Duelle gegen Frankfurt, Bremen, Hamburg und Bayern begeisterten die Zuschauer

Als die Löwen Beckenbauer ärgerten - Pokal-Spiele des KSV

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0:2 gegen Bremen: 1991 spielte Wynton Rufer (rechts) mit Werder im Auestadion. Der KSV mit Mario Deppe unterlag.

Kassel. Pokalknüller im Auestadion – diese Schlagzeile versetzt nun schon seit Jahrzehnten die Fußballfans in der Region in Aufbruchstimmung. Spannend ging es dabei fast immer zu, und auch Sensationen gab es zu bejubeln.

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So am Silvester-Tag 1966, als sich Erzrivale Eintracht Frankfurt im Auestadion vorstellte und durch Huberts und Solz standesgemäß 2:0 in Führung ging. Selbst das Anschlusstor durch Hans Alt kurz vor der Pause schien die Südhessen nicht zu beunruhigen. Umso böser dann ihr Erwachen aus dem Pokaltraum. Erneut Alt sowie Bernd Schmidt (2) und „Kuddel“ Schaub (2) verpassten dem Favoriten eine 2:6-Schlappe.

Gleich zu zwei denkwürdigen Pokalschlachten kam es danach zwischen den Löwen und Werder Bremen. Vor 25 000 Zuschauern war Kassel durch Schaub und Bernd Michel zweimal in Führung gegangen, die Ferner und Schimeczek aber ausglichen. Da nach 120 Minuten kein Sieger feststand wurde die Partie in Bremen wiederholt. Nachdem Nationalspieler Horst Höttges und Rolf Fritzsche (für den KSV) in der regulären Spielzeit getroffen hatten, sorgte Höttges in der erneuten Verlängerung per Freistoß für die Entscheidung. Die Klasseleistung der Löwen honorierte der Werder-Vorstand auf seine Art. Er holte die Kasseler Schaub, Bernd Schmidt und Torhüter Loweg gleich als Dreipack an die Weser.

Erst am 31. März 1991 kam es zum Wiedersehen der Kontrahenten im Pokal-Achtelfinale. Diesmal machte Werder im Auestadion kurzen Prozeß: Harttgen (32.) und Neubarth (36.) sorgten vor 21 000 Zuschauern für den 2:0-Sieg.

Sensationell war es im Januar 1965 zugegangen. Allerdings nur was die Zuschauerzahl anging. Vor dem Anpfiff der Pokal-Partie gegen den Hamburger SV strömten die Fans massenweise ins Auestadion. Schließlich sprengte der Andrang - es sollen 35 000 gewesen sein - das Marathon-Tor, und die Fans rückten bis an den Spielfeldrand vor. Mit Verspätung wurde das Spiel angepfiffen, das der HSV durch Treffer von Uwe Seeler (12.) und Charly Dörfel (57.) 2:0 gewann. Sogar „Kaiser“ Franz Beckenbauer wäre seine Pokal-Audienz im Auestadion beinahe schlecht bekommen. Das mit Nationalspielern gespickte Starensemble des FC Bayern München musste im Dezember 1970 bangen, denn Adler und Maciossek hatten vor 30 000 Zuschauern für die KSV-Führung gesorgt.

Doch der „Bomber der Nation“, Gerd Müller, nutzte zwei Abwehrschwächen – nichts war‘s mit der Sensation. Das Wiederholungsspiel in München (3:0) war dann nur noch eine Pflichtaufgabe für die Bayern. (wie)

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