REGIONALLIGA SÜDWEST Das ist die neue Spielklasse der Löwen

Weite Wege und ein wichtiges „h“

Porträt von Fußballer Shqipon Bektasi
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Ex-Löwe spielt jetzt in Bahlingen: Shqipon Bektasi.

Nach dem Aufstieg des KSV Hessen Kassel heißt es wieder: Neue Namen von Gegnern lernen. Wir blicken auf die Regionalliga Südwest und auf interessante Fakten.

Sie sind wieder da, die Löwen. Als Tabellenzweiter der Hessenliga kehrt der KSV Hessen Kassel im zweiten Jahr nach dem Abstieg 2018 zurück in die Regionalliga. Und in einer Gruppe, die mit 22 teilnehmenden Klubs besetzt ist wie nie zuvor. Wisenswertes aus der neuen Spielklasse:

Balingen ist nicht gleich Bahlingen: Nur ein Buchstabe macht gleich knappe 150 Kilometer Unterschied. Balingen ohne „h“ mit seinen 34 000 Einwohnern liegt südwestlich von Stuttgart am Rand der Schwäbischen Alb. Hier spielt die TSG Balingen, die vor zwei Jahren in die Regionalliga aufgestiegen ist. Am Kaiserstuhl ist Bahlingen mit „h“ beheimatet. Gerade einmal 4200 Einwohner sind hier zu Hause. Seit einem Jahr gehört der Bahlinger SC nun wieder zur Regionalliga, mit Shqipon Bektasi und Hasan Pepic spielen zudem zwei Ex-Löwen beim Team aus Baden-Württemberg.

Aus dem Norden ist es ganz schön weit: Als nördlichste Mannschaft der Regionalliga stehen den Kasselern einige Auswärtskilometer bevor. Die 75 Kilometer zum Derby nach Stadtallendorf mit Trainer Dragan Sicaja und dem Ex-Kasseler Arne Schütze sind da ein Klacks. Richtig weit wird es – und jetzt noch mal auf Punkt eins geguckt – nach Balingen (431 km) und nach Bahlingen ins Kaiserstuhlstadion sind es 438. Die längste Strecke führt die Löwen ins Möslestadion nach Freiburg. 459 Kilometer muss der KSV zurücklegen.

Im Abstiegskampf wird es ganz schön eng: Klar, angesichts einer durch die Corona-Sonderregelungen mit 22 Mannschaften rappelvollen Staffel wird es in der kommenden Saison einen vermehrten Abstieg geben, gegen den wohl die halbe Klasse ankämpft. Wie Regionalliga-Geschäftsführer Sascha Döther auf Anfrage mitteilte, gibt es eine feste Regelung von sechs Absteigern. „Daran wird sich nichts ändern. Allerdings hoffen wir, dass von den vier Teams aus der Dritten Liga nicht zu viele in die Südwest-Staffel absteigen“, erklärt Döther. Denn nach der kommenden Saison soll die Mannschaftsstärke der Liga möglichst auf 20, ein Jahr später dann auf 18 reduziert werden. Als Absteiger 2021 kämen Wehen Wiesbaden, Mannheim, Kaiserslautern und Saarbrücken infrage.

In Sachen Aufstieg ist alles klar: Wer Meister wird, der darf auch hoch in die Dritte Liga. Diese Regelung gilt für den Südwesten und den Westen. Unter den anderen drei Regionalligen entschied das Los, dass auch der Titelträger aus dem Nordosten direkt aufsteigt. Den vierten Platz werden dann die Bayern- und die Nordstaffel in Playoff-Spielen austragen.

Die Favoriten-Gruppe ist groß: In der letzten Saison war die Sache klar: Saarbrücken setzte sich als Top-Favorit auch durch. Diesmal ist, soweit die nicht endgültig feststehenden Kader eine Prognose zulassen, das Kandidatenfeld größer. Da ist Drittliga-Absteiger Sonnenhof Großaspach, der unter Trainer Hans-Jürgen Boysen gleich wieder oben mitspielen möchte. Zuletzt verpflichtete der Klub in Marvin Cuni aus der A-Jugend des FC Bayern ein Sturmtalent. Saarbrückens Verfolger aus dem Vorjahr wollen auch diesmal mitreden: Der TSV Steinbach und die SV Elversberg. Zurück in den Favoritenkreis möchten die Offenbacher Kickers nach einem enttäuschenden achten Platz. Trainer Angelo Barletta konnte dafür üppig einkaufen.

Die Königstransfers: Er ist Rekordtorschütze der Dritten Liga mit 136 Treffern. Und jetzt spielt er beim SSV Ulm. Nach 96 Spielen und 26 Toren für den Karlsruher SC entschied sich Anton Fink nun für die Regionalliga. Auch der FSV Frankfurt hat zugeschlagen und verpflichtete den ehemaligen Kickers-Torwart Daniel Endres (35).

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