Gegen Astoria Walldorf

KSV spielt 1:1 im letzten Heimspiel – Überraschende Personalie vor Spielbeginn

Kassel. Der KSV Hessen Kassel hat beim (vorerst?) letzten Heimspiel in der Regionalliga ein Unentschieden geholt - und vor der Partie gegen Walldorf eine Überraschung verkündet.

Das Damoklesschwert der Finanzen schwebt weiterhin über dem Auestadion. Am Samstag stand das letzte Heimspiel der laufenden Saison für die Löwen an. Wie und in welcher Liga es nächste Saison weitergehen wird, ist noch offen. Gegen Astoria Walldorf gab es ein 1:1. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Gab es eine Überraschung im Auestadion?

Allerdings. Und was für eine. Vor dem Anpfiff verabschiedete Pressesprecherin Alexandra Berge die Spieler, die im nächsten Jahr nicht mehr für die Löwen auflaufen werden. Dass Henrik Giese nach Hamburg wechselt, war schon länger bekannt. Dass aber auch Kapitän Tobias Damm nicht mehr dabei sein wird – das war schon eine dicke Überraschung. Aber: Der 33-Jährige wird in der kommenden Saison als Co-Trainer Coach Tobias Cramer unterstützen. Zudem verlässt Ersatztorwart Piotr Gorczyca die Kasseler.

Wie machte sich Damm bei seinem letzten Auftritt in Kassel? 

So, wie der Kapitän es sich verdient hat. Seine Löwen lagen hinten, da kam der Ball in den Strafraum direkt zu ihm. Er setzte zum Kopfball an und drückte die Kugel mit Wucht zum Ausgleich über die Linie. Ein Tor im letzten Heimspiel seiner Karriere – solche Geschichten schreibt er halt, der Fußball. Als Damm in der 79. Minute den Platz verließ, wurde er mit stehenden Ovationen verabschiedet.

Wie war denn der letzte Auftritt vor heimischen Publikum in dieser Spielzeit?

Es ging zunächst verhalten los – entwickelte dann aber so richtig Tempo. Und das hatte damit zu tun, dass der KSV eigentlich besser ins Spiel fand – Walldorf aber in Führung ging. In der 14. Minute zirkelte Innenverteidiger Pascal Pellowski einen Freistoß aus 22 Metern in den rechten Winkel. Keine Chance für Torwart Niklas Hartmann. Das war aber der Startschuss für die Löwen, die sich unbedingt ordentlich verabschieden wollten. Und es führte eben zum Ausgleich durch Damm. In der Folge investierte der KSV sehr viel. Er wollte diese drei Punkte. Klar, im Hinterkopf ist ja auch noch eine drohende Planinsolvenz, bei der dem Klub am Saisonende neun Punkte abgezogen würden. Sollte das passieren, ist der Klassenerhalt noch nicht sicher. Und die Löwen hatten die besseren Chancen, um die Partie für sich zu entscheiden. Aber nicht nur Sergej Evljuskin scheiterte per Kopfball, der ganz knapp am linken Pfosten vorbeistrich (37.). So blieb es bei der Punkteteilung.

Gab es eine Gänsehautmoment?

Generell war die Stimmung richtig gut im Auestadion. Vor allem die Fans in der Nordkurve gaben richtig Gas. In der sechsten Minute forderten sie: „Steht auf, wenn ihr Kasseler seid.“ Und dann stand das Stadion, rief gemeinsam „KSV, KSV“ - während auf dem Feld nichts passierte. Fast wirkte es, als wollten auch die Spieler diesen Moment genießen.

Wie war die Stimmung sonst rund um die Partie?

Voll war das Stadion trotz alle Bemühungen und Aktionen der Fans bei weitem nicht. Und das lag nicht daran, dass die Gästekurve komplett leer blieb. 3336 Karten wurden verkauft. Nicht alle Käufer waren allerdings vor Ort. Vor dem Stadion wurden die T-Shirts mit der Aufschrift „Für KasSel unVerzichtbar“ am Löwen Fanmobil angeboten. Zusammen mit Buttons, Aufklebern und Sammeldosen. Und natürlich waren auch die Mitglieder des Blog 36 vor Ort, die mit ihrer Idee, Werbung für Betriebe zu singen, um diese als Sponsor zu verpflichten, bundesweit für Aufsehen gesorgt hatten. Sie mussten auf dem Weg in die Kurve für das ein oder andere Selfie stehen bleiben.

Vor den großen waren am Samstag aber auch die kleinen Löwen im Auestadion im Einsatz. Wie machten die sich?

Die F-Jugend des KSV Hessen stand im Endspiel um den Jugendcup von HNA und EAM. Gegner war der KSV Baunatal. Beide Mannschaften hatten sich in Vor- und Endrunde unter 80 Mannschaften durchgesetzt. Im Finale lieferten sie sich ein packendes Spiel. Die jungen Löwen setzten sich 4:2 durch.

Die Daten zum Spiel:

KSV Hessen: Hartmann – Schmik, Albrecht, Giese, Lorenzoni – Rakk (68. Brandner), Evljuskin, Brill, Korb – Bravo Sanchez (79. Dawid) – Damm (79. Sattorov)

Walldorf: Rennar – Kiermeier (88. Horn), Pellowski, Nyenty, Kizilyar – Hillenbrand, Polat, Kern, Meyer (61. Hellmann) – Carl, Groß (78. Solak) SR: Lehmann (Seitingen)

Zuschauer: 3336

Tore: 0:1 Pellowski (14.), 1:1 Damm (28.)

Gelbe Karten: Brill, Evljuskin - Kiermeier

Unentschieden im letzten Heimspiel gegen Walldorf: KSV spielt 1:1

Rubriklistenbild: © Archivfoto: Hedler

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