Neue Namen sind alte Bekannte

Planungen beim KSV: Neuanfang mit Geselle, Rose, Gaede und Hamann?

Die Fahne des KSV hängt noch schlaff herunter: Aber einen Tag nach dem Gang zum Amtsgericht wird bereits an der Zukunft des Fußball-Regionalligisten gearbeitet - unter anderem die Ex-Löwen Enrico Gaede (links) und Matthias Hamann (rechts) im Gespräch.

Kassel. Der Insolvenzantrag ist gestellt, Insolvenzverwalterin Jutta Rüdlin hat ihre Arbeit bereits aufgenommen. Dutzende Gespräche liefen am Mittwoch rund um die Löwen.

Es sind hektische Zeiten beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel, doch im Hintergrund laufen die Planungen für einen Neuanfang – und die haben es in sich. Die Baumeister des Neubeginns werden aller Wahrscheinlichkeit der kommende Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle  und der zurückkehrende langjährige Vorstandschef Jens Rose sein. Doch auch Namen früherer Löwen wie Enrico Gaede und Matthias Hamann spielen eine Rolle.

Doch der Reihe nach: „Wenn Christian Geselle dabei ist, dann stehe ich bereit“, sagte Jens Rose am Mittwoch gegenüber unserer Zeitung. Es wäre das dritte Mal, dass der 56-jährige Gleisbauer in führender Position beim KSV Hessen Kassel tätig würde. Rose würde, so die Überlegungen, vom Aufsichtsrat zum Vorststandschef berufen. Diesen Aufsichtsrat wählt die Mitgliederversammlung am 27. Juni im Kasseler Rathaus. Die Vorschlagsliste wurde am Mittwoch geschlossen.

Christian Geselle

Geselle wird auf dieser Liste nicht stehen – und wahrscheinlich trotzdem dabei sein. In den Aufsichtsrat kann der Politiker laut Vereinssatzung nämlich nicht gewählt werden, weil er nicht lange genug KSV-Mitglied ist. Aber: „Wenn es nach der Jahreshauptversammlung eine neue seriöse Mannschaft gibt, die es wünscht und der ich vertrauen kann, dann würde ich nicht ausschließen, mich in den Aufsichtsrat berufen zu lassen,“ sagt Geselle. Die KSV-Satzung gestattet das für bis zu zwei Personen. Den Vorsitz im Aufsichtsrat schließt Geselle definitv aus.

Das Team, das sich neben weiteren Kandidaten bewirbt, hat es in sich. Der prominenteste Name: Enrico Gaede. Der frühere KSV-Kapitän lebt weiter in Kassel und arbeitet bei der Industrie- und Handelskammer. Er würde sich offenbar ebenso zur Verfügung stellen wie der langjährige Löwe Holger Günther. Auch dabei: Oliver Zehe aus dem derzeitigen Presseteam und wegen seines umfangreichen Archivs so etwas wie das Gedächtnis des KSV. Mit Jens Lüdecke  von der Firma aqua geo consult könnte ein derzeitiges Mitglied des Aufsichtsrates weiter dabei sein. Als fünfte Person käme mit Stefan Hildebrand  ein früherer Spieler und Trainer des KSV dazu.

Das ist die Folge des Vorhabens von Rose, der klipp und klar sagt: „Wir müssen den sportlichen Sachverstand im Verein wieder stärken.“ Damit kommt eine Personalie auf den Tisch, die für Diskussion sorgen dürfte: Matthias Hamann  ist als Sportvorstand im Gespräch. Der letzte Aufstiegstrainer der Löwen hält sich noch bedeckt, zeigt aber durchaus Interesse. Er sagte uns am Mittwoch: „Da ist noch nichts entschieden, aber wir sind in Gesprächen. Das Konzept muss aber passen und vor allem langfristig angelegt sein.“ Hamann, zuletzt Scout von Jürgen Klinsmann, steht derzeit auch in Verhandlungen mit einem Fußball-Bundesligisten. Beide Aufgaben könnten aber auch nebeneinander funktionieren.“

Christian Geselle betont: „Wichtig ist aber, dass der von Trainer Tobias Cramer eingeschlagene Weg sowie die erfolgreiche Jugendarbeit fortgesetzt werden.“ Für den wirtschaftlichen Sachverstand im Vorstand sollen Roses weitere Wunschkandidaten sorgen. Sie heißen Swen Meier, Prokurist beim Korbacher Bauunternehmen Rohde, und Christian Nitschke  (Kasseler Bank).

Die Vorstellungen für mögliche neue Gremien bei den Löwen sind also weit fortgeschritten. Und der Umbruch ist laut Geselle, der den Insolvenzantrag für die richtige Entscheidung hält, dringend nötig: „Wenn alle anpacken, im Insolvenzverfahren die richtigen Entscheidungen getroffen werden, ist das die große Chance für einen richtigen Neuanfang.“

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