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Löwen, das habt ihr euch verdient!

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Von: Maximilian Bülau, Torsten Kohlhaase

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Spieler, Betreuer und Verantwortliche des KSV Hessen Kassel.
So jubelt man nach einem Sieg in Offenbach: Spieler, Betreuer und Verantwortliche des KSV Hessen Kassel feiern den 1:0-Sieg beim hessischen Rivalen nach dem Abpfiff in der Kabine. © Stefan Franke/KSV Hessen Kassel

Die Bilanz ist wieder ausgeglichen. Nach dem 1:0-Sieg des KSV Hessen Kassel am Sonntag in der Fußball-Regionalliga Südwest bei Kickers Offenbach stehen in 35 Duellen 13 Siege für beide Teams in der Statistik.

Kassel/Offenbach – Dass dieser Erfolg der Löwen im Hessenderby aber etwas Besonderes ist, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. Den bis dahin letzten Sieg gegen den OFC gab es am 15. Oktober 2016 – mehr als fünf Jahre ist das her. In Offenbach gewann der KSV bis zum Sonntag erst zweimal: am 23. Oktober 1966 (4:3) und am 2. März 1985 (1:0). Dass nach Moritz Flothos Siegtreffer in der 71. Minute bereits in der Kurve gefeiert wurde ebenso wie nach dem Abpfiff mit den Fans und in der Kabine, ist da verständlich. Löwen, das habt ihr euch verdient!

Neben Flotho, der in seinem erst zweiten Hessenderby zum Helden wurde, stach vor allem Außenverteidiger Nael Najjar heraus. Der 25-Jährige spulte unglaublich viele Kilometer ab, war offensiv trotz des starken Gegenspielers Ronny Marcos ein Faktor und defensiv immer auf der Höhe. Mehrfach verhinderte ein Najjar-Sprint gefährliche Angriffe. „Er hatte Corona und ist jetzt wieder da, als wäre er nie weg gewesen. Seine Wege sind die, die wir brauchen“, lobte ihn auch KSV-Trainer Tobias Damm. Allerdings nicht nur ihn, sondern die gesamte Mannschaft, vor allem Einstellung und Mentalität.

Beim Siegtorschützen Flotho hielt sich Damm allerdings ein wenig zurück und meinte verschmitzt: „Der lässt sich jetzt erst mal feiern. Den müssen wir wieder einfangen.“ Aber nicht auf dem Rasen, wenn es um Punkte geht. Der 19-Jährige spielt sein erstes Jahr in der Regionalliga, ist mit fünf Treffern bester Löwen-Torschütze. Hinzu kommt: Wenn Flotho getroffen hat, ist der KSV immer als Sieger vom Platz gegangen. Najjar ist mit acht Vorlagen in dieser Statistik führend beim KSV, dazu erzielte er zwei Treffer. Und auch für Najjar gilt: War er an einem Tor beteiligt, haben die Löwen nie verloren (fünf Siege, zwei Remis).

Und wie hat Flotho selbst seine große Szene in der 71. Minute erlebt? „Es war einfach nur geil. Der Ball liegt direkt vor mir, ich reagiere am schnellsten und schieße ihn halt einfach rein. In einer so hitzigen Atmosphäre das entscheidende Tor zu machen, ist emotional echt krass“, sagte der Löwen-Stürmer, der die optische Überlegenheit der Gastgeber aber anerkannte. „Wir sind viel über den Kampf ins Spiel gekommen, und es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis wir uns belohnen“, sagte Flotho, der sich auf der Heimfahrt das „eine oder andere Bierchen“ genehmigen wollte.

Lukas Iksal durfte dann noch in der letzten Viertelstunde ran – und war begeistert von der Stimmung. „Das ist schon unbeschreiblich, vor dieser geilen Kulisse zu gewinnen. Von der ersten Minute an haben wir uns in dieses Spiel reingekämpft und waren am Ende eiskalt. Insgesamt haben wir auch brutal verteidigt“, sagte Iksal, der von Genugtuung sprach: „Nach den hohen Niederlagen in der Geistersaison war es wichtig, dass wir unseren Fans wieder etwas zurückgegeben haben. Außerdem haben wir den Offenbachern in dieser Saison Punkte weggenommen, die ihnen hoffentlich zum Aufstieg fehlen und uns auf einen einstelligen Tabellenplatz führen.“ (Maximilian Bülau und Torsten Kohlhaase)

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