Wie geht es mit den Löwen weiter? 

Norddeutscher Fußball-Verband nährt Hoffnung des KSV Hessen

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Geht es für den KSV Hessen doch in die Regionalliga? Die Entscheidung des Norddeutschen Fußball-Verbandes macht Hoffnung. 

Kassel – Im Blickpunkt stand zunächst der VfB Lübeck. Der Norddeutsche Fußball-Verband (NFV) hatte am vergangenen Freitag einstimmig entschieden, dass die Saison in der Regionalliga abgebrochen und per Quotientenregel mit Stichtag 12. März gewertet wird.

Absteiger soll es nicht geben. Damit stand fest, dass Tabellenführer VfB Lübeck (fünf Punkte Vorsprung auf den VfL Wolfsburg II bei einem Spiel mehr) in die dritte Liga aufsteigen wird. Und das nach zwölf Jahren Abstinenz vom Profifußball und einer überstandenen Insolvenz 2008.

Doch neben dem Aufstieg und keinem Abstieg regelte der NFV noch eine weitere Sache. Aus den vier Oberligen der norddeutschen Verbände (Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen) wird es fünf Aufsteiger geben. Normalerweise ist der Aufstieg in die Regionalliga Nord so geregelt: Der Meister der Oberliga Niedersachsen hat ein direktes Recht, der Zweite aus dieser Klasse ein Relegationsspiel gegen einen Regionalligisten und die weiteren drei Meister spielen in einer Aufstiegsrunde zwei Teams aus, die den Sprung in die vierte Liga schaffen. Nun bekommen alle fünf Teams das Startrecht für die Regionalliga Nord zugesprochen. Die kommende Saison findet dann mit 22 statt 18 Mannschaften statt.

Die endgültige Entscheidung fällt zwar erst bei einem außerordentlichen Verbandstag Ende Juni. Eine Zustimmung zum Antrag des NFV gilt aber als reine Formsache. Auch Wolfsburgs Sportchef Pablo Thiam hat den Lübeckern bereits gratuliert. Der NFV setzte sich damit sogar über das Votum der Vereine hinweg, die sich in der Mehrheit für eine Aufstiegsrelegation zwischen dem VfB und Wolfsburg II ausgesprochen hatten.

Jana Miglitsch, Pressesprecherin des NFV, sagte gestern gegenüber unserer Zeitung: „Eine Aufstiegsrunde steht in den Statuten der Regionalliga Nord. Wir haben uns viele Gedanken gemacht und diskutiert. Würfeln ist keine Alternative.“ Nicht alle Mannschaften seien zwar direkt aufstiegsberechtigt. Allerdings sei es nicht möglich, eine Aufstiegsrunde oder Relegationsspiele auszutragen. Der Aufstieg von mindestens zwei weiteren Teams sei aber in den Statuten verankert. Es habe also kaum eine andere Möglichkeit gegeben, als fünf Mannschaften aufsteigen zu lassen, sagt Miglitsch. Ob in der kommenden Spielzeit dann aber wirklich 42 Partien pro Verein ausgetragen würden, sei unsicher, so Miglitsch weiter. „Ich gehe davon aus, dass es keine normale Punkterunde werden wird. Noch steht ja überhaupt nicht fest, wann und wie es weitergeht. Wir suchen da nach Lösungen.“

Das alles kann zumindest als ein gutes Zeichen für den KSV Hessen Kassel gesehen werden. Die Löwen befinden sich als Zweiter der Hessenliga in einer ähnlichen Situation, hätten sich in einer Dreier-Aufstiegsrunde einen Platz in der Regionalliga Südwest erspielen können. Eine interne Abstimmung von den Gesellschaftern hatte ergeben, dass nur die Meister der Oberligen aufsteigen sollen. Der KSV hatte mit Klage gedroht.

Vorstandsmitglied Jens Rose sagte nun: „Das zeigt, dass wir nicht so falsch liegen, so wie wir es einschätzen. Man muss Wege finden, die rechtlich stabil sind. Der Punktabzug wegen Schiedsrichtern stand so in den Statuten. Das haben wir akzeptiert. Nun muss es aber auch andersherum gehen.“ Rose erwartet eine Entscheidung der Regionalliga Südwest am Dienstag oder Mittwoch. Dann gibt es etwas Klarheit.

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