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KSV Hessen unterliegt Elversberg: Nicht so clever wie der Gegner

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Von: Maximilian Bülau, Frank Ziemke

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Tim Dierßen (links) und Eros Dacaj.
Er gab sein Debüt im Auestadion: Tim Dierßen ist im Winter zum KSV Hessen gewechselt. Im Hintergrund: Elversbergs Eros Dacaj. © Andreas Fischer

Zufrieden wollte nach diesen 90 Minuten keiner sein. Trainer Tobias Damm sagte: „Wir haben den Ball gewonnen und wieder verloren. Gewonnen, verloren, gewonnen, verloren.“

Kassel – Ersatzkapitän Alexander Mißbach meinte: „Zufrieden sind wir nicht. Die Leistung war in Ordnung. Aber es geht besser. Das haben wir in dieser Saison gegen Spitzenteams schon gezeigt.“

Der KSV Hessen Kassel hatte in der Fußball-Regionalliga Südwest gerade 0:2 (0:0) gegen die SV Elversberg verloren, dabei eine starke erste Hälfte gezeigt, durch einen Doppelschlag innerhalb von wenigen Minuten nach der Pause die Partie aber aus der Hand gegeben und nicht mehr in den Griff bekommen.

Dass die Löwen gegen das Topteam aus dem Saarland die Partie überhaupt so lange offen gestalten würden, war aufgrund der Personalsituation nicht zu erwarten. Corona und Verletzungen haben die Mannschaft durcheinandergewürfelt. So feierte Paul Stegmann sein Startelf-Debüt in einer Dreierkette. Es war nach einem Vier-Minuten-Einsatz in der Vorwoche ohnehin erst sein zweites Spiel für den KSV. Maurice Springfeld rückte ins defensive Mittelfeld an die Seite von Winter-Neuzugang Tim Dierßen, der seine erste Partie im Aue-stadion für die Löwen absolvierte. Kapitän Frederic Brill saß ebenso wie Nael Najjar und Marcel Fischer zumindest wieder auf der Bank. Auch Jon Mogge war nach Verletzung zurück. Dafür fehlten nun aber Steven Rakk (Corona) und Nils Stendera (Handverletzung) kurzfristig.

Trotz der ganzen Ausfälle starteten die Löwen richtig gut. Waren bissig in den Zweikämpfen. Pressten, eroberten so viele Bälle. Sie kamen zu Chancen. Die erste gab es direkt nach dem Anpfiff. Nach einer Flanke von Ingmar Merle traf Lukas Iksal den Ball aber nicht richtig. Nach diesem Muster ging es weiter. Möglichkeit für den KSV, aber der Abschluss unglücklich. „Elversberg war glücklicher und abgezockter“, sagte Damm hinterher. In der ersten Hälfte brauchten die Löwen nur einmal Glück, als Manuel Feil den Ball per Grätsche Richtung Tor brachte, dieser aber auf der Latte auftippte.

Wer zur Pause dachte, dass an diesem Tag Punkte möglich seien für den KSV, der wurde zwischen der 56. und 59. Minute gnadenlos wachgerüttelt. Erst bediente Feil den zur Pause eingewechselten Elversberger Topstürmer Valdrin Mustafa, der sehr alleingelassen einschob (56.). Drei Minuten später schloss Charles Laprevotte einen tollen Angriff der Gäste zum 2:0 ab (59.). So macht man das als Spitzenmannschaft: zwei Chancen, zwei Tore.

Die Löwen erholten sich von diesem Doppelschlag nicht mehr. Einzig Marco Dawid hatte noch eine gute Möglichkeit zum Anschluss, als er allein vor Nicolas Kristof übers Tor schoss. „Bis zu einem gewissen Grad haben wir mitgehalten. Aber innerhalb von wenigen Minuten haben wir es uns richtig schwergemacht“, sagte Dierßen, der sein erstes Heimspiel für den KSV dennoch genossen hat. Zufrieden war aber auch er nicht, denn: „Am Ende geht es immer um Punkte. Wir hatten Chancen, Punkte zu holen. Vom Einsatz her muss sich aber niemand etwas vorwerfen.“

Für den KSV steht nun eine wichtige Woche an. Bevor am kommenden Sonntag das Hessenderby in Offenbach steigt, findet am Mittwoch in Lichtenau das Hessenpokal-Viertelfinale statt. Nach den beiden Partien wollen alle Löwen zufriedener sein als nach diesem Samstag.

Rund ums Spiel

Ein Geburtstag, ein Vergleich, ein Abschied und die Leere

Es war nicht wirklich viel los auf den Rängen im Auestadion, da hätte der erste Heim-Auftritt der Löwen in diesem Jahr mehr Zuschauer verdient. Einige Fans aber blieben lieber „vor der Tür“. Ein anderer verließ seinen KSV sogar dauerhaft. Geschichten rund um das Spiel des KSV Hessen Kassel in der Fußball-Regionalliga Südwest gegen die SV Elversberg:

Der Geburtstag

Zum Auftakt ein Ständchen: Happy Birthday durfte gesungen werden für die Unparteiische. Karoline Wacker leitete das Spiel im Auestadion. Sie pfeift für die Sportfreunde Großerlach und wurde am Samstag 31 Jahre alt. An einem solchen Tag gilt Zurückhaltung in Sachen Kritik. Also formulieren wir es so: Auf den Rängen herrschte nicht immer komplette Zustimmung bei der Bewertung ihrer Entscheidungen.

Die Aufstellung

Dieser Vergleich ist interessant. Er zeigt, was beim KSV passiert ist in den letzten Wochen. Und dass der Auftritt gegen Elversberg angesichts einer komplett durchgerüttelten Elf vor allem in der ersten Hälfte absolut positiv zu bewerten ist. Beim 0:0 gegen den FSV Frankfurt am 18. Dezember, dem letzten Heimspiel 2021, sah die Start-Aufstellung der Löwen so aus:

Zunker - Najjar, Springfeld, Brill, Mißbach - Kahraman, Schwechel - Döringer, Vesco, Durna - Fischer

Am Samstag waren aus dieser Elf nur Zunker, Springfeld, Mißbach und Döringer dabei. Verletzungen, Corona, Abgänge – Trainer Damm muss in diesen Tagen viel improvisieren. Ein Bruch im Auftreten der Löwen war zumindest bis zur Pause trotzdem nicht spürbar.

Der Abschied

Seit 2018 war Gregory Dauber als Fanbeauftragter des KSV Hessen Bindeglied und Vermittler zwischen Fanszene und Verantwortlichen. Nun hat Dauber seinen posten abgegeben. Der 32-Jährige verlässt Kassel aus beruflichen und privaten Gründen. Mit Alexandra Berge, Tobias Krechel und Ralf Liese gibt es bereits seit dem vergangenen Sommer ein Trio, das Dauber unterstützt hat und nun für ihn übernimmt. Zum Abschied gab es in der Halbzeit dankbare Worte von den Vorständen Jens Rose und Daniel Bettermann sowie ein Trikot mit der Nummer 36 – weil Dauber im Block 36 seinen Stammplatz hat.

Die Leere

Geisterspiele sind endlich wieder Vergangenheit – und doch war es ziemlich still im Auestadion. Weil die Fans aus dem Block 30 gegen Maskenpflicht und 2G protestierten, kamen sie nicht wie gewohnt in die Kurve, um ihr Team anzufeuern. Einige blieben ganz draußen, andere setzten sich auf vereinzelte Plätze. Konsequenz hin oder her: Der Mannschaft tut die Abwesenheit nicht gut. (Frank Ziemke und Maximilian Bülau)

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