Niklas Neumann erstmals im Tor des KSV Hessen: Ein undankbares Debüt

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Strahlte Sicherheit aus: Der erst 18 Jahre alte Niklas Neumann stand gegen Koblenz das erste Mal im Tor des KSV Hessen Kassel.

Kassel. Viel schlechter kann ein Debüt wohl nicht losgehen. Nicht einmal zwei Minuten waren in der Partie zwischen dem KSV Hessen Kassel und der TuS Koblenz gespielt, da musste Torhüter Niklas Neumann in seinem ersten Spiel für die Löwen schon hinter sich greifen.

Schuld war er nicht. Trotzdem schwierig für einen 18-Jährigen in seinem ersten Spiel in der Regionalliga. „Da habe ich mir gedacht: Leck mich am Arsch!“, sagt Neumann. Umso bemerkenswerter war die Leistung des Torwarts, der im Sommer aus der Jugend des 1. FC Kaiserslautern nach Nordhessen gekommen war, im Anschluss an diese Situation. Drei Minuten später rettete Neumann erneut gegen den Torschützen des 0:1 - Dejan Bozic. Seine Fußabwehr, fast im Spagat, bewahrte den KSV vor einem höheren Rückstand. Sein dritter Ballkontakt war erneut eine starke Parade nach einem Schuss von Kevin Lahn aus 16 Metern (14.). Dann wurde es ruhiger für ihn.

Dass er im Tor stehen wird, erfuhr Niklas Neumann erst am Sonntagmorgen. „Unser Torwarttrainer Michael Gibhardt hat mir schon am Freitag gesagt, dass ich mich darauf einstellen soll, dass ich spielen werde.“ Coach Tobias Cramer hatte vorher schon angekündigt, dass es dazu kommen könnte, weil Stammtorhüter Niklas Hartmann erkrankt war. Am Sonntagmorgen also dann die Gewissheit: Ja, Neumann wird spielen. „Am Samstagabend war ich schon nervös. Mit 18 Jahren das erste Mal in so einem Stadion zu spielen, das ist schon etwas Besonderes. Dann habe ich mir aber gesagt: Vertraue einfach auf das, was du kannst“, sagt Neumann.

Nach seinen ersten 15 Minuten im Regionalliga-Tor bilanzierte ein Koblenzer Medienvertreter, der das Spiel für das Radio kommentierte: „Niklas Neumann ist kein Schlechter.“ Er hat schnell Eindruck hinterlassen. Geholfen hat ihm dabei die Parade drei Minuten nach dem Gegentreffer. „Das hat mir Sicherheit gegeben. Wenn du da gleich das zweite Tor kassierst, dann kommst du ins Grübeln“, sagt der 18-Jährige.

Er hielt aber. Die einzige kleine Unsicherheit zeigte er bei einem Abspielfehler (25.), der aber ohne Folgen blieb. Dann hatte er kaum noch etwas zu tun, weil die Koblenzer immer harmloser wurden. Mal ein langer Ball mit seinem starken linken Fuß, mal ein Abwurf, das war’s. Auffällig dabei: Seine Pässe landeten nicht im Niemandsland, sondern hatten immer einen festen Adressaten.

Dass er in der kommenden Woche wahrscheinlich wieder auf der Bank sitzen wird, weiß auch Neumann. „Das ist in Ordnung. Das war eine super Erfahrung heute. Und wenn ich das nächste Mal gebraucht werde, weiß ich jetzt, dass ich es kann“, sagt der Torwart.

Zufrieden war auch sein Trainer. Cramer lobte ihn: „Wenn er sich bei so einem wichtigen Spiel ins Tor stellt und dann so eine Leistung abruft, dann weiß man, warum er in Kaiserslautern ausgebildet wurde.“ Und weil Sebastian Schmeer ja noch der Ausgleich gelang, war sein Debüt am Ende nicht ganz so traurig. Aber eben undankbar. Ab der zweiten Minute.

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