Nach Probetraining: Was für und gegen Bektashis Wechsel spricht

Hat im Probetraining in Paderborn einen guten Eindruck hinterlassen: Shqipon Bektashi. Foto: Hedler

Kassel. Shqipon Bektashi wird heute zum Trainingsauftakt des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen in Kassel erwartet.

Ob der Stürmer, der mit zwölf Treffern die Torschützenliste der Regionalliga Südwest anführt, aber tatsächlich weiter für die Löwen aktiv sein wird, erscheint fraglich. Der 25-Jährige spielte in den vergangenen drei Tagen beim abstiegsbedrohten Zweitligisten SC Paderborn vor und nahm an insgesamt sechs Trainingseinheiten teil.

Stefan Effenberg

Ein Wechsel nach Paderborn ist durchaus möglich, zumal Paderborns Trainer Stefan Effenberg sich lobend über den Angreifer äußerte: „Der erste Eindruck, den ich von ihm habe, ist sehr positiv. Wichtig ist, dass die Mannschaft einen Testspieler akzeptiert, und das ist gegeben“, sagte Effenberg gegenüber der Bild-Zeitung, die am Wochenende einen Artikel mit einer Überschrift verfasste, die boulevardesker nicht sein kann: „Effe testet Eier-Grapscher“. Damit spielte die Zeitung auf Bektashis Fehlgriff in die Genitalien seines Gegenspielers in der Partie gegen Trier an.

Beim KSV Hessen könnte nun also eine heikle Frage aufkommen: Bektashi ziehen lassen – oder nicht? Es gibt Für und Wider.

DAS FÜR

• Verkauft der KSV Bektashi in dieser Winterpause, kann er noch einen beträchtlichen Betrag Geld erwirtschaften. Bektashis Marktwert wird bei transfermarkt.de mit 100 000 Euro angegeben. Das ist nicht wenig für einen Klub, der auf jeden Cent achten muss. Würde der KSV auf einen Verbleib Bektashis bestehen, entstünde die Gefahr, dass der Stürmer seinen Ende der Saison auslaufenden Vertrag nicht verlängert und im Sommer ablösefrei wechselt.

• Bektashi ist nach seiner fatalen Aktion gegen Trier im Umfeld des Vereins nicht mehr unumstritten. Schon gar nicht ist er uneingeschränkt als Vorbild gut vermittelbar – zumal er auf dem Platz immer für eine Überraschung gut ist, mitunter auch für eine negative.

• Bei einem prompten Verkauf Bektashis könnte der Verein einen Nachfolger für die nächste Saison frühzeitig testen oder aufbauen.

DAS WIDER

• Bektashi ist derzeit der einzige Spieler beim KSV, der treffsicher ist. Allein zwölf der 22 Saisontore gehen auf Bektashis Konto. Als er seine Sperre für seinen Fehlgriff absaß, ließen die Löwen jegliche Torgefahr vermissen. Ohne ihn droht wieder Langeweile pur und als Folge dessen ein leeres Auestadion.

• Bektashi hat an seiner Popularität nur wenig eingebüßt, weil er das ist, was im Fußball gern als Typ bezeichnet wird: einer der Unangepassten – einer, der den Unterschied macht. Und Fans mögen Typen, sie steigern die Attraktivität einer Mannschaft. Der Verein profitiert davon, weil sich Merchandisingprodukte mit dem Konterfei eines solchen Spielers schlicht und ergreifend wesentlich besser verkaufen.

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