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Der KSV Hessen hat Abwehrsorgen: Nur einer steht gerade noch

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Von: Maximilian Bülau

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Maurice Springfeld (links) und Steven Rakk.
Zwei Dauerbrenner beim KSV Hessen Kassel: Maurice Springfeld (links) und Steven Rakk standen in jeder Partie auf dem Feld. © Dieter Schachtschneider

Bringt Aalen die Erlösung? Oder geht das Warten weiter? Der KSV Hessen Kassel tritt heute ab 19 Uhr beim VfR an.

Kassel – Die Aalener sind mit zwei Siegen in die Saison gestartet, haben zuletzt aber zweimal verloren. Und dennoch haben sie den Löwen damit schon etwas voraus in dieser Spielzeit: einen Erfolg. Vor dem Auswärtsspiel des KSV in der Ostalb Arena, bei dem Nael Najjar, Frederic Brill, Marco Dawid, Lukas Iksal und Jon Mogge auf ihren Ex-Trainer Tobias Cramer treffen werden, wachsen aber die Abwehrsorgen.

Beim Blick auf die Innenverteidigung wird deutlich: Nur auf einen konnte sich KSV-Coach Tobias Damm bislang immer verlassen. Maurice Springfeld ist im derzeit verletzungsanfälligen Zentrum so etwas wie der „Last Man Standing“. Dreimal spielte er neben Hendrik Starostzik, in Frankfurt war Paul Stegmann sein Partner. Weil sich Starostzik gegen Freiberg zuletzt aber eine Oberschenkelzerrung zuzog, weil Paul Stegmann seit dem FSV-Spiel einen Haarriss in der Schulter hat, und weil Kevin Nennhuber zwar trainiert, aber immer noch nicht fit ist, deswegen muss Damm heute wieder umbauen. „Es gibt einfachere Sachen. Aber wir haben auch im vergangenen Jahr schon alle zusammengespielt. Mit Neuzugängen wäre es noch einmal schwieriger“, sagt Springfeld. Der aber auch zugibt: „Die vielen Gegentreffer in den ersten drei Partien – das lag nicht an der Uneingespieltheit.“

Der 24-Jährige sieht bislang noch einen Unterschied zur Vorsaison, in der die Defensive das Prunkstück der Löwen war. „Ich habe eine Szene aus dem Frankfurt-Spiel im Kopf. Da geht ein Pass zur Eckfahne. In der vergangenen Spielzeit wären da gleich drei Leute hinterhergesprintet. Jetzt sind wir stehen geblieben und haben uns beschwert, dass der Pass nicht angekommen ist.“ Doch zuletzt gegen Freiberg (0:0) hat Springfeld auch Fortschritte gesehen. „Die Defensive fängt schon vorn an. Da sind wir besser angelaufen“, sagt er.

Es ist zu erwarten, dass Damm heute in Aalen gegen seinen ehemaligen Trainer Cramer, der ihn 2017 zu seinem Assistenten machte, Kapitän Frederic Brill nach hinten beordern wird. Weil neben Tim Dierßen auch Nils Stendera, Mate Mustapic und Malte Suntrup weiterhin ausfallen, wird ziemlich wahrscheinlich Aram Kahraman auf die vakante Stelle neben Steven Rakk ins defensive Mittelfeld rutschen. In der Offensive ist dagegen einiges möglich, da fehlen dem Trainer nicht die Möglichkeiten, sondern die Tore. Allein Oliver Issa Schmitt steht derzeit nicht zur Verfügung.

Hinten gesetzt ist Springfeld, der letzte nominelle Innenverteidiger im Kader, definitiv. Auch er hat nun aber eine Doppelbelastung zu bewältigen, mit der fast alle Spieler des KSV umgehen müssen. Er hat Mitte August eine Ausbildung bei der Immobilenfirma „Vereinigte Wohnstätten 1889“ begonnen. Stendera arbeitet nun für die Post. Elias Liesche Prieto, der deswegen heute fehlen wird, bei Volkswagen. „Das ist schon eine Umstellung. Man kennt das zwar auch von früher mit Schule und Fußball. Aber Schule ist natürlich noch einmal etwas anderes als Arbeit. Jetzt hat man einen gewissen Druck und eine Verantwortung“, sagt Springfeld. Doch das kennt er ja: Druck und Verantwortung hat er als Abwehrchef des KSV auch. (Maximilian Bülau)

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