Interview vor erstem Spiel am Samstag

Neuzugang Saglik brennt auf sein erstes Pflichtspiel für den KSV Hessen

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Ist jetzt ein Löwe: Ex-Profi Mahir Saglik geht für den KSV in der Hessenliga-Restrunde auf Torejagd. 

Für den KSV Hessen startet am Samstag mit dem Heimspiel gegen Neu-Isenburg die Restrunde in der Hessenliga. Besonders heiß auf diese Partie ist Winter-Neuzugang Mahir Saglik.

Paderborn, Dortmund, Wuppertal, Wolfsburg, St. Pauli, Budapest, Sakaryaspor und, und, und – wer sämtliche Stationen des Fußballers Mahir Saglik aufzählen möchte, braucht Zeit. Nun ist der 36 Jahre alte Ex-Profi ein Löwe und wird den KSV Hessen in der Restrunde der Hessenliga unterstützen. Am Samstag gegen Neu-Isenburg gibt der erfahrene Stürmer sein Pflichtspiel-Debüt im KSV-Trikot. Anstoß im Auestadion ist um 14 Uhr.

Herr Saglik, schon gut eingelebt in Nordhessen?

Eingelebt ist vielleicht etwas übertrieben. Zurzeit pendele ich von Paderborn. Die Stadt war, ist und bleibt mein Lebensmittelpunkt. Dort leben Familie und Freunde. Demnächst werde ich aber nach Kassel umziehen.

Schildern Sie bitte kurz: Wie kam es zu diesem Engagement?

Seit unserer gemeinsamen Zeit in Wuppertal bin ich mit Tobias Damm befreundet. Wir haben uns regelmäßig ausgetauscht. Zuletzt war ich vereinslos. Tobi ist auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, für den KSV zu spielen. Nun ja, ich fühle mich gesund und fit, hatte keine anderen Pläne und vor allem: Ich hab noch richtig Bock auf Fußball. Von daher fiel die Entscheidung recht schnell.

Mit Verlaub, Sie sind ein alter Hase. Wie sind Sie von der jungen Kasseler Mannschaft aufgenommen worden?

Ach, das ist doch im Fußball eine einfache Geschichte. Außerdem ist die Truppe intakt und super drauf. Es macht richtig Spaß.

Sie sind unglaublich viel herumgekommen. Hatten Sie sich so Ihre Karriere vorgestellt?

Ich wurde schon Wandervogel genannt. Klar. Aber ich bereue nichts und würde fast alles wieder genauso machen. So ist nun mal das Geschäft. Und in all den Jahren und an all den Orten habe ich viele Menschen kennengelernt. Es ist so viel passiert. Das kann mir keiner nehmen. Aber Sie können davon ausgehen, dass Kassel meine letzte Station als aktiver Fußballer sein wird.

Und dann?

Ich bin offen für alles. Aber ich werde dem Fußball bestimmt treu bleiben. Ich will auf jeden Fall einen Trainerschein machen.

Gibt es den einen Höhepunkt in Ihrer Laufbahn?

Keine Frage, das war der Bundesliga-Aufstieg 2014 mit meinem Heimatverein SC Paderborn. Damals bin ich in der Zweiten Liga Torschützenkönig geworden. Eine wunderbare Erfahrung war auch das Jahr in Budapest mit Trainer Michael Oenning.

War es für Sie überhaupt möglich, ein halbwegs normales Privatleben zu führen?

Was heißt schon normal? Meine Frau ist meistens mitgekommen. Und bei einigen Stationen in Deutschland bin ich halt gependelt.

Nun sind Sie ein Löwe. Welchen Stellenwert nimmt der KSV ein?

Ich sehe die Aufgabe als eine Herausforderung. Ich kenne die Geschichte des Vereins – mit allen Höhen und Tiefen. Und ich möchte dazu beitragen, dass dieser Traditionsklub wieder sonnigere Zeiten erlebt. Was ich nach den ersten Eindrücken hier schon sagen kann: Der KSV ist definitiv mehr als ein Hessenligist.

Inwieweit können Sie der Mannschaft helfen?

Vor allem möchte ich mit Toren dafür sorgen, dass wir womöglich in dieser Saison noch mal oben angreifen können, selbst wenn die Restrunde nicht mehr besonders lang ist. Aber auch neben dem Platz werde ich den jungen Spielern mit meiner Erfahrung sicherlich weiterhelfen können.

Was wissen Sie über die Hessenliga?

Gute Frage. Ich weiß nur, dass wir eine schlagkräftige Mannschaft haben. Und was mein persönliches Leistungsvermögen anbelangt: Da mache ich mir keine Sorgen.

Spürt ein erfahrener Spieler wie Sie vor dem ersten Auftritt im Auestadion so etwas wie Aufregung?

Definitiv. Natürlich ist es etwas anderes, als vor 60.000 Zuschauern aufzulaufen. Aber grundsätzlich ist es egal, wo und gegen wen du spielst. Bei mir ist die Spannung jetzt schon da. Ich spüre ein Kribbeln und brenne auf das Spiel. Kassel hat ein schönes Stadion. Ich freue mich richtig drauf.

KSV Hessen Kassel: Das ist der Spielplan für die Saison 2018/2019

Steckbrief

Geboren: am 18. Januar 1983 in Paderborn, ist dort auch aufgewachsen 

Ausbildung: Einzelhandelskaufmann, Ausbildung bei Finke 

Stationen ab 2000: SC Paderborn, LR Ahlen, SC Paderborn, Borussia Dortmund, Borussia Dortmund II, Wacker Mödling, 1. FC Saarbrücken, Wuppertaler SV, VfL Wolfsburg, VfL Wolfsburg II, Karlsruher SC, KSC II, SC Paderborn, VfL Bochum, FC St. Pauli, SC Paderborn, Vasas Budapest, Sakaryaspor, Eyüpspor, KSV Hessen Kassel 

Nationalmannschaft: 18 Länderspiele für verschiedene türkische Junioren-Auswahlen 

Erfolge: Torschützenkönig 2. Bundesliga (2013/2014), Aufsteig mit dem SC Paderborn in die 1. Bundesliga (2014), Gehörte zum Kader des VfL Wolfsburg in der Meistersaison 2008/2009 

Privates: verheiratet mit Tugce, Vater eines einjährigen Sohnes 

Hobbys: Familie

Das ist der aktuelle Stand in der Fußball-Hessenliga

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