Rückkehrer zum KSV Hessen über Zeit in den USA und seine Rückennummer

KSV Hessen: Niklas Neumann ist einer für die Fans

Torhüter Niklas Neumann läuft im Auestadion auf den Fotografen zu.
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Auch mal für einen Spaß zu haben: Torhüter Niklas Neumann ist nach einem Jahr in den USA zunächst wieder beim KSV Hessen.

„Buffon, Barthez und Neuer, Chilavert und van der Sar, trugen nie die 36, kamen auf Kassel gar nicht klar. Er ging einst in die Staaten, jetzt ist er wieder da. International soccer hero: Niklas Neumann, Superstar!“

Ein Text, der nicht von uns stammt, sondern vom Blog 36. Fans des KSV Hessen Kassel aus dem Block 36, die zu Fußballer Niklas Neumann eine besondere Beziehung haben. Und sich deswegen auch besonders gefreut haben, als feststand, dass der Torhüter einen Einjahresvertrag beim Regionalligisten unterschrieben hat. Aus diesem Anlass veröffentlichte der Blog 36 ein kurzes Video: Vier Fans singen vor dem Auestadion diesen Text.

Neumann stammt aus Kassel, ist 21 Jahre alt und einfach einer für die Fans. Im vergangenen Jahr spielte der Torhüter für ein College in Maryland/USA. In der Jugend lief er für Baunatal und Kaiserslautern auf, stieß 2017 dann zu den Löwen. Zwei Jahre später ging es in die Vereinigten Staaten. Wegen Corona ist Neumann vorerst zurück. Als feststand, dass in den USA nicht oder nur kaum gespielt wird, da entschied sich der 21-Jährige für Kassel und die Regionalliga.

Neumann ist selbstbewusst. Er sagt: „Die Nummer eins zu sein, muss mein Anspruch sein. Ich habe das Zeug dazu. Den Willen zu spielen, habe ich auf jeden Fall.“ Nun wird er sich erst einmal hinter Maximilian Zunker einordnen müssen, der seine Sache in der vergangenen Saison und in der Vorbereitung tadellos machte. Doch mit Neumann hat der KSV in Abwesenheit von Niklas Hartmann, der sich noch immer im Aufbautraining befindet, einen zweiten Rückhalt, auf den er sich verlassen kann.

Neumann ist zwar jung. Auf dem Platz strahlt er aber Ruhe aus. Das hat er schon beim KSV bewiesen. Seine Bilanz für die erste Mannschaft: Vier Partien in der Hessenliga, vier Siege. Ein Spiel in der Regionalliga, ein Remis. Es geht schlechter. Klar ist aber auch: Der Torhüter braucht Zeit, hatte in den USA zuletzt im November 2019 gespielt. „Ich stand ewig nicht im Elf gegen Elf auf dem Feld“, sagt er. „Das war erst einmal super ungewohnt. Als wäre man lange verletzt gewesen. Das Verständnis für den Raum bei Flanken, die Strafraumbeherrschung, das muss man sich wieder erarbeiten“, sagt Neumann.

In die USA kam der 21-Jährige über Umwege. Der Kontakt entstand schon in seiner Zeit bei Kaiserslautern. Damals absolvierte Neumann ein Probetraining bei Mönchengladbach. Er sprach mit dem Torwarttrainer dort, der sich später an ihn erinnerte, als die kanadische Akademie des FC Porto einen Torwart suchte. Sein Weg führte schließlich nach Maryland. Vor dem Wechsel kamen sogar Scouts aus den USA, um ihn sich anzuschauen. Der 21-Jährige sagt: „Die Unis dort haben sehr viel Geld. Bei uns kostet das Studium für ein Jahr 40 000 Dollar. Wir haben ungefähr 54 000 Studenten, von denen 4000 ein Stipendium haben. Der Rest muss zahlen.“

Sein Stipendium ist wegen Corona erst einmal ausgesetzt. Seit März ist er wieder in Kassel, bei der Familie. Das freut nicht nur den Blog 36. Warum er so gut ankommt? „Ich weiß nicht. Vielleicht, weil ich mich noch mit den Fans unterhalte, wenn andere schon in der Kabine sind. Für mich war es nie selbstverständlich, dass so viele mit zu Auswärtsspielen kommen. Es hat einfach gut funktioniert mit ihnen und mir“, sagt Neumann. So gut, dass er auch in den USA die Nummer 36 trug. Ebenso wie beim KSV. „Ich möchte sie jetzt immer tragen“, sagt er. Dafür bekommt er sicher noch mal ein zweites Lied getextet.

(Von Maximilian Bülau)

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