Nacht in Uniklinik Frankfurt verbracht

KSV-Spieler Friedrich nach Zusammenbruch in stabilem Zustand

Offenbach. Steffen Friedrich vom Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel befindet sich nach seinem Zusammenbruch in einem stabilen Zustand. Die Nacht hat er in der Uniklinik Frankfurt verbracht.

Aktualisiert um 14.55 Uhr

Das berichtet KSV-Pressesprecher Torsten Pfennig. Friedrich war während des Hessenpokal-Halbfinals der Löwen gegen die  Offenbacher Kickers zusammengeklappt – auf der Tribüne des Offenbacher Stadions auf dem Bieberer Berg. Der Zwischenfall ereignete sich nach der Verlängerung und vor dem Elfmeterschießen. „Auf dem Rasen haben wir gehört, dass jemand nach einem Arzt gerufen hat. Wir haben dann dorthin geschaut, wo eine gewisse Aufregung herrschte“, sagt Pfennig, der während der kurzen Pause vor dem Elfmeterschießen bei den Spielern auf dem Feld stand.

Der Blick ging Richtung Tribüne – dorthin, wo die verletzten Spieler des KSV die Partie verfolgten. „Uns war schnell klar, dass Steffen Friedrich umgekippt sein muss.“ Das hat mit der Vergangenheit zu tun. Seit dem vergangenen Sommer ist es schließlich mehrfach zu brenzligen Situationen gekommen: Vor dem Pokalspiel gegen Hannover 96 Anfang August 2015 sackt Friedrich im Training plötzlich zusammen – Probleme mit dem Kreislauf, heißt es. Der 21-Jährige wird gründlich untersucht, ist bald wieder bei der Mannschaft und erkämpft sich einen Stammplatz. Während des Ligaspiels in Offenbach am 1. Dezember treten die alten Probleme aber wieder auf. Friedrich sinkt Mitte der zweiten Halbzeit benommen zu Boden, wird ausgewechselt. Immerhin bekommt er kurz danach eine Diagnose. Sie liefert ein Stick, den der Fußballer seit den Vorkommnissen im Sommer in der Brust trägt und der Daten aufzeichnet.

Die Diagnose lautet: Herz-Rhythmus-Störungen, die auftreten können, wenn er Leistungssport betreibt. Friedrich muss wieder aussetzen. Das Problem: Danach kommt es zu einem weiteren Zusammenbruch, obwohl er zu dieser Zeit keinen Sport treibt. Dabei soll auch der Defibrilator zum Einsatz gekommen sein, den Friedrich stets bei sich trägt. Die ursprüngliche Diagnose wird verworfen. Nun soll von einer Herzmuskelentzündung die Rede sein. Jetzt also der Zwischenfall in Offenbach – an jenem Ort, an dem Friedrich sein letztes Spiel bestritt. Noch in der Halbzeit der regulären Spielzeit steht er beim Audio-Livestream der HNA Rede und Antwort, berichtet über seine Situation und dass es ihm ganz gut gehe.

 Eine Stunde später dann der Rückschlag. Internist Dr. Thomas Krause, der bei vielen Spielen des KSV als Arzt auf der Bank sitzt, eilt auf die Tribüne, leistet Hilfe. Mit dem Rettungswagen geht es in die Klinik. Das Elfmeterschießen steht da noch an. Keine leichte Situation auch für die KSV-Spieler, wie Trainer Matthias Mink nachher bemerkt. „Wir haben gesagt: Konzentriert euch auf das Elfmeterschießen“, sagt Torsten Pfennig. „Aber natürlich war das alles sehr grenzwertig.“

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