setzte auf eine sehr defensive Aufstellung. Fünferkette mit den beiden zurückgekehrten Innenverteidigern Kevin Nennhuber und Hendrik Starostzik. Davor mit Frederic Brill, Steven Rakk und Nils Stendera drei weitere eher defensiv denkende Akteure. Einzig Lukas Iksal und Noah Jones waren reine Offensivspieler. „Es ist in dieser Situation wichtig, dass wir uns stabilisieren und sicher stehen“, sagten Damm und Starostzik später unisono. Die Taktik ging auf. Aber: In der zweiten Hälfte führte ein Moment der Unachtsamkeit dann doch zum alles entscheidenden Gegentor.

Die erste Hälfte

Gehörte klar den Gastgebern. Sicher, die Kickers waren optisch überlegen, hatte eine regelrechte Serie an Eckbällen. Aber: Der KSV war stets Herr der Lage: Die Löwen pushen sich, gewannen alle wichtigen Zweikämpfe. Die Gäste besaßen keine einzige klare Torchance. Anders die Löwen: Nils Stendera mit drei erfolgversprechenden Distanzschüssen – zwei wurden abgeblockt (11., 35.), der dritte in der 45. Minute, volley genommen, strich knapp über das Tor – dazu Steven Rakk (16.) und Nael Najjar mit einem Schuss aus spitzem Winkel (35.) hätten für eine Führung sorgen können. Aber: Die mangelnde Chancenverwertung ist und bleibt Teil der Misere.

Die zweite Hälfte

Die Gastgeber starten nicht wirklich gut. Plötzlich tun sich in der Defensive einige Lücken auf, Offenbach kommt durch Philipp Hosiner (50.) zur ersten echten Chance. Torhüter Maximilian Zunker pflückt dessen Heber aber cool aus der Luft. Ärgerlich: Das entscheidende Tor fällt dann, als Damm mit Wechseln gerade dafür gesorgt hat, dass sein Team wieder besser in die Partie findet. Und dieses 0:1 ist sehr ärgerlich, weil viel zu unentschlossen verteidigt. Ein Rettungsversuch gerät dann noch zu kurz, der Ball landet direkt bei Christian Derflinger, der mühelos einschießen kann. Die Löwen geben in der Schlussphase alles für den Ausgleich. Aber ob die Kopfbälle von Marcel Fischer oder ein Fallrückzieher von Jon Mogge – der Ball will einfach nicht ins Tor. Die unnötige Derby-Niederlage ist perfekt.

Die Stimmen

„Wir befinden uns in einer schwierigen Situation, aber ein solches Spiel darfst du nicht verlieren. Die Fans haben es honoriert, dass wir gekämpft haben und auch nach dem Gegentor noch zu Chancen gekommen sind. Die Kulisse war echt klasse, aber am Ende hälst du erneut nichts Zählbares in den Händen. Das ist bitter“, sagte Nils Stendera nach der Partie. Ähnlich äußerte sich auch Maurice Springfeld: „Wir müssen weiter hart an uns arbeiten, aber heute hat uns auch das nötige Spielglück gefehlt. Vor allem müssen wir es wieder schaffen, über die volle Distanz von 90 Minuten unsere Leistung abzurufen. Immerhin war unser Gesicht ein völlig anderes als noch beim schwachen Heimspiel gegen Fulda.“

Tolle Choreographie: Die KSV-Fans hatten sich zum Derby etwas Besonderes einfallen lassen.
Tolle Choreographie: Die KSV-Fans hatten sich zum Derby etwas Besonderes einfallen lassen. © Fischer, Andreas

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