Liebling, Buhmann, Dauerbrenner: Der KSV Hessen in der Einzelkritik

Liebling und Buhmann in einer Person: Die Schlagzeilen der Saison gehörten Shqipon Bektashi. Foto: Hedler

Kassel. 19 Spieltage sind absolviert in der Fußball-Regionalliga, die Winterpause steht an für den KSV Hessen Kassel. Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen.

Welcher Spieler hat welchen Eindruck hinterlassen? Unsere Einzelkritik:

Torhüter

Kevin Rauhut (25 Jahre, 18 Einsätze): Einige Schnitzer hatte er im Programm, insgesamt aber ein sicherer Rückhalt mit tollen Reflexen auf der Linie, Stärken im direkten Duell und verbesserter Spieleröffnung.

Niklas Hartmann (26/1): Kam nur im letzten Spiel zum Einsatz und machte das souverän.

Abwehrspieler

Steffen Friedrich (21/7): Der große Pechvogel, dem Kreislaufprobleme immer wieder zu schaffen machten. Wenn er mal auf dem Platz stand, löste er seine Aufgabe solide. Im Spielaufbau ist aber noch Luft nach oben. Das Wichtigste aber: dass endlich geklärt wird, wo seine gesundheitlichen Probleme herrühren.

Henrik Giese (26/10): Begann als linker Außenverteidiger – und machte seine Sache sehr ordentlich. Wechselte dann in die Innenverteidigung – und machte seine Sache sehr ordentlich. Verletzte sich dann, dabei hätte er dem KSV häufig gutgetan: als Innenverteidiger oder Außenverteidiger.

Nicolai Lorenzoni (23/18): Der Neuzugang vom Chemnitzer FC ist auf der linken Abwehrseite kaum noch wegzudenken und fehlte in 18 Spielen nur ganze fünf Minuten. Er ist nicht nur defensiv stark, sondern sorgt auch mit seinen Vorstößen für gefährliche Aktionen in der Offensive. Schwächelte aber am Jahresende.

Nael Najjer (19/1): Bei seinem einzigen Auftritt gegen Bahlingen glücklos.

Nico Perrey (21/12): Spielt da, wo der Trainer ihn hinstellt. Ob im defensiven Mittelfeld oder in der Innenverteidigung. Erledigt seinen Job stets unauffällig zuverlässig.

Sergej Schmik (26/19/1 Tor): Der Dauerbrenner, der keine einzige Minute verpasste und zur Not sogar mit Gesichtsmaske spielte. Vor allem während der Festspielwochen drehte er als rechter Außenverteidiger auf. Ließ anschließend nach – wie fast alle.

Tino Schulze (23/2): Fand nach der Verpflichtung von Nicolai Lorenzoni kaum statt. Einer der Absteiger der Hinrunde.

Tim Welker (22/13): Kam aus Paderborn und wurde sofort eine Verstärkung. Der Innenverteidiger ist enorm abgeklärt und souverän. Zum Schluss leider verletzt.

Mittelfeldspieler

Tobias Becker (29/18/1 Tor): Der Kapitän ist der Organisator im Mittelfeld und wird für den KSV immer wichtiger. Er ist sicher der Spieler mit der besten taktischen Übersicht, der immer wieder Zweikämpfe in der Defensive gewinnt und somit gute Chancen der Gegner zunichte macht.

Frederic Brill (23/17): Ganz stark in der ersten Saisonhälfte. Als Abräumer vor oder fünfter Mann in der Abwehr. Und auch als erster Aufbauspieler. Baute am Ende auch verletzungsbedingt etwas ab.

Marco Dawid (21/8): Einmal in der Startelf, siebenmal eingewechselt – so richtig konnte er sein Talent noch nicht zeigen. Wartet weiter auf den Durchbruch bei den Löwen.

Sergej Evljuskin (27/14): Kam in der ersten Hälfte der Hinrunde nur zu Kurzeinsätzen, wurde dann stärker berücksichtigt. Ist im defensiven Mittelfeld nicht immer fehlerfrei, hat aber seine fußballerische Klasse häufig bewiesen. Dennis Lemke (26/9): Als er fast in Vergessenheit geriet, zauberte ihn Trainer Matthias Mink gegen Saarbrücken in die Startelf. Seitdem wieder stärker in der Verlosung, obwohl er kaum Akzente setzte.

Hasan Pepic (22/19/1 Tor): Hat vor allem in den Festspielwochen gezeigt, dass er im offensiven Mittelfeld viel kreative Qualität einbringen kann. Glänzte als Vorbereiter, darf aber in Sachen Torgefahr gern noch zulegen. Hatte zuletzt weniger Spielanteile.

Stürmer

Shqipon Bektashi (25/11/12 Tore): Vom Liebling zum Buhmann. Und wieder zurück? Schafft es in nur elf Spielen auf Platz eins der Torjägerliste. Sein Torinstinkt in der Anfangsphase der Saison war phänomenal. Dann kam das Spiel gegen Trier, der Fehlgriff in die Weichteile, die Sperre. Bektashi hat sich und der Mannschaft einen Bärendienst erwiesen. Nach der Sperre zeigte er gleich, wie wertvoll er sein kann, wenn er sich auf den Sport konzentriert. Traf fünf Minuten nach seiner Einwechslung.

Sylvano Comvalius (28/14/2 Tore): Kam als großer Hoffnungsträger  vom Drittligisten Dresden. Dann schoss Bektashi die Tore, die sich der KSV eigentlich von Comvalius versprach. Problem: Als Bektashi seine Sperre absaß, schoss keiner die Tore, die sich der KSV von Comvalius versprach, nicht mal Comvalius. Er hat nicht komplett enttäuscht, aber einer, der den Unterschied macht, ist er bisher nicht gewesen.

Tobias Damm (32/18): Das hört sich komisch an bei einem Offensivspieler, der kein Tor erzielt hat: Er hat kein schlechtes halbes Jahr hinter sich. Damm ackert, Damm rackert, nur beim Torabschluss hapert es. Am Ende fehlte das Selbstbewusstsein. Trotzdem: Sein Einsatz ist vorbildlich, wie sich auch beim 1:2 in Offenbach zeigte, als er in der Schlussphase sogar den Torwart gab. Dass bei ihm auch hinten die Null steht, gibt einen Pluspunkt.

Mike Feigenspan (20/19/3 Tore): Welch Talent er ist, bewies er bei seinem Tor zum 2:0 gegen Pirmasens. Feigenspan lief über fast den ganzen Platz und schloss gekonnt ab. Ein Spieler mit Wucht, der aber konstanter werden muss.

Benjamin Girth (23/10/2 Tore): Im letzten Jahr noch Top-Torjäger, diesmal meist von der Bank kommend. Weil er manchmal komplett untertaucht und in einigen Situationen das Tempo fehlt. Immerhin: Siegtor in Saarbrücken.

Sebastian Schmeer (28/6): Hat nach langer Verletzungspause den Anschluss noch nicht wieder geschafft.

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