Sieben Spiele plus Bewährung

Nach Intim-Foul: KSV-Stürmer Bektashi bis Dezember gesperrt

Shqipon Bektashi

KSV-Stürmer Shqipon Bektashi ist für sieben Regionalliga-Spiele gesperrt worden. „Dieses harte Strafmaß ist die Ausnahme in unserer Arbeit", heißt es von Seiten des Sportgerichts.

Kassel. „Eine solche Szene gehört nicht auf den Fußballplatz.“ Sagte KSV-Trainer Matthias Mink nach dem 0:2 gegen Eintracht Trier und ahnte wohl schon, das da noch etwas nachkommen würde. Nach dem Griff in die Weichteile seines Gegenspielers Benedikt Koep hat nun das Sportgericht der Regionalliga Südwest das Urteil gegen den Löwen-Torjäger Shqipon Bektashi gefällt.

Aktualisiert um 15.45 Uhr

Der 25-Jährige erhielt sieben Spiele Sperre und darf erst am 5. Dezember gegen die Reserve des SC Freiburg wieder mitwirken. Nach zwei Platzverweisen in der Regionalliga Süd (einmal Gelb-Rot, einmal Rot) und sieben in der Regionalliga Südwest (viermal Gelb-Rot, dreimal Rot) ist es bereits der zehnte Platzverweis für Bektashi in seiner Karriere - wenn auch nachträglich. Unberührt von dieser Entscheidung bleiben die Spiele im Hessenpokal.

„Das war aus unserer Sicht zu erwarten, und wir haben damit gerechnet, dass Shqipon Bektashi im Jahr 2015 nicht mehr allzu viele Ligaspiele bestreiten würde. Der Verein hat die Strafe akzeptiert“, sagte KSV-Geschäftsstellenleiter und Pressesprecher Torsten Pfennig. Bektashi selbst war am Freitagmittag nicht zu erreichen. Erschwerend kommt für den Torgaranten der Löwen hinzu, dass er neben der Spielsperre auch noch eine Bewährungsstrafe erhielt. Sollte er sich in den nächsten zwei Jahren etwas zu Schulden kommen lassen, würde er automatisch fünf weitere Partien zuschauen müssen.

„Dieses harte Strafmaß insgesamt ist schon die Ausnahme in unserer Arbeit. Aber wir haben es hier mit einem Spieler zu tun, der in den für die Urteilsfindung relevanten vergangenen beiden Spielzeiten bereits auffällig gewesen ist“, sagte der Vorsitzende des Sportgerichts, Andreas Pitz, zur Urteilsbegründung.

Aber nicht nur dieser Tatbestand war ausschlaggebend. „Es handelt sich um eine Tätlichkeit mit Verletzungsfolge. Erschwerend kommt hinzu, dass der Spieler daraufhin ausgewechselt werden musste und sich weiterhin in ärztlicher Behandlung befindet. Das ist keine Lappalie“, so Pitz weiter. Normalerweise seien für eine Tätlichkeit drei bis fünf Spiele Sperre vorgesehen, sagt Pitz: „Da wir auf den Fernsehbildern aber nicht ausmachen konnten, dass es zuvor schon Provokationen zwischen beiden Spielern gegeben hat, konnten wir diesen Aspekt auch nicht strafmildernd berücksichtigen.“

Wer an lange Sperren in der Regionalliga Südwest denkt, der braucht sich nur gut ein Jahr zurückerinnern. Auch damals war der KSV Hessen involviert. Nach der 1:2-Niederlage gegen Zweibrücken hatte Gäste-Spieler Philip Roller Löwen-Torwart Kevin Rauhut per Faustschlag niedergestreckt. Roller wurde daraufhin sogar drei Monate gesperrt – und zwar für alle Spiele in dieser Zeit.

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