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Erstes Derby der Saison für den KSV Hessen: Nur er weiß, wie man beim FSV trifft

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Von: Maximilian Bülau

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Alexander Mißbach (links) und Marco Dawid ab.
Am 10. Oktober 2020: Alexander Mißbach (links) klatscht mit dem Torschützen Marco Dawid ab. Der KSV Hessen Kassel verlor das Hessenderby beim FSV Frankfurt an diesem Tag dennoch 1:3. © Imago/Jan Huebner

Marco Dawid erinnert sich noch genau: „Ich habe nach einem Einwurf den Ball bekommen, spiele einen Doppelpass mit Adrian Bravo Sanchez. Dann habe ich den Ball auf dem linken Fuß und schieße ihn in den Winkel.“

Kassel – Am 10. Oktober 2020 war das. Dawid erzielte damals für Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel das 1:2 im Hessenderby beim FSV Frankfurt. Die Löwen verloren am Ende dennoch 1:3. Dawid ist der letzte Kasseler im aktuellen Kader, der weiß, wie man beim FSV trifft.

Das hat mehrere Gründe. Zum einen: Zwischen März 2008 und Oktober 2017 trafen die beiden Klubs in der Liga nicht aufeinander. Zum anderen: Zuletzt waren die Löwen bei Gastspielen in Frankfurt nicht sonderlich erfolgreich – weder was Tore, noch was Punkte angeht. Das soll sich morgen beim nächsten Versuch dann bestenfalls ändern (14 Uhr, PSD Bank Arena). Nach dieser Partie sollten optimalerweise noch mehr Löwen wissen, wie man beim FSV trifft. Den letzten Sieg gab es am 25. Mai 2006 (1:0). Die folgenden Ergebnisse in Frankfurt: 0:0, 1:4, 1:3, 0:0. Im Hessenpokal verlor der KSV zudem in der vergangenen Saison 0:2 beim FSV. Beim 1:4 2017 erzielte Basti Schmeer das einzige Kasseler Tor. Doch Schmeer ist mittlerweile für den KSV Baunatal aktiv.

Eine andere Möglichkeit wäre natürlich, dass Dawid sein Wissen ums Toreschießen in Frankfurt nutzt, um morgen nachzulegen. „Es wäre kein schlechter Zeitpunkt für mein erstes Saisontor. Aber am Ende ist es mir eigentlich egal, ob ich treffe, und wir gewinnen, oder ob ich nicht treffe, und wir gewinnen“, sagt er. Der 28-Jährige hat nach vielen Verletzungsproblemen endlich wieder die Vorbereitung komplett mitmachen können. Ein Patentrezept für einen Erfolg beim FSV hat aber auch er nicht. „Wir haben zuletzt da keine schlechten Spiele gemacht. Wenn man wüsste, woran es liegt, dass wir nichts mitnehmen, dann würden wir das sofort abstellen“, sagt er.

Tatsächlich waren die Löwen – das Pokalspiel einmal ausgenommen – beim FSV in den vergangenen Jahren immer mindestens gleichwertig. Für Trainer Tobias Damm lautet deswegen das nicht ganz ernst gemeinte Motto für das Duell morgen: „Wir machen ein Kackspiel und nehmen drei Punkte mit.“ Den 38-Jährigen plagen derzeit aber vor allem in der Defensive, die in der vergangenen Saison so überzeugend war, große Sorgen. In dieser Spielzeit hat der KSV nach zwei Partien bereits vier Gegentore kassiert.

Da kommt es zur Unzeit, dass neben Kevin Nennhuber nun auch noch Henrik Starostzik wegen Krankheit ausfallen wird. Weil auch Paul Stegmann krank war und noch nicht wieder bei 100 Prozent ist, muss Damm basteln. Heißt wohl: Entweder rückt Alexander Mißbach in die Innenverteidigung oder Kapitän Frederic Brill wird zurückgezogen. Fraglich ist allerdings auch Aram Kahraman wegen eines Magen-Darm-Infekts.

Damm und Dawid sind sich einig: Nach dem 0:7 des FSV in der Vorwoche gegen Homburg werde der Gegner morgen auf Wiedergutmachung aus sein und den Fokus zunächst auf die Defensive legen. Der Fokus der Löwen liegt dagegen darauf, den Frankfurt-Bann zu brechen und die ersten drei Punkte der Saison einzufahren. Ob mit einem Tor von Dawid – oder ohne. (Maximilian Bülau)

Wir bieten vom ersten Hessenderby des KSV einen Liveticker an. Diesen betreut Marie Klement. Sie finden ihn ab 13.45 Uhr unter www.hna.de.

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