KSV: Offener Brief des Hauptsponsors VW warnt vor Konsequenzen

Kassel. Nach den Turbulenzen der vergangenen Tage und sogar Wochen beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel hat sich jetzt Hauptsponsor VW zu Wort gemeldet – mit einem offenen Brief, der am Dienstagabend auf der Internetseite des KSV Hessen veröffentlicht worden ist.

Darin heißt es gleich im ersten Satz: „Die Vorfälle nach dem letzten Heimspiel haben uns erschüttert, und wir denken sehr ernsthaft über Konsequenzen nach.“

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Als unglaublich wird anschließend bezeichnet, dass die Mannschaft während des Heimspiels am vergangenen Freitag gegen Pfullendorf angepöbelt worden ist, dass Trainer Christian Hock eine Morddrohung erhalten hat, dass Aufsichtsrat und Vorstand mit körperlicher Gewalt bedroht werden, und dass Polizisten und andere Rettungskräfte angegriffen worden sind.

Hier geht es zum offenen Brief auf der KSV-Homepage

Wörtlich heißt es: „Dieses Verhalten einiger weniger hat nichts mit Sport und schon gar nichts mit Respekt zu tun. Wenn dies das Gesicht des KSV ist, das die Mehrheit der Fans will, ist es nicht mehr unser Verein, mit allen Konsequenzen.“ Und weiter: „Wir werden einem solchen Kesseltreiben nicht mehr lange zusehen.“

Für VW stehen jetzt alle auf dem Prüfstand, wie es in dem Brief heißt. Im einzelnen:

• „Vorstand und Aufsichtsrat, mit denen wir gemeinsam ein Konzept entwickelt haben, um Konsequenzen aus dem dreimaligen Scheitern zu ziehen. Wir erwarten das Zurückstellen jeglicher persönlicher Eitelkeiten.“

• „Die sogenannten Fans, die Gewalt androhen, die dem Sport, dem Ansehen des Vereins und auch unserem Ruf als Sponsor mehr schaden, als die Mannschaft jemals mit Niederlagen schaden kann.“

• „Mannschaft, Trainer und sportliche Leitung, die jetzt erst recht diszipliniert zusammenstehen müssen, sich von nichts unter Druck setzen lassen dürfen als dem eigenen Anspruch auf bessere Leistungen und Ergebnisse. Dafür erwarten wir weiterhin eure Leidenschaft und vollen Einsatz, von jedem einzelnen.“

Der Brief schließt mit den Worten: „Wenn Nordhessen Spitzenfußball aufbauen will und dazu starke Partner braucht, sollten sich alle, die Verantwortung verspüren, besinnen. Wir wollen sie weiter wahrnehmen, aber nicht bedingungslos.“ Unterzeichnet hat unter anderem Hans Watermeier, der für VW im Aufsichtsrat beim KSV sitzt, und Jürgen Stumpf, Betriebsratsvorsitzender des VW-Werkes Kassel in Baunatal und Botschafter des KSV. (hag)

Rubriklistenbild: © dpa

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