Fragen und Antworten

Nach Lacher-Rücktritt: So geht es weiter beim KSV

Ziehen beim KSV nicht mehr an einem Strang: Ex-Aufsichtsrat Dr. Michael Lacher (links) und Matthias Hartmann. Foto: Hedler

Kassel. Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel steigt in gut einer Woche wieder in das Ligageschehen ein – mit dem Nachholspiel bei Aufsteiger Watzenborn-Steinberg. Doch schon jetzt gibt es Gesprächsstoff.

Fernab des rein Sportlichen. Der Grund: der Rücktritt des Aufsichtsratsmitglieds Dr. Michael Lacher. Dazu Fragen und Antworten.

Nach dem Rücktritt von Dr. Michael Lacher ist der Aufsichtsrat beschlussunfähig. Welche Folgen hat das? 

Das hört sich dramatischer an, als es zunächst scheint. Für das operative Geschäft ist der Vorstand zuständig, der nach wie vor Entscheidungen treffen kann, die das Tagesgeschäft berühren. Und: Der Aufsichtsrat kann seine Beschlussfähigkeit schnell selbst wiederherstellen, da Lacher kein gewähltes Mitglied dieses Gremiums war, sondern ein berufenes.

Heißt: Die verbliebenen vier Mitglieder können Lachers Nachfolger selbst bestimmen. Problematischer wäre die Lage gewesen, wenn sich eines der gewählten Mitglieder – Matthias Hartmann, Albrecht Striegel und Jens Lüdecke – vorzeitig verabschiedet hätte. Dann hätte eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden müssen.

Ist schon ein Nachfolger im Gespräch?

Der verbliebene Aufsichtsrat, dem auch Matthias Uffelmann angehört, ist derzeit in Gesprächen mit möglichen Nachfolgern. Es soll zeitnah eine Entscheidung fallen, wie Matthias Hartmann sagt, der Vorsitzende des Gremiums. Einer der Kandidaten soll Rolf Hocke sein, der ehemalige Präsident des Hessischen Fußball-Verbandes, der aktuell dem KSV-Förderkreis vorsteht.

Lacher galt im KSV-Gremium als Mann von VW. Bedeutet sein Ausscheiden, dass es ab der kommenden Saison überhaupt kein Geld mehr gibt vom bisherigen Hauptsponsor? 

Das wird von allen bestritten, die noch etwas zu sagen haben beim KSV. Die Hoffnung ist, dass VW zumindest als einfacher Sponsor erhalten bleibt. Möglich ist das. Nach Informationen unserer Zeitung soll es Gespräche auf politischer Ebene geben, um VW für ein weiteres Engagement zu gewinnen – wenn auch nicht als Hauptsponsor wie in den vergangenen Jahren. In dieser Saison stellte VW immerhin noch 280.000 Euro zur Verfügung.

Der Vorstoß, über die Politik VW noch einmal zu mobilisieren, ist auch ein Grund, warum Lacher zurückgetreten ist. Er, der VW-Mann bei den Löwen, wusste nichts davon. Insofern erklärt sich seine Aussage, er sähe das Vertrauensverhältnis gestört. Den 66-Jährigen verärgerte zudem, dass vom KSV auf dem direkten Weg zu VW nichts gekommen sei, um eine weitere Zusammenarbeit voranzutreiben. Er spricht von einem Maß an Unzuverlässigkeit. Der Verein habe VW noch nicht einmal eine Budgetplanung vorlegen können.

Wie steht es derzeit um das Finanzielle beim KSV? 

Dass es weiterhin nicht rosig aussieht, daraus machen sie beim KSV kein Geheimnis. Matthias Hartmann sagt aber: „Der Spielbetrieb für diese Saison ist gesichert.“ Für die kommende Saison bedarf es aber noch einiger Anstrengung. Um Geld in die Kasse zu bekommen, ist ein Benefizspiel gegen einen Bundesligisten angedacht. Die Gespräche laufen. Eine weitere Partie gegen einen Topklub könnte sich durch einen Vertrag mit dem Ausrüster ergeben. Der enthält angeblich die Verpflichtung des Sponsors, ein Spiel gegen einen Bundesligisten auf den Weg zu bringen.

Gibt es schon einen neuen Hauptsponsor? 

Nein. Gespräche laufen. Eisenbach Tresore ist ein Kandidat, Lotto Hessen ebenso. Aber nichts ist sicher.

Wie geht es rein sportlich weiter?

!Der KSV bestreitet am morgigen Samstag das vorletzte Testspiel, bevor die Löwen den Spielbetrieb in der Regionalliga wieder aufnehmen. Gegner auf dem Kunstrasenplatz an der Damaschkestraße ist ab 14 Uhr Hessenligist Lehnerz.

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