Hessen Kassel verliert nach früher Führung noch gegen Koblenz

Das KSV-Spiel im Schnellcheck: 1:2 – keine Punkte am Ostermontag

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Kassel. Kein Fußballfest am Ostermontag für den Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel. Trotz einer frühen Führung verloren die Gastgeber das TV-Spiel gegen die TuS Koblenz mit 1:2 (1:0) und verpassten so den Sprung auf Platz sechs. Der Schnellcheck:

Wie war das Spiel im Auestadion?

Wir geben dem Duell mal einen Namen und nennen es „Spitzenspiel im Mittelfeld“. Schließlich empfing der Siebte den Sechsten. Und es war dann auch eine ansehnliche Auseinandersetzung. Nach der frühen Führung durch einen direkt verwandelten Freistoß von Sascha Korb (2.) war die Rollenverteilung klar: Koblenz musste offensiver agieren, Kassel verteidigte gewohnt konsequent.

Was aber nicht heißt, dass die Gastgeber nicht auch die Offensive suchten. Lucas Albrecht hatte das 2:0 auf dem Fuß, als er nach einer Ecke von Adrian Bravo Sanchez knapp vorbeischoss (36.), bei einem schönen Konter verpasste Sebastian Schmeer den Pass auf Tobi Damm (39.).

Doch auch die Gäste kamen zu Möglichkeiten. Bei der besten klärte Torhüter Niklas Hartmann mit einer schönen Flugeinlage gegen Bozics Schuss von halbrechts (38).

Insgesamt war die Führung der Gastgeber zur Pause verdient. Als der KSV zu passiv aus der Kabine kam, traf Antonaci per Kopf nach Glockners Flanke zum 1:1 (58.). Die Löwen nahmen aber sofort wieder Fahrt auf. Vor allem bei zwei weiteren Freistößen Korbs (61. und 64.) fehlte nicht viel zur erneuten Führung. Stattdessen fiel das 2:1 auf der Gegenseite. Lahn kam nach einem Solo zwar zum Schuss, wurde dabei aber gefoult. Glockner verwandelte den Elfmeter souverän (70.). Nach diesem Schock ging bei den Löwen nicht mehr viel. So blieb es bei einer etwas unglücklichen Niederlage. Ein Unentschieden hätte dem Spiel eher entsprochen.

KSV gegen Koblenz

Gab es in der Partie trotzdem einen besonderen Moment?

Das kann man wohl sagen. Zehn Minuten lang passierte auf dem Platz noch nicht so viel. Und in der Ostkurve, dort wo die Löwen-Anhänger stehen, war die Stimmung verhalten. In der 10. Minute aber, da kamen die Kasseler Ultras in ihren Block. Und als ob es mit der Mannschaft abgesprochen wäre: 90 Sekunden später fiel das 1:0. Und es fiel nicht irgendwie. In der Vorschau auf die Partie hatte unsere Zeitung an die Traumtore erinnert, die in dieser Saison im Auestadion bereits gefallen waren.

Der Freistoß von Sascha Korb war zumindest sehr sehenswert. Und sehr überraschend. Der Mittelfeld-Spieler führte ihn von halblinks außerhalb des Strafraums aus. Eigentlich nicht die Position für einen direkten Versuch. Doch Korb zog direkt auf das Tor, die Flugbahn des Balles wurde länger und länger. Über Torhüter Sebastian Patzler hinweg schlug das Leder im hinteren Winkel ein. Wir sparen uns jetzt mal die Frage, ob das auch ein Patzer von Patzler war. Und sagen: Tolles Tor von Korb!

Wir war die Stimmung zwischen KSV und Koblenz, zwei Vereinen mit Tradition?

Sagen wir mal so: Die Fans beider Klubs scheinen sich jetzt nicht soooo gut leiden zu können. In der Nacht zu Freitag war die Geschäftsstelle der TuS mit obzönen Sprüchen beschmiert worden. Die Koblenzer machen dafür Kasseler Fans verantwortlich. In den Kurven – rund 150 Anhänger der Gäste waren da – gab es gegenseitige Schmähungen in Gesängen und auf Bannern. Aber eben auch viel Unterstützung für die eigenen Teams, sodass die Stimmung im Stadion TV-würdig war.

Und wie war die Übertragung im TV?

Insgesamt gelungen, auch wenn sie mit vier Minuten Verspätung begann, weil Sport1 zuvor noch schnell die Pokalübergabe an den Deutschen Eishockeymeister München übertragen wollte. Putzig: Moderatorin Nele Schenker schickte die Glückwünsche nach Leipzig – der dortige Fußballklub hat ebenfalls den Hauptsponsor Red Bull. „Ich bin halt eine Fußball-Birne“, entschuldigte sie sich. Kann passieren. Ansonsten kommentierte Jan Platte solide und wartete mit Infos auf wie: „Steven Rakk ist ein Juwel aus der eigenen Akadamie.“ Zudem sorgten Interviews mit KSV-Größen Holger Brück und Hans Wulf für Abwechslung. Kurzum: Kassel im TV, das machte bis auf das Ergebnis Spaß.

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