Dem Fußball-Regionalligisten gehen rund 200 000 Euro durch die Lappen

KSV nach dem Pokal-Aus: Planen ohne Finanzbonus

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Zu spät: Fußball-Regionalligist KSV Hessen ist im Pokal gescheitert. Als Trainer Uwe Wolf hier auf die Uhr schaut, steht der Endstand bereits fest.

Kassel. Von nun an ist wieder Alltag bei den Löwen. Und Alltag heißt beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel ab sofort vor allem: Planung!

„Von jetzt an gilt: voranmachen. Sonst sind die Spieler, die wir haben wollen, ganz schnell weg“, sagt Sportdirektor Rüdiger Abramczik nach dem 0:2 im Hessenpokal-Halbfinale gegen die Offenbacher Kickers. Die vom Drittligisten zerstörte Hoffnung, erneut die Hauptrunde erreichen zu können, macht die Suche nicht gerade leichter – schließlich wären die zu erwartenden Einnahmen ein schönes Zubrot gewesen.

„Das fehlt uns natürlich in der Kasse“, sagt Abramczik. Vorstandsmitglied Jens Rose erklärt: „Ein Weiterkommen wäre finanziell ein schöner Bonus gewesen: rund 200 000 Euro zusätzlich, die der Mannschaft zugute gekommen wären.“ Nun also müssen die Löwen haushalten – was die Planungen nicht erleichtert.

Neuer Umbruch

Denn dass ein erneuter Umbruch – nicht der erste in den letzten Jahren – Not tut, wurde auch gegen Offenbach deutlich. Die Mannschaft raffte sich zwar rund um die Pause zu einer engagierten Leistung auf, letztlich war eine starke halbe Stunde aber zu wenig, um den Favoriten ernsthaft gefährden zu können. Vor allem aber die erste halbe Stunde, in der die Gäste die Partie komplett dominierten und deutlich höher als 1:0 (Hayer, 19.) hätten führen können, bot Anlass zu Kritik. „Mal ehrlich: Ich hatte mehr erwartet. Man muss an seine Chance glauben. Stattdessen haben wir den Anfang verschlafen“, ärgert sich Abramczik. Trainer Uwe Wolf sah das ähnlich: „Anfangs fehlte die Leidenschaft, die ich erwarte in solch einem Spiel. Da musste ich an der Seitenlinie die Ärmel hochkrempeln.“

Wolfs Weckruf wirkte auch – allerdings kann ein solcher Auftritt des Trainers an der Seitenlinie nur Ausnahme sein, sonst droht er in Zukunft mehr Zeit auf der Tribüne als an der Linie zu verbringen. Gegen die Kickers war Wolf einige Male weit entfernt von seiner Coaching-Zone zu finden, einmal sogar mitten auf dem Platz. In einer anderen Szene hielt er den Ball unter dem Arm und gab lautstark Anweisungen, obwohl Offenbach eigentlich Einwurf hatte.

Bei seinen Spielern aber kam das Signal an, Wolfs Engagement übertrug sich. „Danach konnte ich mich mit meiner Mannschaft identifizieren“, sagt der Trainer. Was aber blieb, waren spielerische Defizite. „Es war zu sehen: Da fehlt auch spielerische Klasse“, stellt Wolf fest. Jens Rose ergänzt: „Spieltechnisch haben wir große Mängel.“

So kommt also viel Arbeit zu auf die Löwen und ihren Sportlichen Leiter Rüdiger Abramczik. Vor allem die Suche nach spielstarken Verstärkungen für die Offensive dürfte Priorität haben. 200 000 Euro zusätzlich wären da sicher eine Hilfe gewesen. So aber müssen die Löwen einen neuen Anlauf im kommenden Jahr nehmen.

Von Frank Ziemke

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