Analyse: Mannschaft zeigt Kämpferherz und Moral

Löwen sind voll im Soll: Warum der KSV die Pluspunkte bereits erreicht hat

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Obenauf: Die KSV-Spieler (von links) Sebastian Szimayer, Frederic Brill, Sebastian Schmeer und Niklas Künzel haben die Minuspunkte wettgemacht und stehen erstmals im Plus.

Kassel. Sie sind wieder im Plus, die Löwen – und damit voll im Soll. Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel hat nach sechs Spieltagen zehn von 16 möglichen Zählen geholt. Der Abzug von neun Punkten in Folge des Insolvenzantrages ist damit aufgeholt.

Im Kampf um den Klassenerhalt haben die Nordhessen schnellstmöglich den Kontakt hergestellt.

Woran das liegt? Großen Anteil hat Trainer Tobias Cramer. Zusammen mit Co-Trainer Tobias Damm und Teammanager Steffen Friedrich ist es ihm offenbar erneut gelungen, in seiner Mannschaft einen besonderen Geist entstehen zu lassen. Das auch, weil der Punktabzug eher als Ansporn gesehen wird denn als Bürde. Cramer lebt Bodenständigkeit und ehrliche Arbeit vor. Seine Spieler nehmen das bisher ebenso auf wie die gute Stimmung rund um den Klub. Die Fans unterstützen ihren KSV im Stadion positiv wie lange nicht. Und die neuen Gremien können unter der Führung von Jens Rose auch auf der Finanzseite positive Nachrichten melden.

Die Mannschaft überzeugt auf dem Platz längst nicht nur kämpferisch. Aufgrund der finanziellen Situation konnten die Verantwortlichen zwar keine üppigen Verpflichtungen tätigen, sie schauten sich aber gezielt um. Mit Sebastian Szimayer ist ihnen ein echter Glücksgriff gelungen. Sechs Spiele, drei Tore – das kann sich sehen lassen. Auch Rückkehrer Ingmar Merle weist diese Bilanz auf und findet sich erstaunlich schnell in der Startelf wieder und in der Regionalliga zurecht. Der Engpass in der Innenverteidigung, den der Ausfall von Lucas Albrecht noch verschärfte, steckten die Löwen ebenfalls souverän weg. Niklas Künzel wurde gebraucht und macht seine Sache richtig gut.

Dass Cramer den jungen Akteuren vertraut, schon mal Brian Schwechel für Szimayer in die Startelf steckt oder Jan Erik Leinhos auf der Außenbahn beginnen lässt, stärkt das Selbstvertrauen. Schaut man auf die bisherigen sechs Partien des KSV, dann war dieser Start nicht unbedingt zu erwarten. Ein 2:1-Auftaktsieg gegen Waldhof Mannheim, dann drei Spiele gegen Gegner aus dem oberen Tabellendrittel und zuletzt ein Pflichtsieg gegen Schott Mainz sowie ein nicht unbedingt erwartbarer 3:1-Triumph in Hoffenheim – dieses Programm war kein Spaziergang.

Die Löwen zeigten aber vor allem Kämpferherz und Moral, ließen sich von Gegentoren nicht beirren und verdienten sich so die Rückkehr ins Plus.

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