Die vorläufige Insolvenzverwalterin Jutta Rüdlin

Nach Insolvenz des KSV Hessen Kassel: Sie hat die schwierigste Aufgabe

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Soll für Ordnung sorgen: Jutta Rüdlin hält als vorläufige Insolvenzverwalterin die Fäden in der Hand. 

Kassel. Wer Jutta Rüdlin nicht kennt, der könnte meinen, sie sei eine sehr strenge Frau. Eine, die nicht zu Späßen aufgelegt ist. Eine Geschäftsfrau durch und durch.

Wenn sie jedoch zu reden beginnt, dann wird schnell klar: Menschen sollten nicht in Schubladen gesteckt werden. Rüdlin wirkt keineswegs streng, eher geduldig. Sie nimmt sich immer wieder Zeit, Dinge zu erklären. Sie hat ein freundliches Lächeln – diese vorläufige Insolvenzverwalterin des KSV Hessen.

Als sie am Dienstagabend ans Rednerpult tritt, wird es ganz ruhig im Bürgersaal des Rathauses. Was sie zu sagen hat, interessiert jeden hier. Schließlich geht es um die Zukunft des gesamten Vereins. „Das ist ein außergewöhnlicher Auftrag“, sagt Rüdlin zu Beginn.

Ruhe sei es auch, die sie nun bei ihrer Arbeit benötige. Und Geld. Geld, um den täglichen Finanzbedarf des Vereins zu decken. „Die Aufgabe ist nicht einfach. Sie ist sehr schwierig. Es stehen nicht hinreichend liquide Mittel zur Verfügung“, sagt Rüdlin.

Ihr Anliegen sei es, den Verein zu sanieren und den Erhalt des Spielbetriebs zu ermöglichen. Das sei nur durch ein Insolvenzplanverfahren möglich. Denn so blieben die Lizenzen beim Verein. Übertragen ließen sich diese nicht.

Was jetzt wichtig sei: Sponsoren für die Saison 2017/2018 zu finden. Und Rüdlin betonte: Alle Spenden für den Klub würden nicht zur Tilgung der alten Schulden verwendet, sondern in die Zukunft investiert – um die laufenden Kosten zu decken. „Das Geld fließt zwar in die Insolvenzmasse. Diese verschwindet aber nicht“, sagt Rüdlin. Gesichert sei derzeit die Zahlung der Gehälter für Juni, Juli und August.

Und die Insolvenzverwalterin erklärt auch, warum sie diesen Posten derzeit nur vorläufig habe. „Das Insolvenzverfahren ist noch nicht eröffnet. Darüber wird noch entschieden.“ Zudem handele es sich momentan ihrerseits um eine schwache vorläufige Verwaltung – die Gremien sind also noch handlungsfähig. Finanzielle Dinge, zum Beispiel neue Verträge, die mit Ausgaben zu tun haben, müssten aber vorab mit ihr abgesprochen werden.

Viele Fakten, viele Fachwörter. Doch Rüdlin erläutert sie alle ganz ruhig, bedächtig. Nicht streng, sondern mit einem Lächeln. Es scheint so, als sei der KSV bei ihr in guten Händen. Vorläufig natürlich.

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