Erster Test mit Licht und Schatten

KSV Hessen macht in Erfurt aus 0:3 ein 3:3

Kassels Außenverteidiger Nael Najjer (vorn) im Zweikampf mit Patrick Hädrich.
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Balletteinlage beim Testspiel in Erfurt: Kassels Außenverteidiger Nael Najjer (vorn) im Zweikampf mit Patrick Hädrich.

Viereinhalb Monate – genauer 140 Tage – hat der KSV Hessen Kassel kein Pflicht- oder Freundschaftsspiel bestritten. Vom 7. März und dem 4:0-Heimsieg gegen Dreieich bis zum vergangenen Samstag.

Kassel/Erfurt - Da traten die Regionalliga-Aufsteiger beim Regionalliga-Absteiger Rot-Weiß Erfurt an. Nach 0:3-Rückstand gelang den Löwen dabei noch ein 3:3.

Trainer Tobias Damm fehlten gegen Erfurt drei Spieler. Lukas Iksal und Brian Schwechel waren angeschlagen, hatten muskuläre Probleme. Serkan Durna ist nach einem Außenbandriss, den er sich in der Coronapause beim Laufen zugezogen hatte, noch im Aufbautraining. So standen Damm 17 Feldspieler und zwei Torhüter zur Verfügung, in der Pause wurde acht Mal gewechselt. Allein Kapitän Frederic Brill, Adrian Bravo Sanchez und Nael Najjar spielten durch.

Dass der KSV aber gerade eine harte Vorbereitungsphase hinter sich hat, war ihm anzumerken. „Definitiv, wir hatten körperlich schwer zu kämpfen. Das hat sich schon bemerkbar gemacht“, sagt Damm. So resultierte das 0:1 (38.) laut dem Trainer daraus, dass seine Spieler zu große Räume gelassen hätten. „Wir haben es ihnen da zu leicht gemacht“, sagt er. In der 39. Minute verschätzte sich Torwart Maximilian Zunker dann bei einem langen Ball, hielt den Gegenspieler anschließend fest – es gab Elfmeter – und das 0:2. Und nach einem Konter legte Erfurt sogar das 3:0 nach (61.). „Man hat gemerkt, dass sie schon etwas weiter sind. Und sie haben echt ein paar flinke Spieler“, sagt Damm. Für die Erfurter beginnt die Saison in der Oberliga am 15. August. Kurz nach dem Abpfiff vermeldete der MDR dann weitere positive Nachrichten für die Thüringer. Demnach ist die Zukunft des insolventen Vereins vorerst gesichert.

Etwas schlechtere Nachrichten gab es zuvor aber noch auf dem Fußballplatz. Denn die Löwen machten aus einem 0:3 ein 3:3. Ein Doppelschlag von Mahir Saglik brachte den Anschluss, das 3:2 bereitete Neuzugang Nils Pichinot dabei klasse über die linke Seite vor. Und der 30-Jährige war es dann auch, der in der 85. Minute nach einem Freistoß von Alban Meha das 3:3 köpfte. „Dass spricht für die Mentalität und den Charakter dieser Mannschaft, dass sie selbst in einem Testspiel so ein Ergebnis dreht“, befand Damm.

Für die Löwen steht nun eine einwöchige Pause an, bevor es ab dem 3. August in die finale Vorbereitungsphase geht. Alle Spieler haben vom Coach dennoch einen Trainingsplan für die freie Zeit an die Hand bekommen. Dass im August Tests dann auch in Kassel stattfinden können, wird derweil wahrscheinlicher. Der Hessische Fußball-Verband hat ab dem 1. August grünes Licht gegeben. Und laut Damm sind auch die Signale der Stadt positiv.

Bis dahin hätte der Trainer gern noch einen Spieler mehr im Kader – als Ersatz für Felix Schäfer, der seinen Vertrag berufsbedingt wieder aufgelöst hat. Zudem trainiert mit Jan-Erik Leinhos derzeit ein alter Bekannter beim KSV mit. Leinhos (23) spielte bereits in der Jugend für die Löwen und hat bereits 14 Einsätze in der Regionalliga Südwest unter Ex-Trainer Tobias Cramer absolviert. Eigentlich ist er für ein College in den USA aktiv, die Rückkehr dorthin ist wegen Corona aber offen. Leinhos könnte im Zweifel also ebenfalls eine Alternative werden.

KSV Hessen: Zunker (46. Gröteke) - Najjar, Allmeroth (46. Mießbach), Nennhuber (46. Evljuskin), Zornio (46. Brandner) - Brill - Dawid (46. Pichinot), Fischer (46. Meha), Bravo Sanchez, Merle (46. Mogge) - Schmeer (46. Saglik)

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