Schlussoffensive wird nicht belohnt

Nach 353 Minuten ist Schluss: KSV Hessen kassiert bei 1:2 in Ulm Niederlage und erstes Gegentor seit langer Zeit

Serkan Durna.
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Erzielte das einzige Kasseler Tor: Serkan Durna wurde eingewechselt und machte das Spiel noch einmal spannend.

Das dritte Spitzenteam innerhalb einer Woche war zu viel – nach dem 0:0 in Elversberg und dem 0:0 gegen Kickers Offenbach hat Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel am Sonntag beim SSV Ulm eine 1:2 (0:0)-Niederlage kassiert.

Ulm – Allerdings: Leistungsgerecht war diese nicht unbedingt. Zwar waren die Ulmer über weite Strecken die gefährlichere Mannschaft. Nach dem Führungstor spielte aber fast nur noch der KSV, der sich für seine Schlussoffensive nicht belohnte.

Im Vergleich zum Hessenderby am Dienstag nahm Löwen-Trainer Tobias Damm eine Änderung vor. Für Moritz Flotho begann Nils Stendera, Jascha Döringer rückte auf die rechte offensive Außenbahn, Stendera startete zentral hinter der einzigen Spitze Jon Mogge. Der KSV spielte ein hohes Pressing, nahm den Ulmern so immer wieder früh den Ball ab. Doch Gefahr kam bis kurz vor der Pause nicht auf.

Die Gastgeber hatten ihre Mühe mit der Spielweise der Löwen. Und doch gab es in der ersten Hälfte ein paar gute Möglichkeiten für die Spatzen. In der elften Minute brandete bereits Jubel im Donaustadion auf. Doch der Kopfball von Lennart Stoll landete am Innenpfosten, trudelte vor dem KSV-Tor entlang. Es war die beste Möglichkeit der ersten Hälfte.

Die Löwen, die drei Spiele lang ohne Gegentor geblieben waren, hatten etwas Glück, dass diese Serie auch zu Beginn der zweiten Hälfte noch Bestand hatte. Doch in der 52. Minute – nach insgesamt 353 Minuten ohne Gegentreffer – war es dann passiert. Nicolas Jann bekam den Ball im Strafraum und schob ihn locker unten rechts ein.

Dieses Gegentor sorgte bei den Ulmern allerdings nicht für Selbstvertrauen. Vielmehr diktierte der KSV das Geschehen. Der nächste Treffer gehört dennoch dem SSV. Einen Schuss aus spitzem Winkel konnte KSV-Schlussmann Nicolas Gröteke nur nach vorn abklatschen. Da wartete Namensvetter Nicolas Wähling und schob zum 2:0 ein (74.).

Doch während der Stadionsprecher, der zuerst einen falschen Torschützen ausgerufen hatte, noch seinen Fehler berichtigte und Wähling nannte, gelang den Löwen der Anschlusstreffer. Aram Kahraman schlug einen Ball weit Richtung Ulmer Strafraum, der eingewechselte Serkan Durna stand mit dem Rücken zum Tor – und zudem zwischen zwei Verteidigern. Doch irgendwie kam Durna mit dem Kopf an den Ball, ohne dass er das Tor sah. Der 20-Jährige beförderte den Ball so über SSV-Schlussmann Niclas Heimann hinweg zum 1:2 ins Tor (76.).

Anschließend liefen die Löwen an, schlugen Flanke um Flanke, Ecke um Ecke in den Ulmer Strafraum. Doch das Heimteam hielt stand. Die beste Chance hatte Hendrik Starostzik, dessen Kopfball Heimann in der 90. Minute gerade so parierte.

„Heute war mehr drin“, ärgerte sich Damm. „Wir haben zu viele Fehler in Ballbesitz gemacht, wollten zu oft direkt spielen, statt mal den zweiten oder dritten Kontakt zu nehmen. So haben wir vorn keine Bälle gehalten, konnten nicht nachschieben und im gefährlichen Bereich Fußball spielen“, ordnete er die Fehler seines Teams ein. (Maximilian Bülau)

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