Trainer erhält keinen neuen Vertrag

Ära Wolf ist beim KSV beendet

Uwe Wolf

Kassel. Das Pokerspiel um Uwe Wolf ist beendet. Der Trainer wird in Zukunft nicht mehr auf der Bank des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel sitzen. Der Verein und der 45-Jährige sind sich bei den Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung nicht einig geworden.

Damit endet die Ära Wolf bei den Löwen nach anderthalb Spielzeiten – im Januar 2012 hatte er seine Arbeit begonnen.

In einer Pressemitteilung erklärten Vorstand und Aufsichtsrat: „Wir danken Uwe Wolf für die sportlich erfolgreiche Zeit mit dem Gewinn der Meisterschaft in der Regionalliga Südwest und dem Erreichen der Relegation gegen Holstein Kiel.“ Zitiert werden die Vorstandsmitglieder Jens Rose, Claus Schäfer und Wolfgang Linnenbrink. Zu den Punkten, an denen die Verhandlungen scheiterten, äußern sie sich nicht.

Aktualisiert um 20 Uhr

Nach dem verpassten Aufstieg der Löwen in die Dritte Liga lag dem 45-Jährigen ein Angebot zur Vertragsverlängerung vor. Bis Donnerstagabend hatte es kein Ergebnis gegeben – da tagten Vorstand und Aufsichtsrat erstmals.

Freitagnachmittag kamen die KSV-Gremien dann noch einmal zusammen und entschieden, dass sie die nächste Saison ohne Wolf bestreiten werden. Nach Informationen unserer Zeitung wäre der Trainer geblieben – aber nur zu gewissen Bedingungen.

Knackpunkt der Verhandlungen war wohl in erster Liner, dass Wolf den eingeschlagenen Konsolidierungskurs nicht mitgehen will. Der KSV ist zum Sparen verdammt. Wolf hatte hingegen noch am Sonntag gefordert, dass er sich immer verbessern wolle. Mannschaft und Umfeld müssten so aufgestellt sein, dass der Aufstieg im kommenden Jahr zu realisieren sei. Hinzu kommt, dass der Trainer längst nicht mehr den besten Draht zu den Gremien besaß – schließlich hatte er bereits öffentlich den Aufsichtsrat zum Rücktritt aufgefordert oder bei Auswärtsspielen das Fehlen von Vorstandsmitgliedern angeprangert.

Wolf selbst war am Freitag nicht zu erreichen. Er weilt im Urlaub auf Sizilien. „Wir werden jetzt intensive Gespräche mit Kandidaten führen“, teilte der Verein zur Nachfolger-Suche mit. Natürlich fallen die Namen zweier Ex-Trainer: Mirko Dickhaut und Matthias Hamann. Dickhaut trainiert die Reserve und ist seit März Fußball-Lehrer. Er ist offenbar aber keine Option. Anders sieht das bei Hamann, dem letzten Aufstiegstrainer des KSV, aus. Er pflegt noch enge Kontakte, ihm traut man vor allem konzeptionelle Arbeit zu. Hamann steht aber in Diensten von US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann. Im Vorfeld der WM dürfte dies der attraktivere Job sein.

Von Frank Ziemke und Robin Lipke

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