Bei den Löwen rückt ein 19-Jähriger in den Mittelpunkt

Jubel pur: Mike Feigenspan nach dem Treffer gegen Baunatal. Foto: Hedler

Kassel. Wer nach Gründen suchte, warum der KSV Hessen Kassel dieses Derby gegen den KSV Baunatal mit 1:0 gewonnen hatte, der landete zwangsläufig bei Mike Feigenspan.

Der 19-Jährige schoss das einzige Tor am Dienstagabend, mit seiner Schnelligkeit überragte er alle – und vielleicht hätte sein pures Mitwirken als Erklärung für diesen Löwen-Erfolg schon ausgereicht, weil er allein den Unterschied machte. Er tat nämlich das, was die Baunataler nicht machten: Er traf. Aber: Es gab dann doch noch einen anderen Ansatz.

Er kam von Emilia, die im März gerade einmal sechs Jahre alt geworden ist. Selbstbewusst behauptete sie kurz nach dem Abpfiff: „Ich weiß, warum der KSV gewonnen hat.“ Und sogleich verwies sie auf das, was sie selbst gebastelt hat: auf das Glücksbändchen, das der Papa trug. Der Papa heißt Tobias Damm und hatte als ackernde Offensivkraft einen Teil zum Löwensieg beigetragen.

Womöglich liegt die Lösung bei der Frage nach dem an diesem Tag sehr kleinen Unterschied zwischen dem einen KSV und dem anderen KSV also in der Kombination aus beidem: aus Mike Feigenspan und dem Glück. Denn, so musste auch Glücksbändchenträger Damm einräumen: „Die Baunataler haben das richtig gut gemacht. Es war somit das erwartet schwere Spiel für uns.“

Da brauchte es für den vierten Pflichtspielsieg des KSV Hessen in Folge neben dem Baunataler Pech und Unvermögen beim Abschluss einen wie Feigenspan, der diesen enormen Zug zum Tor hat und sich mittlerweile eine gewisse Kaltschnäuzigkeit angeeignet hat. Nach seinen Treffern beim 2:0 in Elversberg am Samstag weiß er nämlich, wie das mit dem Toreschießen geht. Insofern fehlt ihm nicht mehr so viel zu einem Regionalligaspieler, der heraussticht aus der Masse. Das kann auch nicht jeder 19-Jährige von sich behaupten.

Dabei ist er selbst wohl am wenigsten von seiner Entwicklung überrascht: „Ich bin jetzt nicht völlig verblüfft“, sagte er nach dem Derby, als er zu den gefragtesten Gesprächspartnern gehörte. Er kommt sehr geerdet daher und sagt Sätze wie diesen: „Es ist ein schönes Gefühl, Tore zu schießen.“ Und: „Jedes Tor ist schön.“

Innerhalb kürzester Zeit hat sich der Mann aus Kassel, der aus der A-Jugend des OSC Vellmar kam, einen Namen gemacht. Er ist auf dem Weg, eine Attraktion zu werden. Und womöglich war es Löwen-Trainer Matthias Mink und den anderen Verantwortlichen des KSV Hessen ganz recht, dass Feigenspan in der Nachspielzeit noch eine Großchance vergab. So blieb doch noch der Eindruck, dass diesem großen Talent längst noch nicht alles gelingt und es auch noch ein wenig Luft nach oben hat.

Mink spricht sowieso lieber über die Mannschaft als über einzelne. Er lobte sie insofern, als dass er meinte: „Wir brauchen uns für diesen Sieg nicht zu schämen.“ Auch Tobias Damm bekam bei all dem Rummel um den Torschützen noch Anerkennung. „Super gespielt“, rief ihm Matteo zu. Das ist sein Sohn. Am Samstag wird er vier.

Dann spielt sein Vater mit dem KSV Hessen in Zweibrücken. Das Spiel wird um 14 Uhr angepfiffen.

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