So haben sich die Löwen 2021 geschlagen

Spielerzeugnis des KSV Hessen Kassel: Najjar glänzt, Brill führt, Flotho trifft

Moritz Flotho (links) und Hendrik Starostzik.
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Starke Debütsaison: Das gilt für Offensivspieler Moritz Flotho (links) wie für Innenverteidiger Hendrik Starostzik.

Das Fußball-Jahr ist beendet für den Regionalligisten KSV Hessen. Die Löwen können zufrieden sein. Nach dem Klassenerhalt im Sommer stehen sie trotz eines personellen Umbruchs als Tabellenachter gut da.

Kassel – Aber wie sieht es bei den Akteuren aus? Wer hat überzeugt? Bei wem ist Luft nach oben? Wer waren die Enttäuschten und die Pechvögel? Das Spielerzeugnis:

Im Tor

Trainer Tobias Damm vertraute im Tor der Jugend. Der 20-jährige Nicolas Gröteke ging als Nummer eins in die Spielzeit. Bis zu seiner Meniskus-Verletzung erfüllte er das Vertrauen. Klar, da gibt es noch Wackler, vor allem bei hohen Bällen, auch mal Fehler im Spielaufbau, die bestraft wurden. Aber gerade auswärts sicherte Gröteke mit seinen Paraden Punkte. Maximilan Zunker zeigte bei vier Einsätzen, dass auch auf ihn Verlass ist.

In der Defensive

Kevin Nennhuber: Langzeitverletzt und erst Ende des Jahres mit zwei Kurzeinsätzen. Würde das Fehlen des Abwehrchefs Probleme bereiten? Keine gravierenden, denn die Innenverteidiger Maurice Springfeld und Hendrik Starostzik spielen bisher eine starke Saison. Springfeld absolvierte alle 22 Spiele, hat auch im Spielaufbau Stärken. Starostzik geht stets voran, zeichnete sich als dreifacher Torschütze aus. Absoluter Leistungsträger ist Nael Najjar. Als er links spielen musste, machte der Außenverteidiger das grundsolide. Seit er auf seine rechte Stammseite wechselte, glänzt er mit unermüdlichem Offensivdrang, als Vorlagengeber und Torschütze (2). Möglich war das auch, weil Ingmar Merle sich in die Reihe der Pechvögel stellte. Es traf ihn nicht so hart wie Linksverteidiger Tim Brandner und Nachwuchsmann Leonardo Zornio, die die gesamte Hinrunde verpassten. Merle absolvierte nur zehn Partien – und die mit Licht und Schatten. Es ist noch nicht wirklich die Saison des 31-Jährigen. Zufrieden sein kann Alexander Mißbach. Sehr solide auf der linken Seite, dazu ein Traumtor gegen Schott Mainz.

Im Mittelfeld

Frederic Brill führt die Führungsrolle bestens aus. Der Kapitän ist im defensiven Mittelfeld die ordnende Hand, weiß eigentlich immer schon vorher, wo der Ball als nächstes hinkommt. Mit seinem perfekten Stellungsspiel nimmt er den Verteidigern jede Menge Arbeit im Vorfeld ab und hat nur drei Partien verpasst.

An seiner Seite konnte sich deshalb auch Aram Kahraman gut entwickeln. Er ist ein eher unauffälliger Spieler, dafür glänzt er mit klugen Pässen im Aufbau. Er hat mit seinen 20 Jahren auch noch reichlich Entwicklungspotenzial. Genau wie übrigens Brian Schwechel. In der Form, in der der 23-Jährige gerade spielt, wird er den Löwen fehlen. Seine Zweikampfführung ist beispielhaft, sein Wille, wie er Bälle im Mittelfeld zurückerobert, vorbildlich.

Mit Rückkehrer Steven Rakk und Nils Stendera, der länger verletzt war, hat der KSV zwei weitere vielversprechende Optionen, die in der Hinrunde ihr Können andeuteten. Malte Suntrup kam zu vier Kurzeinsätzen, Mate Mustapic spielte im Pokal.

In der Offensive

Vorn heißen die Ältesten nicht mehr Saglik und Schmeer, sondern Iksal und Dawid (beide 27). Wobei Marco Dawid nach Kreuzbandriss noch nicht zum Einsatz kam. Das bedeutet: Die Löwen sind im Angriff viel jünger geworden – und deutlich temporeicher. Zuletzt baute Damm auf eine 3-5-2-Grundordnung, zu Beginn der Saison setzte er auf ein 4-2-3-1. Was beide Systeme gemein haben: Vier Spieler aus der Abteilung Offensive standen auf dem Feld.

Anfangs begann Jon Mogge häufig in der Sturmspitze, zuletzt fehlte er verletzt. Der 24-Jährige agiert oft glücklos, trifft die falsche Entscheidung zwischen Abspiel und Abschluss. Die Anlagen für mehr als ein Saisontor hat er aber.

Treffsicherer waren Moritz Flotho (19) und Neuzugang Daniele Vesco (21), mit vier Toren gefährlichste KSV-Angreifer. Flotho ist so etwas wie der Shootingstar, der Schweizer Vesco zeigte nach Anlaufschwierigkeiten zuletzt, wie wertvoll er ist.

Zuletzt übernahm Marcel Fischer den Posten im Angriffszentrum. Der 21-Jährige bekommt endlich mehr Einsatzzeit. Für ihn gilt: Er muss Selbstvertrauen gewinnen, um abgeklärter zu werden. Serkan Durna (21) lässt sein riesiges Potenzial immer häufiger aufblitzen. Damm sagte zuletzt: Er kann noch viel mehr. Lukas Iksal begann stark und wurde dann von einer langwierigen Erkältung gebremst. Mehr Zug zum Tor würde ihm nicht schaden. Den entwickelte Sommertransfer Jascha Döringer zuletzt endlich. Ein unermüdlicher Läufer, dem zwei verschossene Elfer gegen Hoffenheim nachhingen. Mike Feigenspan kam später dazu und wusste teilweise zu überzeugen. Von einem Stürmer mit seiner Erfahrung wird aber noch mehr erwartet. (Frank Ziemke, Torsten Kohlhaase und Maximilian Bülau)

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