KSV-Neuzugang Tim Welker war angetan von Cesars Kulturbeutel

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Fußball und Beruf im Blick: Tim Welker, Innenverteidiger des KSV Hessen.

Hennef. Wenn der Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel am Freitag ab 18.30 Uhr im Auestadion gegen Bundesliga-Absteiger SC Paderborn spielt, trifft Tim Welker auf alte Bekannte.

Der neue Innenverteidiger der Löwen spielte lange Zeit für die Ostwestfalen. Während des Trainingslagers in der Sportschule Hennef sprach der 21-Jährige im Interview über Busfahrten, sein Studium und ein Kartenspiel.

Tim Welker, Sie sind mit 13 Jahren nach Paderborn gewechselt. Welche Erinnerungen haben Sie an damals? 

Welker: Ich erinnere mich an eine anstrengende Zeit. Ich bin damals in Warburg zur Schule gegangen, die Trainingssachen hatte ich da schon immer dabei. Nach der Schule ging es mit dem Bus direkt nach Paderborn - eine Stunde Fahrt. Dort bin ich dann an der Bushaltestelle abgeholt worden. Nach dem Training ging es wieder zurück in meinen Heimatort Zierenberg. Ich war so erst um halb acht zu Hause - und musste noch Hausaufgaben machen. Das war manchmal schon ätzend. Im zweiten Jahr wurde es dann besser, weil es einen Fahrdienst gab.

Trotzdem haben Sie alles hinbekommen und in der Schule keine Probleme gehabt? 

Welker: Für die Schule musste ich Gott sei Dank nie so viel machen, das ist mir eher zugeflogen. Hätte es Probleme gegeben, wäre es auf Dauer nicht möglich gewesen, in Paderborn zu trainieren und für den SC zu spielen. Aber ich habe mein Abitur auch so gut hinbekommen.

Nach neun Jahren in Paderborn kehren Sie nun nach Kassel zurück. Warum? 

Welker: Es gab schon vor eineinhalb Jahren Kontakt mit André Schubert, der damals im Vorstand des KSV war. Aber eine Ausleihe ist da leider nicht zustandegekommen. Da mein Vertrag mit Paderborn nun ausgelaufen ist, konnte ich jetzt selbst entscheiden. Und ich wollte auf höherem Niveau spielen als mit der Paderborner U 23 in der Oberliga Westfalen.

Dabei haben Sie schon Einsätze für die erste Paderborner Mannschaft in der zweiten Liga absolviert. 

Welker: Ich hätte aber gern den einen oder anderen Einsatz mehr gehabt. So hatte ich zwei Kurzeinsätze beim FSV Frankfurt und in Köln. Das hat mich nicht wirklich zufrieden gestellt. Aber unter André Breitenreiter war die Konkurrenz zu groß. Auch wenn ich immer mit den Profis trainiert habe, fehlte das Gefühl der Zugehörigkeit. Außerdem wollte ich mir nicht noch ein Jahr leisten, in dem ich nicht zweigleisig fahre.

Das heißt: Der Wechsel nach Kassel war auch ein Schritt der Vernunft? 

Welker: Ja, alle meine Freunde aus Schulzeiten sind mittlerweile schon mitten im Studium oder machen ein Praktikum im Ausland. Da wollte ich nicht noch ein Jahr verlieren, indem ich nur auf den Fußball setze. Ich muss auch meine berufliche Zukunft im Blick haben. Deshalb beginne ich an der Uni Kassel nun ein Studium: Sport und Englisch auf Lehramt. Zugleich bietet mir der KSV die Möglichkeit, nicht im Profifußball, aber im Leistungsfußball aktiv zu sein. Das heißt: Es herrschen fast professionelle Bedingungen.

Wie sind die ersten Eindrücke im neuen Verein? 

Welker: Das Training findet auf einem sehr guten Niveau statt, es macht viel Spaß. Wir sind eine recht junge Mannschaft, die sich gut versteht. Das zeigt sich gerade auch hier im Trainingslager. Wir trainieren zusammen, wir gehen zusammen schwimmen und wir spielen gemeinsam Karten - ein russisches Kartenspiel.

Wer gewinnt da? 

Welker: Ich kann sagen, wer gestern verloren hat: Sqipon Bektashi.

Was verbinden Sie mit dem KSV Hessen? 

Welker: Ich war ja vor meiner Zeit in Paderborn schon beim KSV. Damals war ich begeistert von Julio Cesar. Ich fand es klasse, dass er immer nur mit einem Kulturbeutel zum Training gekommen ist. Damals war ich auch öfter Balljunge bei Spielen im Kasseler Auestadion. Insofern schließt sich jetzt ein Kreis für mich.

Was bedeutet das Testspiel gegen Paderborn für Sie? 

Welker: Es ist schon etwas Besonderes, gegen die alten Teamkollegen zu spielen. Noch besser hätte ich es aber gefunden, wenn wir gegen Paderborn im DFB-Pokal gespielt hätten.

Zur Person

Tim Welker (21) kommt aus Zierenberg. Er spielte früher für den KSV Baunatal und für den KSV Hessen, ehe er 2006 in die Nachwuchsabteilung des SC Paderborn wechselte. Für die erste Mannschaft der Ostwestfalen absolvierte er zwei Spiele in der zweiten Fußball-Bundesliga. In der Sommerpause kehrte der Innenverteidiger zu den Löwen zurück. Welker kommt aus einer Fußballfamilie, zu der ein älterer und ein jüngerer Bruder zählen. Seine Freundin heißt Angelina.

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