Neuer Trainer und ein Ex-Talent

Fußball-Regionalliga Südwest: Was sich bisher in der Winterpause getan hat

Geht nun für Pirmasens in der Regionalliga Südwest auf Torejagd: Benjamin Auer – hier im Trikot von Alemannia Aachen. Foto: dpa

Kassel. Während sich die Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel und KSV Baunatal auf dem Winter-Transfermarkt vornehmlich zurückhielten, rüsteten zwei Kellerkinder der Liga richtig auf.

Nur ein Verein scheint sich mit dem Abstieg in die Oberliga bereits abgefunden zu haben. Ein Blick in die Fußball-Regionalliga Südwest.

Tus Koblenz

Nach der peinlichen 1:2-Pleite im letzten Heimspiel des Jahres 2014 gegen Abstiegskonkurrent Baunatal war das Maß voll beim früheren Zweitligisten aus Koblenz. Der von den Fans regelrecht verhasste Trainer Evangelos Nessos wurde entlassen. Sein Nachfolger ist ein alter Bekannter: Petrik Sander, einst bei Cottbus tätig, trainierte die Schängel bereits zwischen 2009 und 2011 in der zweiten und dritten Liga.

In der Winterpause wurde auch der Kader aufgerüstet. Unter anderem kam Stürmer Marco Quotschalla aus Trier. 2001 erhielt der damals Zwölfjährige einen Acht-Jahres-Vertrag beim 1. FC Köln. Doch das vermeintliche Supertalent konnte seine Fähigkeiten verletzungsbedingt nie abrufen. Mit Sander, Quotschalla und einigen weiteren Nezugängen will der Traditionsclub die Regionalliga halten.

Fk Pirmasens

Der spektakulärste Transfer gelang dem FK Pirmasens. Der 34-jährige Benjamin Auer schnürt in der Restrunde die Schuhe für den Aufsteiger. Auer galt mal als das größte deutsche Stürmertalent. Für die U21-Nationalmannschaft traf er 15-mal in 23 Spielen. Dieser Wert wird nur noch von Heiko Herrlich (17 Tore) und einem gewissen Pierre Littbarski (18) übertroffen. Auch seine Torquoten in erster (87 Spiele, 21 Tore) und zweiter Liga (219 Spiele, 74 Tore) für Vereine wie beispielsweise Mönchengladbach, Mainz und Aachen können sich sehen lassen.

Trotzdem reichte es für den Mittelstürmer alter Schule nie für die ganz große Karriere. Immer wieder wurde er von Verletzungen gestoppt, einige Trainer und Fans kamen mit seiner Spielweise nicht zurecht. Denn Auer war nie ein Sprinter, zudem wurde er früh vom Boulevard als „größtes deutsches Sturmtalent“ hochgejubelt. Diese Erwartungen konnte er nie erfüllen.

Eigentlich hatte Auer mit dem Fußball schon abgeschlossen, der Pfälzer betreibt drei Fitnessstudios, unter anderem in Pirmasens. Jetzt startet er einen neuen Versuch.

SVN Zweibrücken

Folgendes Szenario: Ein Verein steht auf dem drittletzten Tabellenplatz mit einigermaßen realistischen Chancen, die Klasse zu halten. In der Winterpause gibt dieser Verein dann so gut wie alle Leistungsträger und Torschützen ab. Gibt es nicht? Gibt es doch! In Zweibrücken läuft es auch in der Winterpause drunter und drüber. Toptorjäger Jannik Sommer (19 Spiele, sieben Tore) ging nach Pirmasens, ebenfalls wie Stammspieler Adam Bouzid (17 Spiele). Bruno Gomis (17/1) spielt in der Rückrunde für Trier. Der Hessenligist SV Wiesbaden holte Toni Reljic (18/3) und Nassim Banouas (16 Spiele). Dafür wechselten ein Neuseeländer und einige Verbandsligaspieler nach Zweibrücken, unter anderem der Vellmarer Minsung Kim. Grund für den Aderlass sind enorme finanzielle Probleme des kleinen Vereins.

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