Über Kassel in die Bundesliga und zurück: Ex-KSV-Star Gerd Grau feiert heute Geburtstag

Löwen-Idol am Zapfhahn wird 65

Als Aktiver Anfang der 80er-Jahre: Gerd Grau im Auestadion. Archivfoto: Koch

Kassel. Es gibt wohl nur ganz wenige Menschen hierzulande, die Tag für Tag, also siebenmal in der Woche, ihrem Job nachgehen. Zu den seltenen Ausnahmen gehört Gerd Grau, der heute seinen 65.Geburtstag feiert – natürlich in seiner Arbeitsstelle.

Und die heißt „Treff am Kö“, eine gemütliche Kneipe in der Kölnischen Straße in Kassel. Hier schaut sich der ehemalige Fußballstar des KSV Hessen zusammen mit seinen Stammtischbrüdern und vielen Bekannten auch heute Nachmittag auf Sky die Bundesliga an „wie an jedem anderen Wochenende auch“, erzählt Grau. Die Gaststätte führt er nun schon im 20. Jahr, nachdem er von 1984 bis 1992 das „Jenseits von Eden“ betrieb. Wie lange er noch hinter der Theke steht? „In zwei Jahren ist Schluss, dann feiere ich mein 30-jähriges Dienstjubiläum“, erklärt Grau, der vor seiner Karriere als Wirt fast ebenso viele Jahre auf dem Fußballplatz stand. Schon als 17-Jähriger schlüpfte Grau, der bei der Post lernte („später war ich Beamter auf Lebenszeit, habe mich aber für den Fußball entschieden“), ins Trikot der ersten Mannschaft seines Geburtsortes Homberg.

Dann wechselte er zum KSV Hessen (1968 bis 1972), ehe ihn der Manager von Hertha BSC Berlin, Wolfgang Holst, zusammen mit Holger Brück (65) nach Berlin holte. Während seiner Zeit an der Spree spielte Grau auch einmal in der B-Nationalmannschaft, für die er in Offenbach zum 6:0-Sieg gegen Finnland A einen Treffer beisteuerte.

Als Wirt heute im „Treff am Kö“: Gerd Grau am Zapfhahn. Foto: Schachtschneider

1978 kehrte Grau zu den Löwen zurück. Für den Oberligisten begann damals der Wiederaufschwung, der 1980 im Aufstieg zur zweiten Bundesliga gipfelte. Vier Jahre noch spielte der beidfüßige Stürmer („beim KSV habe ich Linksaußen, bei Hertha Rechtsaußen gespielt“), der später auch als Abwehrspieler seinen Mann stand, für den KSV.

Doch nach einem Kreuzbandriss und einer schweren Knöchelverletzung gab Grau 1984 das Fußballspielen auf. Wenn der Jubilar (Sohn Thomas ist 46, hat nie Fußball gespielt), der in Guxhagen-Ellenberg einen Bungalow besitzt, in zwei Jahren in Rente geht, kann er sich noch intensiver seinem Hobby, dem Trabrennsport, widmen: „Vier-, fünfmal im Jahr fahre ich nach Berlin und verbinde ein Pferderennen in Mariendorf mit einem Besuch bei Hertha BSC.“

Hobby Trabrennen

Seine Leidenschaft fürs Trabrennen entdeckte Grau im Juni 1975, als Hertha nach dem Gewinn der deutschen Vizemeisterschaft hinter Gladbach ein Prominentenrennen für die Hertha-Fußballer und die Eishockeyspieler des Berliner Schlittschuhclubs veranstaltete. „Den Wettbewerb habe ich mit meinem Pferd Blunata gewonnen, seitdem bin ich von dieser Sportart begeistert“, blickt Grau schwärmerisch zurück.

Von Günter Grabs

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