Heute Abstiegskracher in Koblenz, 14 Uhr

KSV-Mittelfeldspieler Adrian Bravo Sanchez im Interview: „Wir haben das Glück wieder“

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Seine typische Geste: So jubelt Adrian Bravo Sanchez, wenn er ein Tor erzielt hat. Hier hat er gerade im Heimspiel gegen die Stuttgarter Kickers getroffen. 

Kassel. Er ist einer der Dauerbrenner und Leistungsträger beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel: Mittelfeldspieler Adrian Bravo Sanchez verpasste in dieser Saison nur eine Partie – in Mannheim wegen einer Gelbsperre.

Mehr Minuten absolvierten in dieser Spielzeit nur Torwart Niklas Hartmann und Rechtsverteidiger Sergej Schmik. Vor dem Abstiegskracher heute in Koblenz (Liveticker ab 14 Uhr) sprachen wir mit dem 24-Jährigen über den andauernden Druck, die Stimmung im Team und das Ergebnis.

Herr Bravo Sanchez, wie gut schlafen Sie vor so einer wichtigen Partie wie in Koblenz?

Adrian Bravo Sanchez:Ich bin vor jedem Spiel angespannt. Momentan läuft es aber gut, da ist dann auch Vorfreude dabei. Wenn wir zuhause spielen, kommen mehr Zuschauer. Ich persönlich bin da schon immer ein bisschen zappelig. Meine Freundin sagt mir das jedes Mal. Ich laufe dann in der Wohnung hoch und runter, bis es losgeht.

Nicht nur Sie, sondern die gesamte Mannschaft spielt seit Wochen unter Druck: Wenn eine Partie verloren gehen sollte, dann ist das gleich ein großer Rückschlag. Wie gehen Sie damit um?

Bravo Sanchez:Ich habe die Situation immer im Hinterkopf. Als wir so lange nicht gewonnen haben, da war ich mental schon angeschlagen. Ich habe mich gefragt: Was ist denn hier los? Man hat uns die Situation auf dem Feld angesehen. Man hat gespürt, dass der Mannschaft das Selbstvertrauen fehlt. Das ist jetzt aber zurück.

Trotz dieser Serie hat der Verein an Trainer Tobias Cramer festgehalten. Wie wichtig ist er für das Team?

Bravo Sanchez:Das Trainerteam insgesamt hat diese Situation gut aufgefangen, der Trainer selbst hat den Druck von uns genommen. Natürlich wurde in dieser Phase die Tonart auch mal rauer, wenn wir nicht gut gespielt haben. Aber er hat immer an die Mannschaft geglaubt. Deswegen ist er noch hier.

Aber auch die Fans haben uns extrem geholfen. Die haben uns nie ausgepfiffen – auch wenn das nach so einer Serie ohne Sieg ihr gutes Recht gewesen wäre.

Was läuft in diesem Jahr anders, besser als 2017?

Bravo Sanchez:Der Unterschied ist: Wir haben das Spielglück wieder. In der Hinrunde hatten wir das nicht. Da haben wir dann noch einen unberechtigten Elfmeter gegen uns bekommen und verloren. Jetzt fällt uns der Ball vor die Füße, und wir machen das entscheidende Tor. Es sind oft Kleinigkeiten. Die haben gefehlt. Jetzt passiert uns mal ein Fehler, und wir kassieren nicht gleich das Gegentor. Das gibt Selbstvertrauen.

Verändert sich das Leben, wenn man die ganze Saison im Abstiegskampf steckt?

Bravo Sanchez: Ich habe mehr für mich selbst gemacht. Wenn wir kurz vor Saisonende auf Platz acht stehen, dann geht man es ganz natürlich ein bisschen ruhiger an. So war ich die ganze Zeit konzentriert, fokussiert. Ich war im Kraftraum, habe extrem auf meine Ernährung geachtet – damit ich fit bin.

Wie geht es heute aus?

Bravo Sanchez:Wir gewinnen 2:0.

Und warum schafft der KSV den Klassenerhalt?

Bravo Sanchez:Wir haben es uns verdient. Wir wollen den Fans und der Stadt eine Freude bereiten. Mir ist es ganz egal wie – auch wenn am Ende zwei aufsteigen. Der Klassenerhalt wäre einfach brutal wichtig.

Adrian Bravo Sanchez (24) wurde in Kassel geboren und spielte in der Jugend für den KSV Baunatal. 2012 wechselte er in den Herrenbereich zum FSC Lohfelden, seit 2016 ist er für den KSV Hessen aktiv. Bravo Sanchez ist vergeben. Sein Bruder Antonio steht beim TSV Lehnerz in der Hessenliga unter Vertrag.

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