Regionalligist am Samstag zu Gast

Nächster Gegner des KSV Hessen: Beim FC Gießen kehrt nach turbulenten Zeiten etwas Ruhe ein

Wieder vereint: Gießens Neuzugang Michael Fink (links) und sein Trainer Daniyel Cimen.
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Wieder vereint: Gießens Neuzugang Michael Fink (links) und sein Trainer Daniyel Cimen.

Es liegen turbulente Monate hinter dem FC Gießen. Der Fußball-Regionalligist hat finanzielle Sorgen, nach dem Rücktritt der gesamten Führungsriege leitet ein Notvorstand den Verein.

Mit diesem ist bei Gießen aber immerhin etwas Ruhe eingekehrt. Am Samstag (14 Uhr) sind die Mittelhessen nun zu Gast beim KSV Hessen Kassel.

Der Verein

Mit dem Ausstieg des Geschäftsführers und Investors Jörg Fischer im November 2019 begannen die Turbulenzen. Der Verein hatte in der Folge finanzielle Sorgen, schrammte im Laufe des Jahres 2020 aufgrund seiner Schulden nur knapp an der Insolvenz vorbei. Der Etat wurde vor dieser Saison abermals reduziert – auf nun 900 000 Euro. Zum Vergleich: Er betrug einmal 1,8 Millionen Euro.

Nach dem Rücktritt des gesamten Vorstandes im September 2020 war der FCG rechtlich gesehen handlungsunfähig. Der Anwalt Turgay Schmidt wurde im Oktober vom Amtsgericht als Notvorstand bestellt. Er scheint den Klub in Richtung ruhigeres Fahrwasser zu führen. Schmidt arbeitet die hohen Altlasten ab und spart laufende Kosten ein. Die Mannschaft verzichtet zudem bis zum Sommer auf 15 Prozent ihres Gehaltes. Dennoch bleibt die finanzielle Situation eine Herausforderung.

Die sportliche Situation

Besser könnte es für die Gießener nicht laufen. Aus den fünf Spielen in 2021 holten sie vier Siege – und sind so das formstärkste Team der Liga. Vom vorletzten Tabellenplatz haben sich die Mittelhessen auf den zwölften Rang vorgekämpft. Die Corona-Zwangspause scheint dem Team von Trainer Daniyel Cimen gutgetan zu haben. Seitdem ist der FCG in der Defensive stabiler und spielt sich in der Offensive weitaus mehr Chancen heraus. Kein Wunder, dass dies automatisch zu mehr Toren führt.

Die Neuzugänge

Mit Winterneuzugang Michael Fink ist den Gießenern ein Coup gelungen. Der frühere Bundesligaspieler von Eintracht Frankfurt, Bielefeld und Gladbach kehrte aus Verbundenheit zu seinem Ex-Verein sowie seinem Freund und FC-Trainer Cimen zurück nach Gießen. Kurios: Er bleibt aber weiterhin Coach des Hessenligisten Hanau. Fink ist der Stabilisator im Mittelfeld, an dem sich die jungen Spieler orientieren können. Und obwohl er mittlerweile 38 Jahre alt ist, überzeugt er auch mit seinem Laufpensum.

Ein weiterer Neuer ist ebenfalls ein Ex-Profi – und zudem ein Nordhesse. Nejmeddin Daghfous spielte für Mainz, Paderborn, Aalen, Würzburg und Sandhausen 144 Mal in der 2. Bundesliga. Nach einer körperlichen Auseinandersetzung mit einem Teamkollegen kündigte ihm sein letzter Verein Kickers Offenbach fristlos. Daghfous klagte, durfte während des schwebenden Verfahrens aber nicht zu einem anderen Klub wechseln. Das Verfahren endete jetzt mit einem Vergleich zwischen Spieler und Kickers.

Nach langer Zwangspause freut sich Daghfous nun auf seine Rückkehr auf den Platz. Passiert dies am Samstag in Kassel? „Die Spielberechtigung habe ich bereits. Ob ich schon im Kader bin, ist noch offen“, sagt der gebürtige Kasseler. Der 34-Jährige habe noch Trainingsrückstand – erst drei Einheiten hat er mit seinen neuen Mitspielern absolviert. Natürlich hofft er aber darauf, im Auestadion dabei zu sein. „Das wäre eine coole Sache, mein Debüt in der Heimat zu geben – auch wenn leider keine Zuschauer dabei sind“, sagt Daghfous. (Manuel Kopp)

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