0:2 trotz ordentlicher Leistung

KSV Hessen unterliegt Elversberg: Nichts zu machen, Löwen

Israel Suero Fernández (rechts) und Alban Meha.
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Keiner Schuld bewusst: Elversbergs Israel Suero Fernández (rechts) nach einem Zweikampf mit Alban Meha.

Nach seinem Traumtor am vergangenen Wochenende in Homburg hatte Ingmar Merle den Blick für die Realität nicht verloren.

Kassel – Der KSV Hessen Kassel hatte gerade überraschend 2:1 gewonnen, Merle aus 50 Metern getroffen, da sagte der Außenverteidiger: „Aus der Woche mit drei Spielen sollten wir zumindest vier Punkte holen, dann sind wir im Soll. Drei haben wir jetzt schon.“

Eine Woche später feierte Merle seinen 31. Geburtstag. Aber es ist bei den drei Punkten geblieben. Anders als bei der ärgerlichen und vermeidbaren Niederlage am Dienstag bei Schott Mainz lautete das Fazit nach dem 0:2 (0:1) gegen Elversberg allerdings: Schade, aber da war nichts zu machen, Löwen.“

Das sah auch KSV-Trainer Tobias Damm so: „Gegen so einen Gegner kann man verlieren. Auch wenn wir uns natürlich etwas ausgerechnet haben“, sagte er. Der 37-Jährige merkte allerdings auch an: „Wir sind nicht an unsere Leistungsgrenze gekommen. Das haben wir in Homburg geschafft.“ Stärker aber schmerzt Damm noch immer die Niederlage in Mainz. „Wie in Pirmasens musst du auch bei Schott zumindest einen Punkt mitnehmen“, ärgert er sich.

Der Trainer hätte sich nach dem Sieg in Homburg sogar noch einen Punkt mehr als sein Spieler Merle gewünscht. „Fünf wären nach dieser Woche mit drei Spielen gut gewesen“, so seine Vorstellung. Und dann schiebt er etwas leiser hinterher: „Sechs hätten es auch sein dürfen.“ Es wurden aber eben nur drei. Was den Druck auf die Löwen im Abstiegskampf enorm erhöht.

Sechs Punkte trennen den Elften derzeit vom 18. Auch die Teams darüber und darunter können noch reinrutschen oder sich hocharbeiten. Der nächste Gegner für den KSV ist am kommenden Samstag Koblenz. Auswärts. „Koblenz wird richtungsweisend“, sagt Damm. „Wir haben den Moment, uns unten etwas abzusetzen, schon mehrmals verpasst.“ Bei den Rheinland-Pfälzern – die einen Punkt mehr auf dem Konto und ein Spiel weniger absolviert haben als die Löwen – sollte so ein Moment also genutzt werden.

Die Koblenzer werden sicherlich nicht so dominant auftreten wie Elversberg. „Sie gehen nach Ballverlust immer direkt ins Gegenpressing, das haben wir eigentlich noch gut gelöst. Aber sie haben über das gesamte Spiel auch brutal verteidigt, waren immer wieder schnell hinter dem Ball. Die Mannschaft hat sich gefunden“, sagt Damm über die Elversberger, die zum vierten Mal in Folge ohne Gegentreffer blieben.

Die Gäste waren das stärkste Team, dass sich zuletzt in Kassel vorgestellt hat. Der kurzfristige Umzug auf den Kunstrasenplatz kam ihnen dabei noch entgegen. Elversberg dominierte von Beginn an, setzte die ersatzgeschwächten Gastgeber mit schnellem Kurzpassspiel unter Druck. Die umformierte Viererkette mit Luis Allmeroth in der Innenverteidigung und Nael Najjar links stand aber sicher. Und wie es vielleicht doch hätte gehen können, zeigte sich in der 17. Minute, als der KSV die bis dahin beste Chance der Partie hatte. Merle flankte, Adrian Bravo Sanchez legte ab, Nils Pichinot schoss – aber zu zentral.

So gingen die Gäste mit dem Pausenpfiff durch ein schönes, aber umstrittenes Tor von Israel Suero Fernández in Führung (Artikel unten). Die Löwen spielten danach mutig weiter, steckten nie auf, kamen aber kaum zu Abschlüssen. Stattdessen sorgte Luca Schnellbacher nach einem Konter für die Entscheidung (67.). Nein, es war an diesem Tag nichts zu machen für die Löwen. (Frank Ziemke und Maximilian Bülau)

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