KSV-Trainer Jörn Großkopf: „Bevorzuge spielerische Lösung“

Kassel. Seine Arbeit hat begonnen: Seit Dienstag ist Trainer Jörn Großkopf in Diensten des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel. Im Interview schildert er seine Vorstellungen.

Herr Großkopf, Sie haben neun Jahre beim FC St. Pauli gearbeitet - wenn auch nicht am Stück. Was nehmen Sie mit aus dieser Zeit?

Großkopf: Jede Menge Erfahrung - gerade was den Umgang mit jungen Leuten betrifft. Ansonsten wird da nicht groß anders trainiert als anderswo.

Während Ihres Engagements bei St. Pauli waren zeitweise die Nordhessen André Schubert und Jan-Moritz Lichte Trainer der ersten Mannschaft dort. Haben Sie die beiden kontaktiert, bevor Sie zum KSV Hessen gegangen sind?

Großkopf: Mit André Schubert habe ich gesprochen. Mit ihm pflege ich ein anständiges Verhältnis. Was er mir über Kassel und den KSV erzählt hat, behalte ich aber für mich. Letztlich muss und will ich mir auch in erster Linie selbst ein Bild machen, auch wenn ich mich natürlich umfangreich über den Klub informiert habe. Ich wäre ja auch dumm, wenn ich die vorhandenden Kontakte nicht nutzen würde.

Zu welchem Ergebnis sind Sie nach Ihren Recherche gelangt?

Großkopf: Dass eine kleine Umstrukturierung stattfindet. Der Verein will mehr auf den Nachwuchs setzen. Das entspricht auch meiner Vorstellung. Die jungen Spieler müssen stärker eingebunden werden. Von der U 17 über die U 19 und U 21 bis hin zur Regionalligamannschaft sollten alle dieselbe Ausrichtung haben. Insofern sollte der Klub einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen.

Auf welchen Positionen wird es Verstärkungen geben?

Großkopf: Ich will auf alle Fälle, dass jede Position doppelt besetzt ist. In der vergangenen Saison haben zum Beispiel beide Innenverteidiger fast alle Spiele bestritten. Was ist, wenn da mal einer ausfällt? Hier müssen wir ansetzen. Das soll einhergehen mit einer Verjüngung des Kaders.

Der dann für attraktiven Fußball stehen soll...

Großkopf: Ich bevorzuge die spielerische Lösung, ganz klar. Es darf nicht sein, dass sich im vorderen Drittel des Platzes kaum etwas abspielt. Das lange Holz gehört auch mal dazu, aber es soll nicht die Regel sein.

Wir haben am Anfang über die Dramen des Fußballs gesprochen. Auch der KSV kann ein Lied davon singen. Halten Sie den Modus der Regionalliga für richtig?

Großkopf: Das Konzept des Deutschen Fußball-Bundes erschwert den Weg in die Dritte Liga. Ich halte das für eine Katastrophe, dass der Erste einer Regionalliga nicht automatisch aufsteigt. Aber wir müssen damit leben.

Wie schätzen Sie die Regionalliga Südwest ein?

Großkopf: Der Südwesten ist insgesamt wohl etwas stärker einzuschätzen als der Norden, wobei auch dort guter Fußball gespielt wird. Über die einzelnen Mannschaften muss ich mich aber erst noch genauer informieren.

Als Trainer einer zweiten Mannschaft standen Sie zuletzt nicht so im Rampenlicht. Beim KSV wird das anders sein.

Großkopf: Das mag sein. Ich habe auch schon eine Menge Reaktionen in den ersten Tagen erhalten – mehr als in Hamburg als Trainer der St.-Pauli-Reserve. Aber ich bin keiner, der unbedingt im Mittelpunkt stehen muss.

Bei den Reaktionen tauchte doch bestimmt die Frage öfter auf, ob Sie die Ahle Wurscht schon probiert haben, oder?

Großkopf: Ja, und ich habe sie auch schon probiert. Sie wurde mir vorgelegt. War lecker.

Von Frank Ziemke und Florian Hagemann

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