KSV Hessen testet ab 19 Uhr beim Traditionsklub

Heutiger Löwen-Gegner Leipzig: Auch Matthäus spielte schon für Lok

13. Mai 2005: Lothar Matthäus im Trikot von Lok. Fotos:  dpa

Kassel. Dieses Duell klingt nach ganz viel Tradition: 1. FC Lokomotive Leipzig gegen KSV Hessen Kassel.

Wenn die Löwen heute (Mittwoch) ab 19 Uhr im Bruno-Plache-Stadion gegen den Oberligisten testen, dann werden Erinnerungen an glorreiche Zeiten des einstigen DDR-Vereins wach. Zuletzt musste der Klub aber auch immer wieder Rückschläge einstecken. Ein Blick auf die „Loksche“ im Wandel der Zeit:

Der bekannteste Vorgängerverein war der VfB Leipzig, der sich 1896 gründete. Nach etlichen Umbenennungen wurde am 20. Januar 1966 der 1. FC Lokomotive Leipzig aus der Taufe gehoben – als Trägerbetrieb fungierte die Deutsche Reichsbahn. Gegenüber dem Rivalen Chemie Leipzig galt Lok als priviligiert und beherbergte das Leistungszentrum. Die Mannschaft machte sich fortan einen Namen als unberechenbares Konterteam, das rauschenden Pokalnächten unter der Woche meist schwache Oberliga-Spiele am Wochenende folgen ließ. Vier DDR-Pokalsiegen und drei Finals standen nur drei Vizemeisterschaften gegenüber.

In den 70er und 80er Jahren trumpften die Sachsen vor allem international auf, absolvierten insgesamt 77 Europapokalspiele – nur Dresden und Jena bestritten mehr. Im Uefa-Cup scheiterte man 1974 erst im Halbfinale an Tottenham.

21. Januar 2015: Mario Basler wird Geschäftsführer Sport.

Die Sternstunde erlebte Lok dann 1987. Unter Trainer Hans-Ulrich Thomale, der von 1990 bis 1992 und 2004 Coach des KSV Hessen war, schaltete Leipzig zunächst im Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger Girondins Bordeaux aus. Vor inoffiziell 120 000 Zuschauern im Zentralstadion wurde Torwart René Müller zum Helden des Rückspiels, als er im Elfmeterschießen einen Strafstoß parierte und den entscheidenden Treffer zum 6:5 markierte. Das Finale, in dem Uwe Zötzsche, Olaf Marschall und der heutige Trainer Heiko Scholz mitwirkten, ging dann mit 0:1 gegen das von Johan Cruyff trainierte Ajax Amsterdam verloren.

Nach der Wende hieß der Klub wieder VfB Leipzig und musste 2003 Insolvenz anmelden. Am 10. Dezember riefen 13 Fans den 1. FC Lokomotive Leipzig erneut ins Leben. Los ging es in der 3. Kreisklasse, und auch Lothar Matthäus trug für ein Pokalspiel das Lok-Trikot, um zu helfen.

2012 gelang schließlich der Aufstieg in die Regionalliga, doch nur zwei Jahre später folgte der Abstieg. Nachdem Mario Basler im Januar 2015 als Geschäftsführer Sport einstiegen war, legte die Mannschaft eine unglaubliche Erfolgsserie hin und hatte am vorletzten Spieltag in Erfurt noch die Chance auf den Wiederaufstieg. Der Zwischenstand von 0:2 und der von den eigenen Fans verursachte Spielabbruch machten jedoch alle Träume zunichte. Basler dachte an Rücktritt, blieb aber. Er wird nun auch als Problemlöser gefragt sein, wenn der einstige Glanz irgendwann mal zurückkehren soll.

Der KSV hat den Ticketverkauf für das Saisoneröffnungsspiel in der Regionalliga gegen Offenbach (31. Juli, 19 Uhr) gestartet. Karten gibt es in allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.