KSV Hessen Kassel unterlag knapp

Nach 0:1-Niederlage in Mannheim: Elfer lässt KSV-Trainer Cramer brodeln

Ihm platzte nach der Niederlage in Mannheim der Kragen: Tobias Cramer, Trainer des KSV Hessen, war sauer über die Fehlentscheidungen gegen die Löwen in der gesamten Saison. Archivfoto: Hedler

Mannheim. Die Verzweiflung stand Löwen-Coach Tobias Cramer nach der 0:1-Niederlage zum Rückrundenauftakt bei Waldhof Mannheim ins Gesicht geschrieben.

Über 90 Minuten hatte sich seine stark ersatzgeschwächte Elf beim ambitionierten Tabellendritten teuer verkauft, hätte eigentlich einen Punkt verdient gehabt. Erst elf Minuten vor dem Abpfiff sorgte ein umstrittener Foulelfmeter, den Mannheims Daniel Di Gregorio ins Netz schoss, für die Entscheidung (79.).

Nüchterne wie bittere Erkenntnis: In der Liga blieb der KSV Hessen zum Rückrundenauftakt auch im zwölften Spiel in Folge ohne Erfolgserlebnis. Nicht die Leistung seiner Mannschaft, in der nicht nur mit Sebastian Szimayer, Ingmar Merle und Adrian Bravo wichtige Spieler wegen Gelbsperren fehlten, ließ Cramer nach dem Abpfiff innerlich brodeln. Im Gegenteil: Dem Team, in dem mit Ausnahme von Rolf Sattorov die Reservebank ausschließlich mit letztjährigen U19-Spielern besetzt war, machte er ein „Riesenkompliment“.

Cramer: „Jeder hat glaube ich gesehen, dass wir ein sehr gutes Spiel geliefert haben. Wir waren körperlich, läuferisch und in den Zweikämpfen sehr stark. Daher ein großes Chapeau an alle, die heute auf dem Platz standen. Und auch ein Dank an die Fans, die diese Jungs sofort nach dem Spiel wieder mit positiver Energie unterstützt haben.“

Tatsächlich ist der Spielverlauf im Carl-Benz-Stadion von KSV-Kapitän Frederic Brill, einst selbst in Diensten des SVW, knapp zusammengefasst: „Wir haben früh gestört, sind sehr engagiert in die Zweikämpfe, waren läuferisch und kämpferisch voll bei der Sache. Ich denke, damit haben wir Waldhof überrascht.“

Mannheim tat sich schwer im Spielaufbau. Was auch daran lag, dass die Löwen immer wieder früh störten, leidenschaftlich versuchten zuzubeißen. Ein Leistungsunterschied im Duell Aufstiegsanwärter gegen Letzten war nicht erkennbar. Im Spiel nach vorn fehlte die Durchschlagskraft auf beiden Seiten. Echte Torszenen blieben Mangelware und in der Anzahl der Chancen hatte der KSV sogar ein leichtes Übergewicht. Brian Schwechel (28.) und Sascha Korb (38.) scheiterten vor der Pause aus der Distanz nur knapp.

In Durchgang zwei gab es sogar die Großchance zur Löwen-Führung. Korbs Freistoß von rechts donnerte Albrecht per Kopf an die Querlatte (56.). Erst den Abpraller konnte Waldhof-Keeper Markus Scholz sicher unter sich begraben.

Dann die spielentscheidende Szene: Mannheims Mete Celik setzte sich über links durch, flankte scharf zum aufgerückten Maurice Deville. Dann die Frage: Hatte Korb diesen beim Versuch einzunetzen umgestoßen, oder ist Deville in den Mann gelaufen? Di Gregorio war es egal. Platziert schob der das Leder in die Maschen.

Cramer sagte hinterher: „Ich kann immer verlieren und bin auch kein Typ, der die Schuld beim Schiedsrichter sucht. Aber ich habe mir vor diesem Spiel alle Hinrundenpartien auf Video angeschaut und dabei festgestellt, dass in nahezu jedem Spiel alle 50:50-Entscheidungen gegen uns getroffen worden sind. Ich muss das jetzt einfach einmal öffentlich sagen. Es geht einem langsam auf die Nerven.“

Von Roland Bode

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