Acht Spiele, sieben Mal auswärts 

Die lange Auswärtsreise des KSV Hessen Kassel: In 43 Tagen durch das Land

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In nächster Zeit viel unterwegs: KSV-Mittelfeldspieler Adrian Bravo Sanchez ist mit den Löwen ab sofort auf einer Auswärtstour. Von den kommenden acht Partien finden sieben auswärts statt. 

Kassel. Türen auf. Einsteigen. Türen zu. Losfahren. Türen auf. Aussteigen. Türen zu. Spielen. Und dann wieder zurück. Der KSV Hessen Kassel muss in den kommenden Wochen viel reisen.

So sehen die kommenden Wochen für den Fußball-Hessenligisten KSV Hessen Kassel aus. Von den nächsten acht Partien müssen die Löwen sieben Mal auswärts ran. In 43 Tagen legen sie so 1783,2 Kilometer zurück – falls sie jeweils die kürzeste Strecke zum Spielort wählen und am Auestadion in Kassel starten. Da der KSV auch schon zum Auftakt in Lohfelden antrat, sind es am Ende sogar acht Auswärtsspiele bei neun Partien. Eine solche Serie gab es wohl noch nie.

Grund dafür ist die Konzertreihe im Auestadion, nach der nun ein neuer Rollrasen verlegt werden muss. Es dauert, bis dieser bespielbar ist. Die Löwen mussten also selbst darum bitten, zunächst öfter auswärts antreten zu dürfen.

Konkret sieht es so aus, dass der KSV am kommenden Wochenende in Allendorf gegen den FC Ederbergland antritt (insgesamt 173,4 Kilometer). Anschließend geht es nach Neu-Isenburg (388 km), Eddersheim (384 km) und Hünfeld (198,8 km), bevor das erste Heimspiel gegen Lohfelden ansteht. Doch der Abstecher ins Auestadion am 24. August bleibt nur ein kurzer Besuch. Danach geht es wieder dreimal in fremde Stadien: nach Gießen (228 km), Baunatal (23 km) und Alzenau (388 km).

Die Löwen lernen Hessen in diesen Wochen so richtig kennen – vom Westen (Allendorf) über den Osten (Hünfeld) bis in den Süden (Neu-Isenburg, Alzenau und Eddersheim). Auch in der Mitte legen sie einen Stopp ein (Gießen). Und den Norden kennen sie ohnehin gut mit Baunatal und dem eigenen Stadion.

Trainer Tobias Cramer möchte wegen der vielen Auswärtsspiele am Stück erst gar keine Diskussion aufkommen lassen. „Das ist für uns kein Thema. Von solchen Gedanken lassen wir uns nicht die Energie rauben“, sagt er. Sollte es mal nicht so gut laufen, sei das keine Ausrede.

Sein Kapitän Frederic Brill sieht es zumindest als Schwächung an, so oft in Folge auswärts antreten zu müssen. „Klar beeinflusst das auch ein wenig den Verlauf einer Saison. Wir müssen sehen, dass wir so viel wie möglich mitnehmen aus diesen Spielen und nichts liegenlassen“, sagt Brill.

Zumindest mit Gießen und Alzenau sind auch zwei Topteams der Hessenliga in diese Auswärtstour des KSV Hessen Kassel verwickelt. Nach Gießen geht es nach der kurzen Erholung im Auestadion am siebten Spieltag. Bayern Alzenau wartet dann zum Abschluss der Reise am neunten Spieltag.

Vergleichbare Serien an Auswärtsspielen kennt man wohl sonst nur aus dem US-amerikanischen Basketball. Wegen der teilweise weiten Flüge zwischen den einzelnen Spielorten wird der Spielplan so konzipiert, dass Teams manchmal gleich vier oder fünf Partien in fremden Hallen bestreiten, um nicht jedes Mal hin und her fliegen zu müssen.

Übrigens: Wer jetzt denkt, dass der KSV diesen Spielplan vielleicht extra angefordert hat, um seinem neuen Trikotsponsor Schauinsland-Reisen gleich eine ordentliche Aufgabe zu geben, der irrt sich. Die Auswärtstour stand schon vorher fest. Und mit dem Flugzeug aus Calden wird zumindest eine Landung in Allendorf, Gießen, Hünfeld und Baunatal schwierig. Eddersheim, Neu-Isenburg und Alzenau sind aus Frankfurt dagegen schnell erreichbar.

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